Boden nach extremer Trockenheit – Was wichtig ist!
Wie schnell erholt sich der Boden?
Das Bodenleben kann sich erstaunlich schnell regenerieren. Vorausgesetzt, es ist wieder ausreichend Wasser und Nahrung vorhanden.
- Tage bis Wochen: Mit ausreichend Feuchtigkeit und Regen steigt die mikrobielle Aktivität rasch wieder an.
- Wochen bis Monate: Die Zusammensetzung der Mikroorganismen und die Nährstoffkreisläufe haben sich wieder normalisiert.
- Monate bis Jahre: Regenwurmpopulationen, Bodenstruktur und biologische Vielfalt können länger für die Erholung benötigen.
- Mehrjährige Folgen: Bei extremen oder wiederkehrenden Dürren können sich Pflanzenbewuchs, Zusammensetzung der Mikro- und Makroorganismen usw. mit den Jahren verändern.
Was passiert beim ersten Regen?
Nach der Trockenphase wird das Bodenleben wieder „anspringen“. Abgestorbenes Pflanzenmaterial und leicht verfügbare organische Substanz werden umgesetzt. Die Folge: es können kurzfristig größere Mengen an Nährstoffen (beispielsweise Stickstoff oder Kohlenstoff) freigesetzt werden.
Für Praktikerinnen und Praktiker bedeutet das, dass man nach einer langen Dürre nicht automatisch von einem Nährstoffmangel ausgehen darf!
Können dauerhafte Schäden entstehen?
Vor allem die „Minis“ (Bakterien, Pilze) erholen sich erstaunlich schnell und Schäden werden wahrscheinlich keine zurückbleiben.
Kritischer sind physikalische Schäden zu bewerten:
Kritischer sind physikalische Schäden zu bewerten:
- Verlust von Humus und organischer Substanz, Absterben der Wurzelmasse, generell heuer zu wenig Aufbau von Pflanzenmasse
- Winderosion (auch aufgrund Bodenbearbeitung bei zu trockenen Bedingungen kombiniert mit starken Winden)
- Verschlämmung nach Starkregen und drohende Erosion
Können Landwirtinnen und Landwirte den Boden unterstützen?
- Boden schonen
Bodenbearbeitungsmaßnahmen gut abwägen – ein unnötiger Eingriff zur falschen Zeit stresst das Bodenleben und kann auch wieder zu Schäden führen (beispielsweise nach dem Regen kein Abwarten mit Bodenbearbeitung und Anbau: zu nass fördert Verdichtungen!). - Organische Substanz einbringen
Stroh, Ernterückstände, Kompost oder geeignete organische Dünger unterstützen den Wiederaufbau der biologischen Aktivität. - Bodenbedeckung
Zwischenfrüchte, Untersaaten und Ernterückstände schützen vor Starkregen, halten Feuchtigkeit und liefern Nahrung für Mikroorganismen. Die verminderte Temperatur an der Bodenoberfläche durch die Bedeckung fördert das Wachstum – im Besonderen auch das der Wurzeln, die mit ihren Ausscheidungen wiederum die Mikroorganismen beleben.
Die wichtigste Info zusammengefasst
Nach einer extremen Dürre kann sich das Bodenleben häufig innerhalb von Tagen bis Wochen wieder deutlich regenerieren. Die vollständige Erholung des Bodens und seines Ökosystems dauert aber länger.
Für Bäuerinnen und Bauern ist daher weniger die vorübergehend reduzierte Zahl an Mikroorganismen das größte Problem, entscheidend ist, ob Humus, Bodenstruktur und der Oberboden erhalten bleiben. Hier kann der dringend benötigte Regen durch Erosion schädigen, später können Verdichtungen durch zu rasches Eingreifen entstehen.
Wir müssen uns darauf einstellen, dass Trockenperioden künftig häufiger auftreten werden. Der Boden besitzt zwar eine hohe Regenerationsfähigkeit – doch wenn Trockenheit mit Erosion, Humusverlust, Verdichtung und dem Verlust von Bodenstruktur zusammentrifft, können daraus langfristige bis irreversible Schäden entstehen. Jetzt gilt es, den Boden zu schützen, damit er auch in Zukunft leistungsfähig und widerstandsfähig bleibt.
Für Bäuerinnen und Bauern ist daher weniger die vorübergehend reduzierte Zahl an Mikroorganismen das größte Problem, entscheidend ist, ob Humus, Bodenstruktur und der Oberboden erhalten bleiben. Hier kann der dringend benötigte Regen durch Erosion schädigen, später können Verdichtungen durch zu rasches Eingreifen entstehen.
Wir müssen uns darauf einstellen, dass Trockenperioden künftig häufiger auftreten werden. Der Boden besitzt zwar eine hohe Regenerationsfähigkeit – doch wenn Trockenheit mit Erosion, Humusverlust, Verdichtung und dem Verlust von Bodenstruktur zusammentrifft, können daraus langfristige bis irreversible Schäden entstehen. Jetzt gilt es, den Boden zu schützen, damit er auch in Zukunft leistungsfähig und widerstandsfähig bleibt.
Weitere Informationen unter www.bwsb.at.