Erfolg mit System: NÖ Vorzeigebetriebe ausgezeichnet
Die Hintergründe zur Prämierung des Landwirtschaftsministeriums
Unternehmertum vor den Vorhang
- eine konsequente Buchführung,
- gezielte Investitionen in die Weiterentwicklung und Modernisierung,
- Diversifizierung sowie
- eine fundierte Aus- und Weiterbildung
Wer wurde nominiert?
Kreislaufdenken und Fingerspitzengefühl im Bezirk Tullnerfeld
Auf dem Hof von Familie Grießlehner ist Landwirtschaft ein fein abgestimmtes Zusammenspiel. Futterbau und Rindermast greifen wie Zahnräder ineinander. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, und schon gar nichts wird verschwendet.
Was auf den Feldern wächst, landet im Futtertrog. Was im Stall entsteht, kehrt als organischer Dünger wieder auf die Äcker zurück. Diese Form der Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch betriebswirtschaftlich klug: Betriebsmittel werden effizient genutzt, externe Kosten reduziert.
Doch der eigentliche Erfolgsfaktor liegt tiefer.
Die Familie setzt konsequent auf:
lückenlose Buchführung, um Entscheidungen faktenbasiert zu treffen
gezielte Investitionen, etwa in Stalltechnik oder Bodenbearbeitung
- kontinuierliche Weiterentwicklung, ohne die eigene Identität zu verlieren
"Als Familienbetrieb ziehen bei uns alle an einem Strang. Mit viel Herzblut, Zusammenhalt und Offenheit für neue Ideen entwickeln wir unseren Hof ständig weiter", ist sich Familie Grießlehner einig. Entscheidungen werden bei ihnen nicht aus dem Bauch heraus getroffen, sondern nach Plan. Etwas, das nur mit einer guten Zahlenbasis funktionieren kann.
Mut zur Spezialisierung im Bezirk Gänserndorf
In Zeiten zunehmender Wetterextreme ist sie weit mehr als ein technisches Detail – sie ist ein Risikomanagement-Instrument. Stabile Erträge und gleichbleibende Qualität schaffen Planungssicherheit, sowohl für den Betrieb als auch für Abnehmer.
Doch Spezialisierung bedeutet auch Risiko. Die Hafners begegnen diesem mit einer Haltung, die vielen Betrieben als Orientierung dienen kann:
Chancen werden aktiv erkannt und genutzt
Risiken werden bewusst eingegangen – aber laufend überprüft
Entscheidungen werden langfristig gedacht, nicht kurzfristig optimiert
Gerade der Spagat zwischen Familie und Betrieb bringt dabei eine besondere Perspektive: Fokus auf das Wesentliche, klare Prioritäten, nachhaltige Planung. „Wenn wir glauben, eine Chance für unseren Betrieb zu erkennen, gehen wir das Risiko auf jeden Fall mal ein. Die Wirtschaftlichkeit wird dann aber stets überprüft. Mit drei Kindern und dem Bauernhof ist der Alltag oft herausfordernd. Andererseits haben wir durch die Kinder gelernt, uns bei Entscheidungen auf das Wesentliche zu fokussieren und langfristiger zu denken", ist sich das Landwirte-Ehepaar einig.
Stellschrauben am Hof nutzen
1. Buchführung als Steuerungsinstrument
Nicht als Pflicht, sondern als Werkzeug verstehen. Wer regelmäßig auswertet, erkennt Entwicklungen früh und kann gegensteuern.
2. Investitionen mit Strategie
Nicht jede Innovation bringt automatisch Fortschritt. Entscheidend ist, ob sie zum Betrieb passt und langfristig Wert schafft.
3. Diversifikation gezielt einsetzen
Neue Einkommensquellen – von erneuerbarer Energie bis Urlaub am Bauernhof – können Risiken abfedern, müssen aber gut durchdacht sein.
4. Weiterbildung als Wettbewerbsvorteil
Gut ausgebildete Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter treffen bessere Entscheidungen – gerade in einem zunehmend komplexen Umfeld.
5. Familie als Stärke nutzen
Viele erfolgreiche Betriebe zeigen: Wenn alle an einem Strang ziehen, entsteht nicht nur wirtschaftliche Stabilität, sondern auch Innovationskraft.