22. Grünland- und Viehwirtschaftstag
Am 12. Februar 2026 fand in der Landwirtschaftlichen Fachschule Warth der 22. Grünland- und Viehwirtschaftstag statt, gemeinsam veranstaltet von den Bezirksbauernkammern Neunkirchen und Wiener Neustadt sowie der Raiffeisen Lagerhaus GmbH. Themen waren diesmal die Auswirkungen des Mercosur-Abkommens, die Bekämpfung von Schadnagern sowie Kommunikationstipps für tierhaltende Betriebe. LKR Annette Glatzl konnte auch drei Schulklassen der Fachschule begrüßen!
Dr. Franz Sinabell vom WIFO beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit internationalen Handelsabkommen und ihren Auswirkungen auf die europäische und österreichische Landwirtschaft. Mercosur wurde viele Jahre lang zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay verhandelt und in Österreich sehr kontrovers diskutiert.
Sinabell konnte dem interessierten Publikum durchaus positive Informationen geben. Denn die objektiven Daten und Zahlen zeichnen kein düsteres Bild, sondern prognostizieren merkliche Vorteile und Exportchancen nicht nur für Wirtschaft und Industrie. Auch die heimische Landwirtschaft wird demnach für ihre Produkte neue Absatzmärkte erhalten, auf denen die hochwertigen Lebensmittel verkauft werden können (z.B. Milch, Wein). Sinabell spricht in diesem Zusammenhang von größeren Vorteilen für Europa als für die südamerikanischen Staaten. In einzelnen Bereichen wie die Rinderwirtschaft ist allerdings mit etwas mehr Importen zu rechnen.
Mercosur ist jedenfalls kein Freihandelsabkommen im Bereich der Agrargüter. Diese können nicht ungehindert gehandelt werden, sondern unterliegen immer noch einem Quotensystem. Damit überwiegen die Vorteile deutlich gegenüber wenigen Nachteilen in einzelnen Bereichen unserer Agrarwirtschaft.
Hans Kallinger, Rinderspezialist und Teamleiter der Firma Garant, ging in seinem Referat auf die professionelle Bekämpfung von Ratten und Mäusen ein. Die Schadnagerplage verschärft sich nämlich zunehmend. Ein wesentliches Problem liegt im Verhalten der Menschen, Müll wird achtlos im Freien entsorgt, Essensreste werden über die Toilette entsorgt und Mülltonnen vor allem an Raststationen gehen regelrecht über. Besonders landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Futtermittel- und Getreidelagern sind betroffen. Da diese Tiere enorm hohe Vermehrungsraten aufweisen und darüber hinaus sehr intelligent sind, sind effektive Maßnahmen sehr wichtig.
Zur gezielten Bekämpfung von Schadnagern stehen mittlerweile zahlreiche neue Mittel am Markt zur Verfügung. Für deren Kauf, Lagerung und Einsatz ist jedoch seit 1.1.2026 eine spezielle Schulung unbedingt erforderlich, die aber einfach online über das LFI absolviert werden kann. Der entsprechende Nachweis kann dann im Lagerhaus vorgelegt werden und ist fünf Jahre lang gültig.
Kallinger wies darauf hin, dass die Wirkstoffe von sogenannte „Rodentiziden“ nicht nur auf Schadnager, sondern gleichermaßen auf Katzen, Hunde und Menschen wirken und daher besondere Vorsicht bei ihrer Anwendung geboten ist. Köder dürfen ausschließlich in versperrbaren Köderboxen ausgelegt werden. Ebenso müssen verendete Ratten ordnungsgemäß über die Tierkörperverwertung entsorgt werden, da die Wirkstoffe schwer abbaubar sind und von anderen Tieren wieder aufgenommen werden können.
DI Bernadette Laister ist in der Abteilung Agrarkommunikation der NÖ Landwirtschaftskammer tätig. Sie referierte zum Thema „Unsere Tiere – unsere Haltung“ und gab dabei wertvolle Ratschläge, worauf man achten muss, wenn man über die tierhaltende Landwirtschaft informieren möchte.
In der heutigen Gesellschaft halten sich zunehmend falsche Vorstellungen, weil der Bezug zum Bauernhof verloren gegangen ist. So stammen auch immer weniger Kinder aus landwirtschaftlichen Familien. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die ohne entsprechendes Wissen z.B. bei der Haltung von Tieren und der Erzeugung tierischer Lebensmittel mitreden wollen.
In der Kommunikation geht es sehr stark darum, Emotion zu erzeugen. Das Vermitteln von Information geschieht dann leichter, weil Emotionen helfen, Verständnis zu erzeugen. Auch die Werbung stellt die Landwirtschaft oft sehr idealisiert dar. Und Tiere emotionalisieren ganz besonders. Dazu kommen kritische Berichte in den Medien und die bewusste Skandalisierung durch kleine, aber sehr laute Gruppen.
Wie kann man dann als Halter:in von Nutztieren das eigene Handeln den Konsumenten vermitteln? Indem man sich bewusst macht, dass gerade der persönliche Kontakt den größten Einfluss auf die Meinungsbildung hat. Niemand ist glaubwürdiger als diejenige Person, die über ihre eigenen Erfahrungen und Arbeit berichten kann. Dabei muss man auch auf Kritik eingehen können und erklären, anstatt sich zu verteidigen. Bäuerinnen und Bauern haben jedenfalls Vorbildfunktion!
Lagerhaus-Obmann DI Peter Stangl fasste abschließend die Vorträge kurz zusammen und bedankte sich ausdrücklich beim scheidenden Mitarbeiter Markus Pichelbauer für die langjährige Mitorganisation des Grünlandtages. Der neue RLG-Geschäftsführer Harald Herber stellte sich dem Publikum vor und beendete mit einer Einladung zum gemeinsamen Mittagessen in der Schulküche den diesjährigen Grünland- und Viehwirtschaftstag.
Dr. Franz Sinabell vom WIFO beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit internationalen Handelsabkommen und ihren Auswirkungen auf die europäische und österreichische Landwirtschaft. Mercosur wurde viele Jahre lang zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay verhandelt und in Österreich sehr kontrovers diskutiert.
Sinabell konnte dem interessierten Publikum durchaus positive Informationen geben. Denn die objektiven Daten und Zahlen zeichnen kein düsteres Bild, sondern prognostizieren merkliche Vorteile und Exportchancen nicht nur für Wirtschaft und Industrie. Auch die heimische Landwirtschaft wird demnach für ihre Produkte neue Absatzmärkte erhalten, auf denen die hochwertigen Lebensmittel verkauft werden können (z.B. Milch, Wein). Sinabell spricht in diesem Zusammenhang von größeren Vorteilen für Europa als für die südamerikanischen Staaten. In einzelnen Bereichen wie die Rinderwirtschaft ist allerdings mit etwas mehr Importen zu rechnen.
Mercosur ist jedenfalls kein Freihandelsabkommen im Bereich der Agrargüter. Diese können nicht ungehindert gehandelt werden, sondern unterliegen immer noch einem Quotensystem. Damit überwiegen die Vorteile deutlich gegenüber wenigen Nachteilen in einzelnen Bereichen unserer Agrarwirtschaft.
Hans Kallinger, Rinderspezialist und Teamleiter der Firma Garant, ging in seinem Referat auf die professionelle Bekämpfung von Ratten und Mäusen ein. Die Schadnagerplage verschärft sich nämlich zunehmend. Ein wesentliches Problem liegt im Verhalten der Menschen, Müll wird achtlos im Freien entsorgt, Essensreste werden über die Toilette entsorgt und Mülltonnen vor allem an Raststationen gehen regelrecht über. Besonders landwirtschaftliche Betriebe mit ihren Futtermittel- und Getreidelagern sind betroffen. Da diese Tiere enorm hohe Vermehrungsraten aufweisen und darüber hinaus sehr intelligent sind, sind effektive Maßnahmen sehr wichtig.
Zur gezielten Bekämpfung von Schadnagern stehen mittlerweile zahlreiche neue Mittel am Markt zur Verfügung. Für deren Kauf, Lagerung und Einsatz ist jedoch seit 1.1.2026 eine spezielle Schulung unbedingt erforderlich, die aber einfach online über das LFI absolviert werden kann. Der entsprechende Nachweis kann dann im Lagerhaus vorgelegt werden und ist fünf Jahre lang gültig.
Kallinger wies darauf hin, dass die Wirkstoffe von sogenannte „Rodentiziden“ nicht nur auf Schadnager, sondern gleichermaßen auf Katzen, Hunde und Menschen wirken und daher besondere Vorsicht bei ihrer Anwendung geboten ist. Köder dürfen ausschließlich in versperrbaren Köderboxen ausgelegt werden. Ebenso müssen verendete Ratten ordnungsgemäß über die Tierkörperverwertung entsorgt werden, da die Wirkstoffe schwer abbaubar sind und von anderen Tieren wieder aufgenommen werden können.
DI Bernadette Laister ist in der Abteilung Agrarkommunikation der NÖ Landwirtschaftskammer tätig. Sie referierte zum Thema „Unsere Tiere – unsere Haltung“ und gab dabei wertvolle Ratschläge, worauf man achten muss, wenn man über die tierhaltende Landwirtschaft informieren möchte.
In der heutigen Gesellschaft halten sich zunehmend falsche Vorstellungen, weil der Bezug zum Bauernhof verloren gegangen ist. So stammen auch immer weniger Kinder aus landwirtschaftlichen Familien. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die ohne entsprechendes Wissen z.B. bei der Haltung von Tieren und der Erzeugung tierischer Lebensmittel mitreden wollen.
In der Kommunikation geht es sehr stark darum, Emotion zu erzeugen. Das Vermitteln von Information geschieht dann leichter, weil Emotionen helfen, Verständnis zu erzeugen. Auch die Werbung stellt die Landwirtschaft oft sehr idealisiert dar. Und Tiere emotionalisieren ganz besonders. Dazu kommen kritische Berichte in den Medien und die bewusste Skandalisierung durch kleine, aber sehr laute Gruppen.
Wie kann man dann als Halter:in von Nutztieren das eigene Handeln den Konsumenten vermitteln? Indem man sich bewusst macht, dass gerade der persönliche Kontakt den größten Einfluss auf die Meinungsbildung hat. Niemand ist glaubwürdiger als diejenige Person, die über ihre eigenen Erfahrungen und Arbeit berichten kann. Dabei muss man auch auf Kritik eingehen können und erklären, anstatt sich zu verteidigen. Bäuerinnen und Bauern haben jedenfalls Vorbildfunktion!
Lagerhaus-Obmann DI Peter Stangl fasste abschließend die Vorträge kurz zusammen und bedankte sich ausdrücklich beim scheidenden Mitarbeiter Markus Pichelbauer für die langjährige Mitorganisation des Grünlandtages. Der neue RLG-Geschäftsführer Harald Herber stellte sich dem Publikum vor und beendete mit einer Einladung zum gemeinsamen Mittagessen in der Schulküche den diesjährigen Grünland- und Viehwirtschaftstag.