Effiziente Schafstallungen: Planung, Bau und Ausstattung
5 Punkte für eine optimale Stallumwelt bei Schafen
- Platzangebot und Einstreu: Tiere, die beengt gehalten werden und unzureichend Liegeplatz vorfinden, haben Stress, kümmern sich weniger um die Nachzucht und kommen nicht auf die biologisch mögliche Leistung (Aufzuchtleistung, Ansatzleistung). Zudem verbrauchen beengt gehaltene Tiere mehr Einstreu, die Einstreu ist schwer trocken zu halten und das Raumklima ist mehr mit Schadstoffen angereichert. Dazu ist bei höheren Außentemperaturen die Luft stickig und feucht.
- Gestaltung der Tränken: Schafe brauchen jederzeit sauberes, frisches Wasser. Tränken sollten sauber, gut erreichbar und so angebracht sein, dass sie nicht verschmutzen. Für Lämmer sind eigene, gut zugängliche Tränkestellen wichtig. Starke Temperaturschwankungen können Lungenentzündungen begünstigen, besonders in dicht besetzten Stallungen.
- Breite des Fressplatzes: Alle Tiere sollten gleichzeitig fressen können. Für Mutterschafe sind mindestens 40 cm Fressplatzbreite vorzusehen. Bei Vorratsfütterung sind eine angepasste Gruppengröße sowie ausreichend Futter und Fresszeit wichtig. Futter sollte frisch vorgelegt und nicht über mehrere Tage im Stall gelagert werden. Für Tiere mit hoher Leistung eignet sich eine Ad-libitum-Fütterung mit ständigem Futterzugang.
- Größe der Gruppe: Eine gezielte Gruppenbildung ermöglicht eine bedarfsgerechte Versorgung. Hochträchtige Tiere sowie Muttertiere mit Lämmern sollten getrennt gehalten werden; für Lämmer ist ein Lämmerschlupf sinnvoll. Jungtiere sollten nach Alter, Entwicklung und gegebenenfalls Geschlecht gruppiert werden. Schwächere Tiere benötigen eine eigene Kleingruppe. Bei Ziegen ist bei der gemeinsamen Haltung gehörnter und hornloser Tiere besondere Vorsicht geboten.
- Trennung in Leistungsgruppen: Die Fütterung ist an den Leistungsbedarf anzupassen. Während leere und niedertragende Schafe rationiert gefüttert werden können, benötigen Lämmer freien Zugang zu Raufutter und Kraftfutter. Mutterschafe mit Lämmern, Mastlämmer sowie hochträchtige und laktierende Ziegen brauchen besonders hochwertiges Futter. Abrupte Futterwechsel sind zu vermeiden. Fressverhalten und Körperkondition geben wichtige Hinweise auf eine ausreichende Versorgung.