Jeder Euro zählt: Wirtschaftliche Hebel in der Schweinemast
Zunächst werfen wir einen Blick auf die Kennzahlen konventioneller Mastbetriebe, die ihre Daten regelmäßig im Arbeitskreis erfassen und nach dem DfL-Schema - DfL steht für direktkostenfreie Leistung - auswerten. Hier zeigt sich über mehrere Jahre ein stabiles Bild: Betriebe im oberen Leistungsviertel erzielen rund 20 Euro mehr DfL je Mastschwein als Betriebe im unteren Viertel.
20 Euro DfL-Unterschied zwischen den Leistungsvierteln
Die Grafik unten zeigt, welchen Anteil einzelne Erlös- und Direktkostenpositionen zu dieser Differenz beitragen. Besonders ins Gewicht fallen die Futterverwertung, die Kosten der Futtermischung sowie die Erlöse aus dem Schlachtschweineverkauf. Seit 2023 machen sich Unterschiede bei den Kosten für den Ferkelzukauf etwas stärker bemerkbar. Das liegt zum einen an regionalen Markenprogrammen, die einen regionalen Ferkelbezug mit einem Zuschlag beinhalten. Zum anderen sorgen auch die Zuschläge im Gewichtsbereich ab 33 Kilogramm, die 2023 eingeführt wurden, für eine stärkere Differenzierung bei den Ferkelkosten.
Feinarbeit bei Futterverwertung und Tageszunahmen
Ein wichtiger wirtschaftlicher Hebel liegt bei der Futterverwertung und damit den Tageszunahmen. Der DfL-Unterschied liegt bei 25 - 30%, das entspricht 5 - 6 Euro je Mastschwein.
2025 lagen die Tageszunahmen bei den Arbeitskreisbetrieben bei rund 855 g. Im besseren Leistungsviertel waren es etwa 890 g und 103 Masttage, im schwächeren Leistungsviertel etwa 820 g und 112 Masttage bei einem Schlachtgewicht von jeweils etwa 99 kg.
Die höheren Zunahmen und die damit kürzere Mastdauer wirken sich auf den Futterverbrauch aus: Im schwächeren Viertel werden knapp 20 kg Trockenfutter je Mastschwein mehr verbraucht als im besseren Viertel. Man sollte nicht nur die Leistungen der Tiere, sondern insbesondere auch die Futterverluste berücksichtigen, vor allem bei der Fütterung mit Brei- oder Trockenfutterautomaten. Die Einstellung der Automaten sollte man regelmäßig kontrollieren, damit möglichst wenig Futter im Kanal landet.
Die höheren Zunahmen und die damit kürzere Mastdauer wirken sich auf den Futterverbrauch aus: Im schwächeren Viertel werden knapp 20 kg Trockenfutter je Mastschwein mehr verbraucht als im besseren Viertel. Man sollte nicht nur die Leistungen der Tiere, sondern insbesondere auch die Futterverluste berücksichtigen, vor allem bei der Fütterung mit Brei- oder Trockenfutterautomaten. Die Einstellung der Automaten sollte man regelmäßig kontrollieren, damit möglichst wenig Futter im Kanal landet.
Kosten der Futterkomponenten und damit der Ration im Auge behalten
Auch bei den Kosten der Ration zeigen sich Unterschiede zwischen den Leistungsvierteln. Die Differenz ist unter anderem aufgrund der rückläufigen Preise nach 2022/23 wieder etwas kleiner geworden. 2025 betrug der Unterschied etwa 10 Euro je Tonne Futter. Die Gründe:
- regional unterschiedliche Preisniveaus bei Mais und Getreide
- das Geschick beim Futtereinkauf
- regelmäßige Rationsoptimierung mit Futteruntersuchung, Rationsberechnung, regelmäßiger TS-Bestimmung bei Feuchtmais und Anpassung der Rationen
- gut abgestimmte Phasenfütterung
Mastschweineerlös - Sortierung und Zuschläge nutzen
In Österreich haben konventionelle Schweinemäster bei der Vermarktung ihrer Schlachtschweine grundsätzlich vergleichbare Voraussetzungen. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern gibt es einen wöchentlich notierten Basispreis sowie eine transparente Preismaske. Diese Besonderheit ist unter anderem auf die starke Marktposition der Österreichischen Schweinebörse zurückzuführen, die das Angebot der Mitglieder in den Erzeugergemeinschaften bündelt.
Trotz dieser einheitlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich die Erlöse je Mastschwein spürbar. Rund ein Viertel der Differenz in der direktkostenfreien Leistung (DfL), also rund 5 Euro je Mastschwein oder 5 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht, lässt sich darauf zurückführen. Ein kleiner Teil dieses Unterschieds entsteht durch unterschiedliche Verkaufszeitpunkte und die damit verbundenen Preisschwankungen.
Der größere Anteil ist jedoch auf Zuschläge zurückzuführen - vor allem durch eine passende Gewichtssortierung, Mengenzuschläge und den AMA-Gütesiegel-Zuschlag. Beim Muskelfleischanteil gibt es keine Unterschiede zwischen den Leistungsgruppen. Hier zeigt sich: Ein gutes Verkaufsmanagement zahlt sich aus. Wer seine Schlachtabrechnungen regelmäßig genau analysiert, kann die Schlachtgewichte gezielt an die Abrechnungsmaske anpassen und vorhandene Zuschläge besser nutzen.
Trotz dieser einheitlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich die Erlöse je Mastschwein spürbar. Rund ein Viertel der Differenz in der direktkostenfreien Leistung (DfL), also rund 5 Euro je Mastschwein oder 5 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht, lässt sich darauf zurückführen. Ein kleiner Teil dieses Unterschieds entsteht durch unterschiedliche Verkaufszeitpunkte und die damit verbundenen Preisschwankungen.
Der größere Anteil ist jedoch auf Zuschläge zurückzuführen - vor allem durch eine passende Gewichtssortierung, Mengenzuschläge und den AMA-Gütesiegel-Zuschlag. Beim Muskelfleischanteil gibt es keine Unterschiede zwischen den Leistungsgruppen. Hier zeigt sich: Ein gutes Verkaufsmanagement zahlt sich aus. Wer seine Schlachtabrechnungen regelmäßig genau analysiert, kann die Schlachtgewichte gezielt an die Abrechnungsmaske anpassen und vorhandene Zuschläge besser nutzen.
LK-Beratung: Auswertung der Schlachtdaten
Die Schlachtdatenauswertung, als Beratungsangebot der LK NÖ bietet hier eine rasche und übersichtliche Darstellung unter anderem von Schlachtgewichts- und MFA-Verteilung und zeigt Möglichkeiten zur Erlösoptimierung auf.
Die Schlachtdatenauswertung zeigt, ob beim Verkaufsmanagement noch Luft nach oben ist.
"Kleine Schrauben" für Tageszunahmen und Futterverwertung
- Hygiene und Biosicherheit konsequent umsetzen: Rein-Raus, verschiedene Herkünfte möglichst getrennt in Abteilen aufstallen, Entwurmung, kein Zurückstallen, Stiefel- und Kleidungswechsel
- Stallklima optimieren: Temperatur beim Einstallen, Lüftung an jahreszeitliche Bedingungen und Luftqualität anpassen, Technik kontrollieren
- Futtercontrolling und -optimierung: Futterqualität vom Feld bis zum Trog prüfen, Rationen kontrollieren, Futteruntersuchungen durchführen, Phasenfütterung nutzen
- Tiere beobachten: Liegeverhalten, Verschmutzung, Augenausfluss, Niesen, Husten, lahme Tiere, Unruhe, Verletzungen; bei Auffälligkeiten sofort reagieren, um weitere Probleme mit der Tiergesundheit und Tierverluste zu vermeiden
- Enge Zusammenarbeit mit Betreuungstierarzt oder Betreuungstierärztin: Diagnostik zur Kontrolle und als Grundlage für weitere Maßnahmen nutzen
- Wenn möglich, Austausch mit Ferkelproduzenten suchen: Informationen zu Durchgängen weitergeben, zum Beispiel für die Eberauswahl
- Beratung nutzen: Betreuungstierarzt, Fütterungs- und Stallklimaberatung, Arbeitskreis
Fazit: Konsequente Feinarbeit im Alltag notwendig
Die größten wirtschaftlichen Effekte entstehen nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch konsequente Feinarbeit im Alltag. Wer Tierbeobachtung, Fütterung, Stallmanagement und Vermarktung im Blick hat, kann vorhandene Potenziale nutzen und die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessern.
Das Beratungsangebot der LK NÖ bietet Unterstützung, beispielsweise durch die Auswertung von Schlachtdaten und den Austausch mit Berufskolleginnen und -kollegen in einer Arbeitskreisgruppe.