Auch in Zukunft das Beste für unsere Betriebe rausholen
Seit 2018 sind Sie Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ. Was war Ihnen dabei immer besonders wichtig?
Das, was die ureigenste Aufgabe einer Interessenvertretung ist, nämlich die betriebswirtschaftliche Situation der Höfe zu verbessern. Als Landwirtschaftskammer NÖ haben wir außerdem immer auf Versorgungssicherheit gesetzt, sei es bei Lebensmitteln oder bei Energie. Dafür brauchen wir aber produzierende und wirtschaftlich lebensfähige Betriebe. Ein großes Thema war und ist die Anpassung an den Klimawandel. Der heurige Sommer hat uns die Notwendigkeit dafür wieder sehr deutlich vor Augen geführt. Ein wichtiger Baustein ist hier das Kompetenzzentrum Bewässerung, das wir gemeinsam mit dem Land NÖ ins Leben gerufen haben. Auch in der Digitalisierung und Automatisierung haben wir wichtige Schritte gesetzt. Mit der Weiterentwicklung der Bildungswerkstatt Mold zur LK-Technik Mold haben wir ein zukunftsfähiges Kompetenzzentrum für neue Technologien und Innovationen geschaffen. Ein besonderes Anliegen war mir immer der Schutz des Eigentums. Als Interessenvertretung konnten wir viele Begehrlichkeiten abwenden und drohende Vermögens- und Eigentumssteuern verhindern. Auch steuerliche Erleichterungen und Verbesserungen haben wir erreicht, etwa die Absicherung des Einheitswertes. Wir haben uns an vielen Fronten für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern eingesetzt.
Das, was die ureigenste Aufgabe einer Interessenvertretung ist, nämlich die betriebswirtschaftliche Situation der Höfe zu verbessern. Als Landwirtschaftskammer NÖ haben wir außerdem immer auf Versorgungssicherheit gesetzt, sei es bei Lebensmitteln oder bei Energie. Dafür brauchen wir aber produzierende und wirtschaftlich lebensfähige Betriebe. Ein großes Thema war und ist die Anpassung an den Klimawandel. Der heurige Sommer hat uns die Notwendigkeit dafür wieder sehr deutlich vor Augen geführt. Ein wichtiger Baustein ist hier das Kompetenzzentrum Bewässerung, das wir gemeinsam mit dem Land NÖ ins Leben gerufen haben. Auch in der Digitalisierung und Automatisierung haben wir wichtige Schritte gesetzt. Mit der Weiterentwicklung der Bildungswerkstatt Mold zur LK-Technik Mold haben wir ein zukunftsfähiges Kompetenzzentrum für neue Technologien und Innovationen geschaffen. Ein besonderes Anliegen war mir immer der Schutz des Eigentums. Als Interessenvertretung konnten wir viele Begehrlichkeiten abwenden und drohende Vermögens- und Eigentumssteuern verhindern. Auch steuerliche Erleichterungen und Verbesserungen haben wir erreicht, etwa die Absicherung des Einheitswertes. Wir haben uns an vielen Fronten für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern eingesetzt.
Bei Ihrem Amtsantritt haben Sie sich als Brückenbauer zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft bezeichnet.
Da haben wir einiges zustande gebracht. Unter anderem haben wir eine eigene Abteilung Agrarkommunikation in der Landwirtschaftskammer NÖ aufgebaut, wo wir genau das tun, nämlich die Land- und Forstwirtschaft erklären. Da sind wir absolut professionell aufgestellt: von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über die Homepage „Landwirtschaft verstehen“ bis hin zu Social Media – da haben wir eigene Kanäle zu den Konsument:innen hin aufgebaut. Auch in Richtung Lehrkräfte sind wir gut unterwegs. Mit den Magazinen „Landwirtschaft Kids“ und „Landwirtschaft Junior“ haben wir neue Formate geschaffen, die sehr gut ankommen.
Da haben wir einiges zustande gebracht. Unter anderem haben wir eine eigene Abteilung Agrarkommunikation in der Landwirtschaftskammer NÖ aufgebaut, wo wir genau das tun, nämlich die Land- und Forstwirtschaft erklären. Da sind wir absolut professionell aufgestellt: von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über die Homepage „Landwirtschaft verstehen“ bis hin zu Social Media – da haben wir eigene Kanäle zu den Konsument:innen hin aufgebaut. Auch in Richtung Lehrkräfte sind wir gut unterwegs. Mit den Magazinen „Landwirtschaft Kids“ und „Landwirtschaft Junior“ haben wir neue Formate geschaffen, die sehr gut ankommen.
Als Präsident haben wir Sie oft
als Kapitän auf stürmischer See erlebt. Österreich ist von einer Krise in die nächste geschlittert. Wie haben Sie die Landwirtschaftskammer NÖ und die Land- & Forstwirtschaft da durchmanövriert?
Ja, die Zeit war tatsächlich permanent von Krisen geprägt. Gleich 2020 ist Corona gekommen, das war gesamtgesellschaftlich wohl die größte Herausforderung. Dann der Krieg in der Ukraine mit all den weltpolitischen Veränderungen, den Verwerfungen auf den Märkten und den rasanten Preisanstiegen bei Betriebsmitteln. Der Konflikt im Iran hat das alles nochmals verschärft. Für die Landwirtschaft aber war die Maul- und Klauenseuche 2025 die gravierendste aller Krisen. Sie war eine direkte wirtschaftliche Bedrohung für unsere tierhaltenden Betriebe. Eigentlich hat jede meiner Funktionsperioden mit einer Krise begonnen. Die Angelobung 2020 fand online und mit Maske statt. 2025 mussten wir zur Angelobung über einen Seuchenteppich gehen. Während all dieser herausfordernden Zeiten hat die Landwirtschaftskammer NÖ als Serviceeinrichtung stets rasch reagiert, um die Bäuerinnen und Bauern bestmöglich zu informieren und um einsatzbereit zu bleiben. Während Corona hat die MFA-Abwicklung trotz Lockdown reibungslos funktioniert. Bei der Maul- und Klauenseuche haben wir sofort Schulungen und Webinare aufgezogen. Wie kann ich meinen Hof, meine Tiere schützen? Dazu kam die enge Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizin, dem Land NÖ und der Exekutive. Als Landwirtschaftskammer NÖ haben wir gemeinsam mit dem Burgenland veranlasst, dass manche Grenzen dichtgemacht wurden. Wir haben uns für härtere Grenzkontrollen samt Seuchenteppichen eingesetzt.
Ja, die Zeit war tatsächlich permanent von Krisen geprägt. Gleich 2020 ist Corona gekommen, das war gesamtgesellschaftlich wohl die größte Herausforderung. Dann der Krieg in der Ukraine mit all den weltpolitischen Veränderungen, den Verwerfungen auf den Märkten und den rasanten Preisanstiegen bei Betriebsmitteln. Der Konflikt im Iran hat das alles nochmals verschärft. Für die Landwirtschaft aber war die Maul- und Klauenseuche 2025 die gravierendste aller Krisen. Sie war eine direkte wirtschaftliche Bedrohung für unsere tierhaltenden Betriebe. Eigentlich hat jede meiner Funktionsperioden mit einer Krise begonnen. Die Angelobung 2020 fand online und mit Maske statt. 2025 mussten wir zur Angelobung über einen Seuchenteppich gehen. Während all dieser herausfordernden Zeiten hat die Landwirtschaftskammer NÖ als Serviceeinrichtung stets rasch reagiert, um die Bäuerinnen und Bauern bestmöglich zu informieren und um einsatzbereit zu bleiben. Während Corona hat die MFA-Abwicklung trotz Lockdown reibungslos funktioniert. Bei der Maul- und Klauenseuche haben wir sofort Schulungen und Webinare aufgezogen. Wie kann ich meinen Hof, meine Tiere schützen? Dazu kam die enge Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizin, dem Land NÖ und der Exekutive. Als Landwirtschaftskammer NÖ haben wir gemeinsam mit dem Burgenland veranlasst, dass manche Grenzen dichtgemacht wurden. Wir haben uns für härtere Grenzkontrollen samt Seuchenteppichen eingesetzt.
Wie haben Sie Ihre Rolle als Kammerpräsident angelegt?
Mit dem Ohr bei den Bäuerinnen und Bauern und gleichzeitig als Verhandler ihrer Interessen. Einerseits hier in St. Pölten, andererseits in Wien im Parlament. Ich hatte die politische Steuerungsrolle inne. Entscheidend dabei ist ein gutes Team an Funktionär:innen und Mitarbeiter:innen sowie Verbänden, die hinter einem stehen. Die enge Zusammenarbeit mit meinen beiden Vizepräsidenten Lorenz Mayr und Andrea Wagner sowie mit Kammerdirektor Franz Raab war immer fruchtbringend. Wir haben alles auf geteilten Schultern getragen. Außerdem war es mir immer wichtig, ein starkes Netzwerk aufzubauen. Hin zur Landesregierung, hin zur Bundesregierung, aber auch bis in die Europäische Kommission hinein. Dabei habe ich immer den Dialog gesucht, auch über Parteigrenzen hinweg. Die Summe aus allem macht eine erfolgreiche Interessenvertretung aus.
Mit dem Ohr bei den Bäuerinnen und Bauern und gleichzeitig als Verhandler ihrer Interessen. Einerseits hier in St. Pölten, andererseits in Wien im Parlament. Ich hatte die politische Steuerungsrolle inne. Entscheidend dabei ist ein gutes Team an Funktionär:innen und Mitarbeiter:innen sowie Verbänden, die hinter einem stehen. Die enge Zusammenarbeit mit meinen beiden Vizepräsidenten Lorenz Mayr und Andrea Wagner sowie mit Kammerdirektor Franz Raab war immer fruchtbringend. Wir haben alles auf geteilten Schultern getragen. Außerdem war es mir immer wichtig, ein starkes Netzwerk aufzubauen. Hin zur Landesregierung, hin zur Bundesregierung, aber auch bis in die Europäische Kommission hinein. Dabei habe ich immer den Dialog gesucht, auch über Parteigrenzen hinweg. Die Summe aus allem macht eine erfolgreiche Interessenvertretung aus.
Was hat Sie jetzt dazu bewogen, Ihr Amt zu übergeben?
Ich habe das Privileg, NICHT gehen zu müssen, das ist etwas Besonderes in Zeiten wie diesen. Mit meiner neuen Funktion als Europäischer Weinbaupräsident verlagert sich meine Arbeitstätigkeit aber zunehmend auf die europäische Ebene. Ein Amt wie das des Kammerpräsidenten kann man nur gut ausfüllen, wenn man in direktem Kontakt steht, zu den Bäuerinnen und Bauern, aber auch zu den politischen Entscheidungsträger:innen. Das geht nur mit vielen Terminen und einer räumlichen Nähe. Das lässt sich nicht delegieren. Und da ist für mich ein Zeitmanko entstanden. Mit meinen zusätzlichen Aufgaben auf EU-Ebene ist sich das dann irgendwann nicht mehr ausgegangen. Ich habe jung in der Politik begonnen. Seit über 20 Jahren bin ich in agrarpolitischen Führungspositionen. Ich habe für mich entschieden, dass ich auch außerhalb der Politik noch etwas entwickeln möchte. Vom Zeitpunkt her passt es jetzt. Wir sind drei Jahre vor der Kammerwahl und mit Lorenz Mayr als meinem Nachfolger werden wir einen wirklich gut eingearbeiteten Präsidenten haben. Meine Funktionen auf EU-Ebene, einerseits im Europarat und andererseits als ehrenamtlicher Präsident des Europäischen Weinbauverbandes, eröffnen mir in der Brüsseler Agrarpolitik gewisse Zugänge. Und es ist mein Plan, diese auch zu nutzen. Gerade jetzt, wo es um die künftige GAP geht, müssen wir schauen, wo wir etwas bewegen können. So werden wir mit doppelter Kraft die Interessen der NÖ Land- & Forstwirtschaft auf zwei Ebenen vertreten. Lorenz Mayr als neuer Kammerpräsident und ich auf europäischer Ebene sowie in meiner Funktion als Nationalrat. So holen wir auch künftig das Beste für unsere bäuerlichen Familienbetriebe raus.
Ich habe das Privileg, NICHT gehen zu müssen, das ist etwas Besonderes in Zeiten wie diesen. Mit meiner neuen Funktion als Europäischer Weinbaupräsident verlagert sich meine Arbeitstätigkeit aber zunehmend auf die europäische Ebene. Ein Amt wie das des Kammerpräsidenten kann man nur gut ausfüllen, wenn man in direktem Kontakt steht, zu den Bäuerinnen und Bauern, aber auch zu den politischen Entscheidungsträger:innen. Das geht nur mit vielen Terminen und einer räumlichen Nähe. Das lässt sich nicht delegieren. Und da ist für mich ein Zeitmanko entstanden. Mit meinen zusätzlichen Aufgaben auf EU-Ebene ist sich das dann irgendwann nicht mehr ausgegangen. Ich habe jung in der Politik begonnen. Seit über 20 Jahren bin ich in agrarpolitischen Führungspositionen. Ich habe für mich entschieden, dass ich auch außerhalb der Politik noch etwas entwickeln möchte. Vom Zeitpunkt her passt es jetzt. Wir sind drei Jahre vor der Kammerwahl und mit Lorenz Mayr als meinem Nachfolger werden wir einen wirklich gut eingearbeiteten Präsidenten haben. Meine Funktionen auf EU-Ebene, einerseits im Europarat und andererseits als ehrenamtlicher Präsident des Europäischen Weinbauverbandes, eröffnen mir in der Brüsseler Agrarpolitik gewisse Zugänge. Und es ist mein Plan, diese auch zu nutzen. Gerade jetzt, wo es um die künftige GAP geht, müssen wir schauen, wo wir etwas bewegen können. So werden wir mit doppelter Kraft die Interessen der NÖ Land- & Forstwirtschaft auf zwei Ebenen vertreten. Lorenz Mayr als neuer Kammerpräsident und ich auf europäischer Ebene sowie in meiner Funktion als Nationalrat. So holen wir auch künftig das Beste für unsere bäuerlichen Familienbetriebe raus.
Also können sich Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern auch in Zukunft auf Sie verlassen?
Absolut. Solange ich ein politisches Amt innehabe, werde ich mich für Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern einsetzen. Meine politische Karriere verdanke ich dem NÖ Bauernbund, daher sehe ich das auch als meine Verpflichtung.
Absolut. Solange ich ein politisches Amt innehabe, werde ich mich für Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern einsetzen. Meine politische Karriere verdanke ich dem NÖ Bauernbund, daher sehe ich das auch als meine Verpflichtung.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft und für Ihre Familie?
Gesundheit, den erfolgreichen Fortbestand unseres Betriebes und mehr Zeit füreinander.
Gesundheit, den erfolgreichen Fortbestand unseres Betriebes und mehr Zeit füreinander.
Für die Bäuerinnen & Bauern?
Dass wir anpassungsfähig bleiben und gesetzliche Rahmenbedingungen haben, damit wir gut wirtschaften können.
Dass wir anpassungsfähig bleiben und gesetzliche Rahmenbedingungen haben, damit wir gut wirtschaften können.
Was wünschen Sie Lorenz Mayr und der Landwirtschaftskammer NÖ?
Ich wünsche ihm, dass er von den Funktionär:innen und Mitarbeiter:innen sowie den Verbänden genauso getragen wird, wie ich es erleben durfte. Und dass er so weitermacht, wie er es bisher gezeigt hat. Ich halte ihn für einen echt starken Agrarpolitiker.
Ich wünsche ihm, dass er von den Funktionär:innen und Mitarbeiter:innen sowie den Verbänden genauso getragen wird, wie ich es erleben durfte. Und dass er so weitermacht, wie er es bisher gezeigt hat. Ich halte ihn für einen echt starken Agrarpolitiker.
Der Politiker & Mensch
Johannes Schmuckenschlager ist Familienvater,
Winzer und Heurigenwirt in Klosterneuburg.
Seit 2008 sitzt er im Nationalrat, seit 2013 ist er
Österreichischer Weinbaupräsident. Von 2018 bis 2026 war er Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ. Seit Kurzem ist er auch auf EU-Ebene aktiv, einerseits im Europarat, andererseits als Präsident des Europäischen Weinbauverbandes.