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Bodenbedeckung ist Trumpf

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27.02.2026 | von DI Thomas Wallner

Demnächst enden bei den ÖPUL-Begrünungsvarianten (mit Ausnahme der Variante 6 – 21. März) die Begrünungszeiträume und somit werden sich schon manche Praktikerinnen und Praktiker mehr oder weniger intensive Gedanken zur Frühjahrsbodenbearbeitung machen. Generell soll die Devise gelten: „In der Ruhe liegt die Kraft!“ Wichtig: Bei Teilnahme am ÖPUL „Erosionsschutz Acker“ gilt, dass der Zeitraum zwischen der ersten Bodenbearbeitung und dem Anbau der Folgekultur maximal vier Wochen betragen darf.

Ziel 1: Maximale Bodenbedeckung – maximaler Boden- und Gewässerschutz!

Starkregenereignisse werden uns auch heuer höchstwahrscheinlich leider nicht erspart bleiben. Daher ist bei unseren Sommerkulturen ausreichend Bodenbedeckung das „A & O“. Gerade bei den spät schließenden Kulturen, wie Mais, Zuckerrüben und Soja, schafft die Direkt- oder Mulchsaat zur Vermeidung von Erosionen Abhilfe. Dabei gilt es, alles daran zu setzen, dass nach der Saat möglichst viel Mulchmaterial an der Oberfläche bleibt. Nur mit moderner Mulchsaatttechnik mit Scheibenscharen kann unter diesen Umständen störungsfrei gesät werden.
Starkregenereignisse können zu dramatischen Bodenverlusten führen. © BWSB/Wallner
Direktsaat.jpg © BWSB/Wallner
Mulch- bzw. Direktsaat schützt! Schlagteilungen durchführen! © BWSB/Wallner

Ziel 2: Mindestens 30 % Bodendeckung

Eine mindestens 30%ige Bodenbedeckung nach der Saat bietet einen guten Schutz, mehr Bodenbedeckung einen noch höheren. Sie lässt sich nur erreichen, wenn die Zwischenfrucht gut entwickelt in den Winter geht und wenn der Boden im Frühjahr möglichst seicht, bei trockenen Bedingungen (Spatenprobe!) und nicht intensiv bearbeitet wird. Eine optimal durchgeführte Mulchsaat (seichte Bodenbearbeitung, wenige Überfahrten, geringe Drehzahl, hohe Bodenbedeckung, trockene Bodenverhältnisse) – ohne Zerstörung der senkrechten Bodenporen – erzielt den geringsten Bodenabtrag und schützt somit auch unsere Oberflächengewässer. Je tiefer gelockert wird, desto höher ist der Bodenabtrag, wenn es zu einem Oberflächenabfluss kommt.
  • Tipp: Bodenbedeckung rasch am Feld ermitteln: SoilCover

Bevorzugte Abflussschneisen lokalisieren

Meistens ist bekannt, welche Flächen bzw. Schläge ganz besonders anfällig für Erdabträge sind. Hier gilt es, Maßnahmen zu setzen. Unterstützung bei der Lokalisierung der Flächen bietet auch der Inspire Agraratlas.
Erosion bei Mais.jpg © BWSB/Wallner
Erosion beim Mais – mit einer qualitativ hochwertigen Mulch- oder Direktsaat wäre das nicht passiert. © BWSB/Wallner

Fazit

Gerade in Zeiten zunehmender Starkregenereignisse entscheidet die Bodenbedeckung mehr denn je über Erosion, Bodenfruchtbarkeit und Gewässerschutz. Wer jetzt zur Frühjahrsbodenbearbeitung ansetzt, sollte daher mit Augenmaß handeln – ganz nach dem Motto: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Jede unnötige Überfahrt und jede zu intensive Lockerung erhöht das Risiko von Bodenabtrag und Oberflächenabfluss.

Eine konsequent umgesetzte Mulch- oder Direktsaat, insbesondere bei spät schließenden Kulturen wie Mais und Soja, leistet hier einen wesentlichen Beitrag. Entscheidend ist, dass möglichst viel organisches Material an der Oberfläche verbleibt und die senkrechten Bodenporen nicht zerstört werden. Eine Bodenbedeckung von mindestens 30 % nach der Saat bildet dabei die Grundlage für wirksamen Schutz – mehr Bedeckung bedeutet mehr Sicherheit.

Wer am ÖPUL-Programm „Erosionsschutz Acker“ teilnimmt, muss zudem die vorgegebenen Fristen zwischen erster Bodenbearbeitung und Anbau der Folgekultur im Blick behalten. Gleichzeitig lohnt es sich, besonders erosionsgefährdete Bereiche gezielt zu identifizieren und dort verstärkt Maßnahmen zu setzen.

Unterm Strich gilt: Bodenbedeckung ist kein Detail, sondern das zentrale Element eines nachhaltigen Ackerbaus. Sie schützt nicht nur den Boden selbst, sondern auch unsere Gewässer – und sichert damit langfristig die Produktionsgrundlage unserer Betriebe.

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Erosion beim Mais – mit einer qualitativ hochwertigen Mulch- oder Direktsaat wäre das nicht passiert. © BWSB/Wallner