08.05.2018 |
von Paula Pöchlauer-Kozel
Familie Büchinger aus Perschenegg: Die Ration „spielend“ anpassen
Etwas mehr Sandwichsilage oder doch weniger Gerste und dafür Weizen in die Mischration? Das ist das „Spiel“, das Johannes Büchinger jedesmal herausfordert, wenn er einen der drei Fahrsilos öffnet und die Ration mit dem Online Rationsprogramm des LKV am Schreibtisch optimiert. Das Programm greift auf die automatisch gespeicherten Daten der Milchleistungskontrolle zu, wenn Johannes die Ration für eine bestimmte Milchleistung optimieren will.
Für alle Futtermittel gibt es standardisierte Werte für die Inhaltsstoffe. Johannes verwendet sie für die zugekauften Futtermittel. Für sein Grundfutter, eine Sandwichsilage aus Gras und Mais, nimmt er die tatsächlichen Werte, die die Analyse im Futtermittellabor Rosenau liefert, denn die Qualität schwankt von Silo zu Silo. Deshalb lässt er jeden Silo drei Wochen vor dem Öffnen testen. „Auf Basis der Analyseergebnisse dosiere ich den Schrot zur Silage im Futtermischwagen und kontrolliere, ob die Kühe die Mischration fressen und wie viel davon“, erklärt Johannes. „Manchmal muss ich nachbessern, wenn die vorgeschlagene Frischmasseaufnahme nicht mit der tatsächlichen zusammenpasst."
Für alle Futtermittel gibt es standardisierte Werte für die Inhaltsstoffe. Johannes verwendet sie für die zugekauften Futtermittel. Für sein Grundfutter, eine Sandwichsilage aus Gras und Mais, nimmt er die tatsächlichen Werte, die die Analyse im Futtermittellabor Rosenau liefert, denn die Qualität schwankt von Silo zu Silo. Deshalb lässt er jeden Silo drei Wochen vor dem Öffnen testen. „Auf Basis der Analyseergebnisse dosiere ich den Schrot zur Silage im Futtermischwagen und kontrolliere, ob die Kühe die Mischration fressen und wie viel davon“, erklärt Johannes. „Manchmal muss ich nachbessern, wenn die vorgeschlagene Frischmasseaufnahme nicht mit der tatsächlichen zusammenpasst."
Automatisch optimiert
Hat er die tatsächliche Frischmasseaufnahme ermittelt, rechnet das Programm automatisch aus, wieviel er von seiner Schrotmischung zur Silage geben muss, um auf die optimale Milchleistung zu kommen. Er kontrolliert nun auf Basis der Daten der Milchleistungskontrolle, wo die Fett-, Energie- und Harnstoffwerte der Kühe liegen. „Passen die Werte nur zum Teil, spiele ich jetzt mit dem Programm“, schmunzelt Johannes. „Ich variiere die Mengen der einzelnen Schrotkomponenten und lasse das Programm nach jeder Änderung rechnen, bis das beste Ergebnis am Bildschirm erscheint.“ Mittlerweile hat er viel Übung mit diesem „Spiel“ und setzt die Ergebnisse problemlos am Futtertisch um.
Betriebsspiegel
Betriebsführer
Johannes (33), Francisco Josephinum und Veronika (30), Buchhaltungslehre mit Lohnverrechnung
Familienmitglieder am Betrieb
Kinder Andreas (4), Carina (2); Eltern Gottfried (73) und Herta (62) Büchinger
Bewirtschaftete Fläche
26 ha Grünland, davon 2 ha Obstgärten und Weide; 10 ha Wald
Tierhaltung
36 Fleckviehkühe inkl. Nachzucht
Stalldurchschnitt: 9.500 kg; Laufstall, Melkstand 5 x Side by Side
Mitglied beim Zuchtverband, beim TDG und AK-Milch
Urlaub am Bauernhof
2 Ferienwohnungen – je 5 Betten
Direktvermarktung
Destillation und Verkauf von Edelbränden (Zwetschke, Spänling, Birne, Elsbeere, Dirndl, Tresterbrand
Johannes (33), Francisco Josephinum und Veronika (30), Buchhaltungslehre mit Lohnverrechnung
Familienmitglieder am Betrieb
Kinder Andreas (4), Carina (2); Eltern Gottfried (73) und Herta (62) Büchinger
Bewirtschaftete Fläche
26 ha Grünland, davon 2 ha Obstgärten und Weide; 10 ha Wald
Tierhaltung
36 Fleckviehkühe inkl. Nachzucht
Stalldurchschnitt: 9.500 kg; Laufstall, Melkstand 5 x Side by Side
Mitglied beim Zuchtverband, beim TDG und AK-Milch
Urlaub am Bauernhof
2 Ferienwohnungen – je 5 Betten
Direktvermarktung
Destillation und Verkauf von Edelbränden (Zwetschke, Spänling, Birne, Elsbeere, Dirndl, Tresterbrand
Kotsiebung im Versuch
„Jetzt feilen wir an der Pansensynchronisation und probieren Fehler mittels der Kotsiebung zu verbessern“, berichtet Johannes. „Da sind wir noch am Lernen, zum Beispiel, ob wir mehr Weizen und weniger Gerste beimischen oder den Strohanteil erhöhen.“ Er probiert auch aus, ob es sich auf die Verdaulichkeit auswirkt, wenn er die Reihenfolge ändert, mit der er die Komponenten in den Futtermischwagen füllt und mischt. „Mein Ziel ist die Pansensynchronisation“, betont Johannes. „Das Verhältnis von Faser, Energie und Eiweiß im Pansen muss stimmen."
Mischration auf 26 Liter
Hier unterstützt ihn das Programm bei der Futterzuteilung. „Die Mischration ist für 26 Liter Milch ausgelegt“, erklärt der Landwirt. „Den Aufschlag für höhere Leistungen holen sich die Kühe von der Kraftfutterstation.“
Die Mischration besteht aus 64 Prozent Grassilage, 25 Prozent Maissilage, 9,5 Prozent Biertrebern, einem Prozent Stroh und einem halben Prozent Melasse als Kleber und Geschmacksaufwerter. Schrot- und Mineralstoffanteil stimmt er auf 26 Liter Milch ab. „Eiweiß ergänze ich über Raps, Soja und Maiskraftfutter, bei dem die Stärke herausgelöst wurde“, berichtet Johannes. „Die Energie kommt aus Mais, Weizen, Gerste und Trockenschnitzel."
Die Mischration besteht aus 64 Prozent Grassilage, 25 Prozent Maissilage, 9,5 Prozent Biertrebern, einem Prozent Stroh und einem halben Prozent Melasse als Kleber und Geschmacksaufwerter. Schrot- und Mineralstoffanteil stimmt er auf 26 Liter Milch ab. „Eiweiß ergänze ich über Raps, Soja und Maiskraftfutter, bei dem die Stärke herausgelöst wurde“, berichtet Johannes. „Die Energie kommt aus Mais, Weizen, Gerste und Trockenschnitzel."
Aus zwei mach drei
Er mischt zuerst Gras-, Maissilage und Biertrebern zehn Minuten lang, dann gibt er Melasse, Schrot, Mineralstoffe und Salz dazu und mischt nochmal etwa fünf Minuten lang. „Diese Mischung bekommen Kalbinnen und Trockensteher drei Wochen vor dem Abkalben sowie die melkenden Kühe“, erklärt der Landwirt. „Wobei ich den Melkenden zusätzlich Kalk aufs Futter im Barn streue.“ Diese Ration mischt er täglich einmal frisch und die Kühe können den ganzen Tag lang fressen.
Eine weitere Mischung aus Grassilage und Stroh oder Heu bekommen Trockensteher und Kalbinnen. Kalk, Mineralstoffe und Salz gibt es extra. Diese Ration mischt er im Winter alle drei und im Sommer alle zwei Tage frisch.
Eine weitere Mischung aus Grassilage und Stroh oder Heu bekommen Trockensteher und Kalbinnen. Kalk, Mineralstoffe und Salz gibt es extra. Diese Ration mischt er im Winter alle drei und im Sommer alle zwei Tage frisch.
Drei Silos – drei Qualitäten
Die Lage des Hanges nach Süden oder Norden bestimmt bei Büchingers den Zeitpunkt der Silageernte und die Reihenfolge beim Befüllen. „Nach Süden ausgerichtete Wiesen silieren wir in der Regel sieben bis 14 Tage früher als nordseitige“, erklären Johannes und Veronika. „So bringen wir die ersten drei Schnitte vom Südhang in den ersten und die drei Schnitte vom Nordhang in den zweiten Silo ein.“ Beide Silos schließen sie danach mit einer Schicht Maissilage ab. In den dritten Silo kommen der vierte Schnitt, dann eine Maisschicht und der fünfte Schnitt macht den Abschluss.
Nord-/Südausrichtung der Flächen ist Herausforderung
„Jede Silage setzt sich schon allein aufgrund der Nord- oder Südausrichtung der Fläche anders zusammen“, so die beiden. „Sie unterscheiden sich bei der Zusammensetzung des Aufwuchses und vom Erntezeitpunkt. Auch das Wetter spielt eine große Rolle. Nordseitige Hänge brauchen lange, bis sie befahrbar sind.“ Damit die Futterqualität stimmt, legen sie den Schwerpunkt auf die Zusammensetzung der Gräser, die Wühlmaus- und die Ampferbekämpfung. Alle fünf bis sechs Jahre säen sie die Flächen vorrangig mit Knaul- und Raygras, Wiesenrispe und Rotklee nach.
Sie bevorzugen die Nachsaat in der zweiten Augusthälfte, weil dann schon genügend Tau für die kleinen Pflanzen vorhanden ist und das zu Beginn nicht so winterharte Raygras sich noch ausreichend entwickeln kann. Als weiterer Termin kommt für sie die Nachsaat nach der Ernte des ersten Schnittes in Frage. „Der zweite Schnitt steht ohnehin nicht lange und wird auch nicht so hoch“, begründen die beiden.
Im Frühjahr verschlauchen sie kurz vor dem Wiesenstriegeln zehn bis 15 Kubikmeter Gülle je Hektar Das tun sie nach jedem Schnitt. „Nur im Juli und August, wenn kein Regen in Sicht ist, bringen wir statt Gülle Mineraldünger aus“, erklären Johannes und Veronika. „Der Güllestickstoff würde sonst verdunsten.“ Die Fortschritte auf der Wiese sehen die beiden im Silo, bei der Fruchtbarkeit der Kühe und am Ende im Milchtank.
Sie bevorzugen die Nachsaat in der zweiten Augusthälfte, weil dann schon genügend Tau für die kleinen Pflanzen vorhanden ist und das zu Beginn nicht so winterharte Raygras sich noch ausreichend entwickeln kann. Als weiterer Termin kommt für sie die Nachsaat nach der Ernte des ersten Schnittes in Frage. „Der zweite Schnitt steht ohnehin nicht lange und wird auch nicht so hoch“, begründen die beiden.
Im Frühjahr verschlauchen sie kurz vor dem Wiesenstriegeln zehn bis 15 Kubikmeter Gülle je Hektar Das tun sie nach jedem Schnitt. „Nur im Juli und August, wenn kein Regen in Sicht ist, bringen wir statt Gülle Mineraldünger aus“, erklären Johannes und Veronika. „Der Güllestickstoff würde sonst verdunsten.“ Die Fortschritte auf der Wiese sehen die beiden im Silo, bei der Fruchtbarkeit der Kühe und am Ende im Milchtank.
Mais für Silage zugekauft
Den Mais für die Silage kaufen Büchingers von einem Partnerbetrieb zu. „Ein Lohnunternehmer erntet jedes Jahr für uns zwei bis drei Hektar Mais“, berichten die beiden. „Anteilen und Walzen erledigen wir selbst.“ Johannes kontrolliert, wann der Mais geerntet werden soll und behält so die Qualität in der Hand. „Ich will die Silage nicht zu trocken ernten, weil sonst die Gefahr für Fehlgärungen hoch ist“, so der Landwirt.
Als Mitgliedes des Arbeitskreises Milch schätzt er es, seine Kennzahlen mit anderen Betrieben zu vergleichen, Betriebe von Kollegen zu besuchen und Probleme vor Ort mit ihnen zu besprechen. „Jeder bringt Lösungsvorschläge ein“, so Johannes. „Davon profitieren alle."
Als Mitgliedes des Arbeitskreises Milch schätzt er es, seine Kennzahlen mit anderen Betrieben zu vergleichen, Betriebe von Kollegen zu besuchen und Probleme vor Ort mit ihnen zu besprechen. „Jeder bringt Lösungsvorschläge ein“, so Johannes. „Davon profitieren alle."
Tipp für Neueinsteiger
Neueinsteigern in das Online Rationsprogramm empfiehlt Johannes, dass sie sich gleich nach der Einschulung rasch einarbeiten und bei aller Technik die Grundfutterqualität nicht aus den Augen verlieren. „Das beste Programm und die ausgefeilteste Ration hilft nichts, wenn die Qualität des Grundfutters nicht stimmt“, sind sich Johannes und Veronika einig. „Denn die Futterqualität bestimmt Fruchtbarkeit und Eutergesundheit."
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