11.12.2017 |
von Mag. Eva Lechner
Weinviertler Bodentag: Bauern und landwirtschaftliche Fachschulen arbeiten für den Schutz des Bodens
In den hügeligen Anbaugebieten der Bezirke Korneuburg und Hollabrunn ist es in den letzten Jahren nach Starkregenereignissen wiederholt zu heftigen Abschwemmungen gekommen. Neben der Beeinträchtigung von öffentlichen Flächen und Einrichtungen sowie Privatgrundstücken geht damit die wertvolle Produktionsgrundlage Boden verloren. Im Rahmen eines Projektes der Bezirksbauernkammern Korneuburg und Hollabrunn haben in den letzten beiden Jahren engagierte Landwirte Erfahrungen mit erosionsmindernden Maßnahmen gesammelt und in der Praxis weiter entwickelt. Standen keine geeigneten Maschinenlösungen der Landtechnikindustrie zur Verfügung, wurden diese sogar in Eigeninitiative gebaut. Diese Praxisversuche werden im Rahmen von Exkursionen und Fachinformationen anderen Landwirten gezeigt um einen möglichst breiten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Zusätzlich soll auch der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung gezeigt werden, wie Landwirte ihr größtes Kapital „Den Boden“ schützen.
Maßnahmen zum Bodenschutz im Überblick
Eine wesentliche Grundlage für den Erosionsschutz wird durch eine Bodenbedeckung mittels Begrünung gelegt. Sie hinterlässt neben einer guten Durchwurzelung auch eine entsprechende Pflanzenmasse an der Bodenoberfläche. Die Wahl der geeigneten Kulturen und die Einbindung in die Fruchtfolge sind entscheidend für die Wirkung der Begrünung. Pflanzenwurzeln lockern und stabilisieren den Boden mechanisch. Doch auch ihre biologische Wirkung ist nicht von der Hand zu weisen: So sind die Pflanzenrückstände selbst einerseits Futter für das Bodenleben, das für eine stabile Bodenstruktur sehr wichtig ist. Andererseits ist eine hohe Bodenbedeckung mit Pflanzenresten nach einer Bodenbearbeitung bzw. Saat entscheidend für den Erosionsschutz. Der technische Fortschritt in der Sätechnik ermöglicht eine weitgehend störungsfreie Aussaat in die Mulchschicht. Speziell bei den erosionsanfälligeren Reihenkulturen sind Bewirtschaftungsmaßnahmen gefordert, die den Erdabtrag reduzieren können.
Fachschulen zeigten Möglichkeiten auf
Auch die landwirtschaftlichen Fachschulen in NÖ arbeiten seit Jahren intensiv am Thema Bodenschutz. Versuche dieser Bildungseinrichtungen zeigen, welche positiven Effekte eine reduzierte Bodenbearbeitung bis hin zur Direktsaat sowie der Anbau von Begrünungen haben. Eine höhere Bodenbedeckung, stabilere Bodenaggregate und ein besseres Wasseraufnahmevermögen können Wasserabfluss und Bodenabtrag reduzieren. Eine längerfristige Ertragssicherung ist damit unter trockenen Anbaubedingungen möglich.