European Dairy Farmers: Österreich trifft Niederlande
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© Marco Horn/LK Niederösterreich
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Europas Nummer drei
Mit einer Milchanlieferung von 13,9 Millionen Tonnen sind die Niederlande nach Deutschland und Frankreich Europas größter Milchproduzent. Dies ist umso beeindruckender, wenn man die Landesfläche mit einbezieht. Mit 37.337 km2 sind die Niederlande nämlich deutlich kleiner als Deutschland oder Frankreich und nur halb so groß wie Österreich. Es verwundert also nicht, dass die Niederlande das Land mit der größten Viehdichte in Europa sind. Während in den Niederlanden 1,33 GVE pro ha Landesfläche gehalten werden, sind es in Österreich lediglich 0,24 GVE pro ha.
Mit 4,7 Einwohnern pro ha zählen die Niederlande aber auch zu den am dichtesten besiedelten Ländern Europas. Die Kombination aus hoher Viehdichte und hoher Bevölkerungsdichte führt zu Interessenskonflikten zwischen Nutztierhaltern und nicht landwirtschaftlicher Bevölkerung. Als Folge davon wurden die Umweltauflagen in den Niederlanden in den letzten Jahren deutlich verschärft, eine jährlich abnehmende Nährstoffquote sowie ein staatliches Programm zur Reduktion der Nutztierbestände aufgelegt.
Mit 4,7 Einwohnern pro ha zählen die Niederlande aber auch zu den am dichtesten besiedelten Ländern Europas. Die Kombination aus hoher Viehdichte und hoher Bevölkerungsdichte führt zu Interessenskonflikten zwischen Nutztierhaltern und nicht landwirtschaftlicher Bevölkerung. Als Folge davon wurden die Umweltauflagen in den Niederlanden in den letzten Jahren deutlich verschärft, eine jährlich abnehmende Nährstoffquote sowie ein staatliches Programm zur Reduktion der Nutztierbestände aufgelegt.
Vergleich milchwirtschaftlicher Kennzahlen Österreich und Niederlande
| AT | NL | |
| Milchanlieferung 2025 | 3,510 Mio. t | 13,925 Mio. t |
| Steigerung 2025 | 4,50% | 2,20% |
| Fettgehalt | 4,21% | 4,51% |
| Eiweißgehalt | 3,45% | 3,61% |
| Bio-Anteil | ca. 19 % | ca. 2-3 % |
| Milchkühe, Jun 2025 | 0,534 Mio. | 1,538 Mio. |
| Milchviehbetriebe 2024 | ca. 22.000 | ca. 14.000 |
| Größter Milchverarbeiter | Berglandmilch | Friesland Campina |
| ca. 1,3 Mrd. € Umsatz | ca. 13 Mrd. € Umsatz |
Quellen: AMI und Rabobank
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Dieser Leitsatz begleitet Edwin Dinkelman bei der Führung seines Milchviehbetriebes. Sein Betrieb liegt im Osten der Niederlande in der Gemeinde Lochem. Neben ihm, seiner Frau und seinen Eltern beschäftigt Edwin Dinkelman Studenten für die Melkarbeit und einen Angestellten. Die 250 Milchkühe des Betriebes leisten im Schnitt 10.800 kg, bei 4,58 % Fett und 3,76 % Eiweiß. Gemolken wird mit einem 22er Milchkarussell, wobei gerade auf 3-maliges Melken umgestellt wird. Morgens melken die Betriebsleiter, mittags der Angestellte und abends zwei Studenten. Im Sommer wird Frischgras und außerhalb der Vegetationszeit TMR gefüttert. Den Selbstfahrermischwagen vermietet Edwin Dinkelman inklusive seines Angestellten an bis zu vier weitere Betriebe in der unmittelbaren Umgebung. Um die strengen Umweltauflagen zu erfüllen, wurden die Laufgänge des Milchviehstalls von Spaltenboden auf planbefestigte Laufflächen mit stündlicher Schieberentmistung umgebaut. Ebenfalls wurde eine Biogasanlage errichtet und diese auch mit einem Stickstoffcracker ausgestattet. Das dabei anfallende Renure kann wieder mit der Gülle ausgebracht werden. Durch diese Maßnahmen konnte der kostspielige Versand von Gülle vom Betrieb deutlich reduziert werden.
Mit Planungstools Zahlen und Daten immer im Blick
Dinkelman bewirtschaftet 47 ha Grünland und 23 ha Ackerland, auf dem Mais und Kartoffeln angebaut werden. Sein Ziel ist es zu den besten 25 Prozent Milchviehbetrieben der Niederlande zu gehören. Daher fokussiert sich der Betriebsleiter bewusst auf die Arbeit im Kuhstall. 72 Stück Jungvieh sind ausgelagert. Bis auf das Eingrasen im Sommer, ist die gesamte Außenwirtschaft an Lohnunternehmer vergeben. Um stets den Überblick zu behalten, arbeitet er sehr intensiv mit selbstgestrickten Planungstools zur Vorhersage von Milchpreis, Cashflow und Arbeitsspitzen und hat seine Daten rund um Futtermittel-, Rations- und Düngermanagement immer im Blick.
Fokus auf die Arbeitseffizienz
Der internationale Vergleich der Betriebszweigauswertung zeigt für die österreichische Gruppe noch Potentiale bei der Verbesserung der Arbeitserledigungskosten und Arbeitseffizienz. Deshalb wurde dieses Thema gemeinsam mit Edwin Dinkelman gezielt unter die Lupe genommen. In Kleingruppen diskutierten die Mitglieder den Status quo von Arbeitsbelastung und Arbeitsorganisation auf ihren Betrieben. Welche Möglichkeiten zur Erfassung der Arbeitszeit gibt es und werden diese bereits genutzt? Durch welche Maßnahmen konnte im Stall bereits Arbeitszeit eingespart werden? Die anschließende Diskussion der Gruppenarbeiten lieferte wertvolle Denkanstöße.
Vom Seminarraum in den Stall
Den Abschluss des zweitägigen Treffens bildeten zwei Betriebsbesuche. Gemeinsam können Stärken und Potentiale des Gastgeberbetriebes analysiert und diskutiert werden. Das bringt nicht nur nützliche Denkanstöße für den eigenen Betrieb, sondern auch wertvolle Tipps für die Gastgeber.
European Dairy Farmers
Die European Dairy Farmers wurden 1990 gegründet und sind ein international tätiger Verein von Milchbauern für Milchbauern. Sie vernetzen rund 400 Milchbauern und über 100 Branchenpartner auf drei Kontinenten. Im Mittelpunkt steht die Suche nach Inspiration. Gemeinsamer Austausch von Ideen, Erfahrungen und Wissen wird bei den Mitgliedern groß geschrieben. Zusätzlich bietet dieser Club die Möglichkeit eines einzigartigen Produktionskostenvergleiches zur grenzübergreifenden Analyse und Diskussion wichtiger Kennzahlen. Unpolitisch, unparteiisch und unabhängig blicken die Dairy Farmers in die Zukunft.
Für Rückfragen zu den European Dairy Farmers in Österreich steht Marco Horn gerne zur Verfügung: T.: +43 5 0259 23300, E-Mail: marco.horn@lk-noe.at.
Für Rückfragen zu den European Dairy Farmers in Österreich steht Marco Horn gerne zur Verfügung: T.: +43 5 0259 23300, E-Mail: marco.horn@lk-noe.at.