Equine Influenza in Österreich: Empfehlungen für Pferdehalter:innen
Infektionswege
Viren werden von infizierten bzw. erkrankten Tieren über Nasensekret und Speichel ausgeschieden, d.h. über Tröpfcheninfektion beim Husten und Schnauben verbreitet. Virushaltige Tröpfchen können über die Atemluft bis zu 45 Meter weit verbreitet werden.
Die Erkrankung kann einerseits von Pferd zu Pferd übertragen werden. Andererseits ist auch der Mensch ein Vektor: Eine Übertragung ist durch Sekrete an Händen, Kleidung, Stiefeln, über Zaum- und Putzzeug, Transporter u.v.m. möglich. Equine Influenza ist hochansteckend!
Symptome und Krankheitsverlauf
- Mattigkeit, Appetitlosigkeit
- Hohes Fieber
- Nasenausfluss
- Starker, trockener Husten
- Geschwollene Lymphknoten
Komplikationen durch Sekundärinfektionen
Auch, wenn die Infektion selbst nur die oberen Atemwege betrifft, kann es durch bakterielle Sekundärinfektionen zu Komplikationen kommen. Folgen können beispielsweise Lungenentzündung oder chronischer Husten samt bleibenden Schäden der Atemwege sein. Die Mortalität erkrankter Tiere ist jedoch gering. Die Inkubationszeit des Grippevirus liegt zwischen einem Tag und drei Tagen, nach ca. 2 Wochen ist die Krankheit wieder abgeheilt. Es ist auch ein symptomloser Verlauf möglich, die infizierten Pferde sind dennoch ansteckend. Eine Infektion kann durch Nasentupfer nachgewiesen werden, auch eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über einen möglichen Antikörperanstieg.
Vorbeugung und Behandlung
- Absolute Stallruhe (auch, wenn wieder symptom- und fieberfrei); die Dauer ist mit der behandelnden Tierärztin bzw. dem behandelndem Tierarzt rückzusprechen.
- Isolation von anderen Pferden
- Entzündungs- und schmerzlindernde sowie fiebersenkenden Medikamente
- Ggf. Antibiotika gegen bakterielle Sekundärinfektion
Schutz durch regelmäßige Impfungen
Pferde können nur durch regelmäßige Impfungen geschützt werden. Die einzige Maßnahme zur Verhinderung von Infektion, Auftreten und Ausbreitung der Erkrankung ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft eine Impfung, welche auch an die sich ständig ändernden Virusstämme angepasst wird. Für Turnierpferde besteht in Österreich daher eine Impfpflicht.
An der Pferdegrippe können alle Equiden (Pferde, Esel, Maultiere, Zebras) erkranken. Es ist keine Zoonose - das heißt, die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar.
An der Pferdegrippe können alle Equiden (Pferde, Esel, Maultiere, Zebras) erkranken. Es ist keine Zoonose - das heißt, die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar.
Empfehlungen für Pferdehalter:innen
- Pferde genau beobachten und regelmäßig Fieber messen.
- Impfstatus aller Pferde im Bestand kontrollieren! Auch geimpfte Pferde können das Virus weitergeben.
- Isolation erkrankter Pferde und Kontakttiere
- Tierärztliche Behandlung und Überwachung erkrankter Tiere sowie betroffener Tierbestände
- Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen (v.a., wenn sich Personen in mehreren Ställen aufhalten): Waschen und Desinfizieren von Händen, Kleidung und Gerätschaften, Aufstellen von Desinfektionswannen für Stiefel
- Besondere Vorsicht gilt bei Veranstaltungen: Drei Tage vor Beginn sowie während der gesamten Veranstaltung ist täglich zweimaliges Fiebermessen empfohlen.
- Verbringen und Bestandsdurchmischungen von ausnahmslos krankheitsunauffälligen Pferden!
- Empfehlungen des Pferdesportverbandes für Turnierveranstaltungen: Influenza: Empfehlung des OEPS - Niederösterreichischer Pferdesportverband