Manuela Westermayr ist "Bäuerin des Jahres"
Eine Bäuerin, viele Rollen
Die Liebe brachte sie auf den Hof
Typisch Bauernhof?
Und mitten in diesem Zusammenspiel darf Manuela eine Rolle besonders wichtig nehmen: jene als Mama. Sohn Manuel ist fünf Jahre alt und am Hof mittendrin. Besonders gerne orientiert er sich an seinem Papa. Wenn es möglich ist, nimmt Helmut ihn mit, lässt ihn zuschauen und mitarbeiten. Für Manuela ist genau das eine der großen Qualitäten des Lebens am Bauernhof. „Bauernhof bedeutet für mich Freiheit.“ Kinder können auf einem Hof ganz selbstverständlich in den Alltag integriert werden, sagt sie. Sie erleben, wo Lebensmittel herkommen, sehen Arbeit und Natur und dürfen vieles unmittelbar erfahren. Dass Manuel deshalb später einmal selbst Landwirt werden muss? Keineswegs. „Ihm wird nichts vorgegeben. Er darf seinen Weg gehen und wirklich das machen, was er will“, erklärt Manuela.
Schwerpunkte und tierische Gesellen
Netzwerk, das es in sich hat
Social-Media-Profi? Da muss sie lachen. „Ich bin keine Social-Media-Expertin. Ich bin weit weg davon“, so die Voting-Siegerin. Und trotzdem mobilisierte ihr Umfeld für sie. Familie, Bekannte, Menschen aus Türnitz und darüber hinaus unterstützten sie. Für Manuela war das weniger ein Beweis für die Macht sozialer Medien als für etwas anderes: Zusammenhalt. „Das Voting hat gezeigt, wie groß der Zusammenhalt bei uns ist. Mein Umfeld hat mich getragen.“ Auch über Türnitz hinaus erlebt sie im Bezirk Lilienfeld ein starkes Netzwerk unter den Bäuerinnen. "Wenn es darauf ankommt, ist der Rückhalt spürbar", freut sich Manuela.
16.000 Stimmen beim Onlinevoting der "Niederösterreicherin"
Fast 16.000 Stimmen wurden beim Onlinevoting zur „Bäuerin des Jahres“ für die insgesamt elf nominierten Frauen abgegeben. Die meisten davon entfielen auf Manuela Westermayr. Wie sich dieser Moment angefühlt hat? „Ziemlich schräg“, beschreibt Manuela und gibt auch zu, dass Freudentränen geflossen sind.
Dabei ging es der Gewinnerin bei ihrer Nominierung gar nicht ums gewinnen. „Mir ging es darum, die Stärke der Frauen vor den Vorhang zu holen.“ Vielleicht ist es gerade deshalb bemerkenswert, dass sie selbst im Moment ihres Erfolges schnell von den anderen spricht. Von ihren zehn Mitbewerberinnen. Von Frauen, die sie im Zuge des Votings kennenlernen durfte. Im Hintergrund entstand Austausch, man vernetzte sich und lernte einander besser kennen.
So hat Manuela diese Wochen mit ihren Mitnominierten kein einziges mal als Konkurrenz erlebt. „Ich habe so gute und starke Mitbewerberinnen gehabt. Jede von uns ist einzigartig, leistet hervorragende Arbeit und zeigt Stärke.“ Für sie war die Wahl vor allem eins: Eine Plattform für Bäuerinnen, für Frauen im ländlichen Raum und für die vielen unterschiedlichen Lebensentwürfe, die hinter dem Begriff „Bäuerin“ stehen.