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Heumilch, Herde und Handwerk: Ein Bio-Schafbetrieb in Niederösterreich setzt Maßstäbe

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26.05.2026 | von Eva Lechner

In Ybbsitz im Bezirk Scheibbs hat sich ein junger Biobetrieb auf Milchschafe spezialisiert und sich in wenigen Jahren zu einem der leistungsstärksten Schafmilchbetriebe Österreichs entwickelt. Barbara Plank führt gemeinsam mit ihrem Mann Jim einen Hof, der konsequent auf Heumilch, Kreislaufwirtschaft und Leidenschaft setzt und dabei im Leistungsmonitoring des Landeskontrollverbandes Niederösterreich regelmäßig an der Spitze aufscheint.

Barbara_Jim_Plank_Schafmilchbetrieb.jpg © Plank
Anfangs standen noch Kreuzungen im Stall der Planks. Nun wurde alles auf das Lacaune–Schaf umgestellt. © Plank

Ein Betrieb, der seinen Weg gefunden hat

In Ybbsitz im Bezirk Scheibbs hat sich ein junger Biobetrieb ganz der Milchschafhaltung verschrieben. Barbara und Jim Plank führen hier einen Hof, der in nur wenigen Jahren zu einem der leistungsstärksten Schafmilchbetriebe Niederösterreichs geworden ist - konsequent ausgerichtet auf Heumilch, Tierwohl und eine enge Partnerschaft mit der verarbeitenden Käserei.

Die Milch ihrer rund 270 Milchschafe geht direkt an die oberösterreichische Klosterkäserei Schlierbach. Dort entstehen Spezialitäten wie Camembert, Topfen und Joghurt. "Wir waren einer der letzten Betriebe, die von der Molkerei aufgenommen wurden. Damals war die Marktsituation sehr angespannt. Sie haben uns auch die Vorgabe gegeben, nur Heumilch zu produzieren", erinnert sich Barbara Plank. Eine Vorgabe, die das Ehepaar auch in der Praxis überzeugen konnte. "Heumilch hat nur Vorteile für uns. Man braucht sich nicht schinden, es riecht gut und wir hatten mit einer Heutrocknung und einer großen Scheune auch die notwendigen Gegebenheiten am Betrieb. Wir würden es heute nicht mehr anders machen", sagt die Betriebsführerin rückblickend.

Barbara_Jim_Plank_Schafmilchbetrieb.jpg © Plank
Barbara Plank hat mit 120 Tieren zu melken begonnen. Heute leben 270 Schafe am Betrieb. Mit der Nachzuch sind es 330 Tiere. © Plank

Von der Praktikantin zum eigenen Hof

Dabei war der Weg in die Landwirtschaft für das Betriebsleiterehepaar alles andere als ein klassischer Erbhofweg. Barbara Plank kam über eine verpflichtende landwirtschaftliche Praxis zum Betrieb. Ursprünglich stammen beide Betriebsführer aus Mutterkuhbetrieben. Die Begeisterung für Schafe entstand während Barbaras Praxiszeit und sollte schlussendlich ihren beruflichen Werdegang maßgeblich beeinflussen. 2017 drückte die 28-Jährige Schafbäuerin ihrem neu erworbenen Hof ihren Stempel auf, stellte die ersten Schafe ein und richtete alles auf Schafmilchproduktion aus. "Ich habe mit 120 Tieren begonnen. Seitdem ist die Herde stetig gewachsen", erklärt Barbara. So leben heutzutage bis zu 330 Tieren bei ihr am Hof.
Barbara_Jim_Plank_Schafmilchbetrieb.jpg © Plank
Barbara und Jim Plank haben sich mit ihrem Schafmilchbetrieb einen Traum erfüllt. © Plank

Es wird laufend investiert

Was für Barbara Plank mit 18 als großes Abenteuer begonnen hat, zieht mittlerweile weite Kreise. Gemeinsam mit ihrem Mann investierte sie und sicherte damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. So errichteten sie gleich nach ihrem Einzug im Jahr 2017, einen Zwischentrakt zwischen Wohnhaus und Stall. Drei Jahre später wurde ein neuer Stall gebaut. Sogar die Heubelüftung aus dem 83-er Jahr haben die beiden Landwirte grunderneuert und mit einem zweiten Lüfter ausgestattet. Zusätzlich wurden die Heuboxen komplett neu gemacht. "Es war alles schon etwas in die Jahre gekommen", erklärt Barbara. Und auch jetzt herrscht am Hof Baustellenflair. Denn eine neue Maschinenhalle ist am entstehen.

Bei all diesen Bauprojekten bleibt derzeit das Wohnhaus der beiden noch auf der Strecke. "Wir haben unseren eigenen Bereich und auch notdürftig eine Küche eingerichtet", erklärt Barbara und gibt zu, dass bis jetzt ihre Tiere oberste Priorität hatten. "Wir haben noch keine Kinder", lacht die Betriebsleiterin und stellt dementsprechend ihre Lacaune-Schafe in den Mittelpunkt.

Lacaune-Schafe passten am besten

Tummelten sich anfangs zwar auch noch andere Rassen und Kreuzungen am Betrieb der Planks, so stand für die beiden schon bald fest: "Das Lacaune-Schaf ist für uns einfach die Rasse, die zu uns am besten passt." Dabei setzt das Ehepaar auf Reinrassigkeit. "Züchterin bin ich aber keine. Ich bin kein Herdenbuchbetrieb. Messungen habe ich immer nur aus eigenem Interesse und Antrieb gemacht. Da tut man sich beim Ausmustern leichter und sieht die Entwicklung schwarz auf weiß", erklärt die leidenschaftliche Schafbäuerin. Besonders die Zellzahl behält sie dabei immer im Blick. "Sie lässt auf die Gesundheit des Betriebsschließen und man kann sich verbessern."

Das Lacaune-Schaf

  • Herkunft: Das Lacaune-Schaf stammt aus der Region Lacaune im Süden Frankreichs und wurde dort gezielt für die Milchproduktion weiterentwickelt. Heute zählt es zu den bedeutendsten Milchschafrassen Europas.
  • Nutzung: Es ist eine Zweinutzungsrasse - vergleichbar mit dem Fleckvieh
  • Milchleistung: Die Rasse ist für ihre vergleichsweise hohe und stabile Milchleistung bekannt. In spezialisierten Betrieben werden durch gezielte Fütterung und Management mehrere hundert Liter Milch pro Laktation erreicht.
  • Besonderheiten:
    • robuste Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Haltungsbedingungen
    • gute Eignung für intensive wie auch extensive Weidesysteme
    • ausgeprägter Mutterinstinkt, dadurch gut handhabbar in der Lammaufzucht
    • sehr gut geeignet für die Herstellung von Schafkäseprodukten
  • Zucht und Verbreitung: Das Lacaune-Schaf ist heute international verbreitet und bildet die Grundlage vieler moderner Milchschafbetriebe in Europa, insbesondere in Frankreich, Spanien und zunehmend auch im deutschsprachigen Raum.
Barbara_Jim_Plank_Schafmilchbetrieb.jpg © Plank
Heuer erreichen Barbara und Jim Plank einen neuen Höchststand. Sie werden um die 160.000/170.000 Liter an die oberösterreichische Klosterkäserei Schlierbach liefern. © Plank

Lammzeit im Spätsommer

"Ende August beginnt bei uns die Lammzeit", erklärt Barbara Plank. Eine Zeit, die alles andere als typisch ist für Schafmilchbetriebe. Geschuldet ist diese Zeit der Molkerei. "Sie wollen das ganze Jahr über Milch für die Produktion zur Verfügung haben. Da brauchen sie auch Winterlieferanten", so Plank. Nach und nach wurde diese Vorgabe zu einem klaren Vorteil für den Betrieb. "Es hat sich für uns als die beste Zeit herausgestellt. Wir sind nur zu zweit und können uns im Sommer darauf konzentrierten, dass wir gutes Heu für unsere Tiere produzieren. Im Winter können wir uns dann aufs Melken konzentrieren." Auch hier kam ihnen die Rasse der Lacaune-Schafe zu Gute. Denn während es bei den Ostfriesen wesentlich schwieriger ist, die Lammzeit zu verschieben, ist dies bei den Lacaunes kein Problem. Allerdings müssen die Jungschafe erst darauf vorbereitet werden. So werfen die Jungtiere beim ersten Lamm noch ganz "normal". Nach einer verkürzten Laktation werden alle Schafe dann zur selben Zeit trockengestellt. Bereits im zweiten Jahr holen die Jungschafe die verkürzte Laktationszeit wieder auf.

Arbeitsspitze, die es in sich hat

Innerhalb von rund zwei Monaten werden etwa 500 Lämmer geboren. Nach wenigen Tagen werden die Jungtiere von der Mutter getrennt und an das Saugen aus dem Kübel gewöhnt, bevor sie zur weiteren Aufzucht zu einem Betrieb ins Waldviertel gehen. Die Arbeitsintensität ist hoch – insbesondere während der Lammzeit, in der der Betrieb nahezu im Dauerbetrieb läuft.
Barbara_Jim_Plank_Schafmilchbetrieb.jpg © Plank
Drei Tage im Jahr nimmt sich das Ehepaar eine wohlverdiente Auszeit. Davor wird alles vorbereitet und die Tiere trockengestellt. © Plank

Drei Tage im Jahr auf Urlaub

Doch neben dieser Arbeitsspitze schaffen es Barbara und Jim Plank, sich einmal im Jahr auch eine Auszeit zu gönnen. Drei Tage lang gönnt sich das Ehepaar dann Urlaub und der ehemalige Betriebsleiter Herbert, der nach wie vor bei ihnen am Hof wohnt, übernimmt das Ruder. "Er unterstützt uns das ganze Jahr über wo es nur geht. Er ist 72 Jahre alt und alles geht nicht mehr so leicht. Wenn wir auf Urlaub fahren, stellen wir die Tiere trocken, futtern jede Menge ein und Herbert muss nur das Futter zuschieben", erzählt Barbara Plank. Dann kann das Ehepaar seinen verdienten Urlaub antreten. Statt Meeresrauschen und Strandidylle sind bei ihren Urlauben allerdings Betriebsbesichtigungen angesagt.

Konsequente Selektion und gutes Stallmanagement machen sich bezahlt

Im Rahmen der Leistungsprüfung über den Landeskontrollverband Niederösterreich zählt der Betrieb regelmäßig zu den Spitzenbetrieben im Schafmilchbereich. Ein Großteil der leistungsstärksten Tiere im Bundesland stammt aus dem Bestand von Barbara Plank. Im aktuellen Ranking der Top-Laktationen im Schafbereich finden sich mehrere Tiere des Betriebs – ein Hinweis auf konsequente Selektion und Management im Stall.

Auch das beste Schaf Niederösterreichs geht auf das Konto von Barbara. "Es heißt Rehlein, weil es so scheu ist", lächelt die Betriebsleiterin und gibt zu, dass der Großteil ihrer 270 Schafe Namen haben. "Vor allem die Älteren. Es hat eine Zeit gegeben, wo jedes Schaf einen eigenen Namen hatte. Mir würde auch für alle ein Name einfallen. Aber ich muss jedes Jahr welche hergeben. Das fällt mir dann noch schwerer, wenn sie einen Namen haben. Eine Stallnummer haben sie sowieso", erklärt Plank.
Das beste Milchschaf Niederösterreichs gehört Barbara Plank. Von den besten 100 niederösterreichischen Milchschafen gehören 91 Barbara.

Der Schafbetrieb im Überblick

Der Betrieb wird von Barbara (28) und Jim Plank (35) geführt. Sie bewirtschaften rund 56 Hektar Grünland (davon 30 Hektar Eigenfläche) sowie 11 Hektar Wald. Seniorbetriebsführer Herbert (72) unterstützt weiterhin aktiv im Alltag.
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Barbara_Jim_Plank_Schafmilchbetrieb.jpg © Plank

Anfangs standen noch Kreuzungen im Stall der Planks. Nun wurde alles auf das Lacaune–Schaf umgestellt. © Plank

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Barbara Plank hat mit 120 Tieren zu melken begonnen. Heute leben 270 Schafe am Betrieb. Mit der Nachzuch sind es 330 Tiere. © Plank

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Barbara und Jim Plank haben sich mit ihrem Schafmilchbetrieb einen Traum erfüllt. © Plank

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Heuer erreichen Barbara und Jim Plank einen neuen Höchststand. Sie werden um die 160.000/170.000 Liter an die oberösterreichische Klosterkäserei Schlierbach liefern. © Plank

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Drei Tage im Jahr nimmt sich das Ehepaar eine wohlverdiente Auszeit. Davor wird alles vorbereitet und die Tiere trockengestellt. © Plank