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Handelsdefizit reduziert: Österreichs Agrarexporte behaupten sich

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27.10.2026 | von AMA-Marketing

Exporte von Rindfleisch, Käse und Äpfeln legen im ersten Halbjahr 2026 zu.

AMA-Marketing.jpg © AMA-Marketing/Husar
Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin AMA-Marketing und Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin Fachverband der Lebensmittelindustrie © AMA-Marketing/Husar
Die vorläufigen Daten der Statistik Austria zum österreichischen Agraraußenhandel (Zollkapitel 1 - 24) zeigen eine leichte Verbesserung der Handelsbilanz. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Wert der Agrarexporte leicht auf 8,73 Mrd. Euro (+1%). Gleichzeitig gingen die Importe zurück, wodurch sich das Agraraußenhandelsdefizit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 394 Mio. Euro verringerte. Die Exportmenge blieb mit rund 5,17 Mio. t nahezu unverändert und lag sogar leicht über der Importmenge. Besonders positiv entwickelten sich die Ausfuhren von Rindfleisch, Geflügel, fermentierter Milch, Käse sowie Äpfeln.
 
“Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich Österreichs Agrar- und Lebensmittelwirtschaft auch in einem herausfordernden Umfeld auf internationalen Märkten gut behauptet. Besonders erfreulich sind die steigenden Exportmengen bei Fleisch, Milchprodukten sowie Obst und Gemüse. Gleichzeitig sehen wir, dass unsere Lebensmittel nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern gefragt sind. Darin liegen wichtige Chancen für unsere Betriebe. Entscheidend ist, die hohe Qualität, die nachvollziehbare Herkunft und die Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern auch über die Landesgrenzen hinaus sichtbar zu machen und damit langfristig neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen“, betont Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.

Italien, Niederlande und Tschechien gewinnen als Exportmärkte an Bedeutung

Die Europäische Union ist weiterhin der zentrale Markt für Österreichs Agrarwirtschaft. Im ersten Halbjahr 2026 gingen mehr als 80% aller Agrarexporte in die Europäische Union. Deutschland lag mit 3,35 Mrd. Euro und einem Anteil von 38,4% klar an erster Stelle. Auf Platz zwei der wichtigsten Abnehmerländer folgt Italien mit rund 931 Mio. Euro. Dahinter reihen sich Ungarn, die Niederlande, die Schweiz und Tschechien ein. Während die Ausfuhren nach Deutschland nahezu unverändert blieben (-0,5%), konnten andere europäische Märkte zulegen. Italien verzeichnete ein Plus von 4,3%, die Niederlande von 6% und Tschechien von 9,9%.
 
Die AMA-Marketing unterstützt mit gezielten Exportmarketingmaßnahmen die Positionierung regionaler Produkte auf internationalen Märkten. Unter der Dachmarke “Land der Berge“ stehen die Qualität und Besonderheiten dieser Produkte im Mittelpunkt. Zu den Aktivitäten rund um die Marke zählen unter anderem Kommunikationskampagnen, Handelskooperationen und internationale Messeauftritte.

Deutschland bleibt wichtigstes Exportland

Auch die Agraraußenhandelsbilanz mit Deutschland fällt positiv aus. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte Österreich Agrarprodukte im Wert von 3,35 Mrd. Euro in das Nachbarland. Gleichzeitig sanken die Einfuhren aus Deutschland um 4% auf 3,07 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein Handelsüberschuss von 283 Mio. Euro - deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
 
“Beim Export nach Deutschland profitieren wir von der geografischen Nähe, der gemeinsamen Sprache und ähnlichen Konsumgewohnheiten. Dazu kommt die enge Verbindung über den Tourismus: Viele deutsche Gäste lernen österreichische Lebensmittel und Spezialitäten während ihres Urlaubs kennen. Daran können wir im Exportmarketing anknüpfen und die Qualität unserer Produkte auch im deutschen Handel sichtbar machen“, sagt Mutenthaler-Sipek.

Tierische Produkte als wesentliche Säule des Agrarexports

Ein genauer Blick auf die einzelnen Warengruppen zeigt die große Bedeutung tierischer Lebensmittel für den österreichischen Agrarexport. Zu den wertmäßig wichtigsten Produkten zählen Wurstwaren und Speck mit 478 Mio. Euro, gefolgt von Käse mit 459,3 Mio. Euro und Rindfleisch mit 366,3 Mio. Euro. Auch Milch, Geflügel und Eier leisten einen wesentlichen Beitrag zu den Ausfuhren.

Rindfleisch und Geflügel mit deutlichen Exportzuwächsen

Besonders dynamisch entwickelten sich die Rindfleischexporte. Der Warenwert erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 12,2% auf rund 366 Mio. Euro. Gleichzeitig stieg die exportierte Menge um 3,8% auf rund 45.500 t. Damit wurde sowohl wert- als auch mengenmäßig mehr österreichisches Rindfleisch im Ausland abgesetzt. Auch bei Geflügelfleisch setzte sich der Aufwärtstrend des Vorjahres fort. Die Ausfuhren legten mengenmäßig um 10,2% zu, während der Exportwert um 9,2% auf 194,7 Mio. Euro stieg.

Eierexporte erzielen trotz geringerer Menge höheren Umsatz

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei Eiern: Während die exportierte Menge um 5,5% zurückging, erhöhte sich der Warenwert um 9,3% auf 21,7 Mio. Euro. Der durchschnittliche Exportpreis stieg dadurch von 4,44 Euro auf 5,13 Euro pro Kilogramm. Gegenüber 2022 hat sich dieser Wert mehr als verdoppelt.

Fleischzubereitungen auf Vorjahresniveau

Nach deutlichen Zuwächsen in den vergangenen Jahren stabilisierten sich die Exporte von Wurstwaren und Speck im ersten Halbjahr 2026 auf hohem Niveau. Sowohl der Warenwert als auch die ausgeführten Mengen blieben gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu unverändert.

Milchprodukte punkten über Österreichs Grenzen hinaus

Auch bei Milch und Milchprodukten zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Während die exportierte Milchmenge um 6,7% zunahm, ging der Exportwert um 7,4% aufgrund stark sinkender Preise auf rund 211,7 Mio. Euro zurück.
 
Eine sehr positive Entwicklung gab es im Segment der fermentierten Milch, zu der unter anderem Joghurt, Sauerrahm und ähnliche Erzeugnisse zählen. Die exportierte Menge stieg um 22,2%, der Umsatz erhöhte sich um 20,5% auf rund 180,3 Mio. Euro.
 
Käse bleibt weiterhin ein bedeutendes österreichisches Exportprodukt: Im ersten Halbjahr 2026 wurde Käse im Wert von 459,3 Mio. Euro exportiert. Das entspricht einem mengenmäßigen Plus von 13% und einem wertmäßigen Zuwachs von 2,7%.

Obst- und Gemüseexporte entwickeln sich positiv

Auch bei pflanzlichen Lebensmitteln gibt es positive Entwicklungen. Zu den wertmäßig bedeutendsten Ausfuhrprodukten zählen zubereitetes Obst und Gemüse mit rund 590 Mio. Euro sowie Brot und Backwaren mit 428 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026.
 
Bei Getreide nahm die exportierte Menge im ersten Halbjahr 2026 um 5% zu. Der Warenwert sank hingegen um 7,4% auf rund 288 Mio. Euro.
 
Die Gemüseausfuhren stiegen mengenmäßig um 19,6% und wertmäßig um 5,2% auf 128,3 Mio. Euro. Bei Obst erhöhte sich das Exportvolumen um 17,8%, gleichzeitig legten die Erlöse um 13,9% auf 161,1 Mio. Euro zu.

Apfelexporte erholen sich deutlich

Auffällig ist der kräftige Anstieg bei Äpfeln. Nach einem schwächeren ersten Halbjahr 2025 wurden heuer wieder deutlich größere Mengen ins Ausland geliefert. Mit knapp 24.800 t lag das Exportvolumen um 56,1% über dem Vorjahresniveau. Der Warenwert erhöhte sich um 63,5% auf 25,3 Mio. Euro.
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Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin AMA-Marketing und Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin Fachverband der Lebensmittelindustrie © AMA-Marketing/Husar