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OÖ Pflanzenmarkt 5/2026

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13.04.2026 | von DI Helmut Feitzlmayr

Wichtiger Regen in erster Aprilhälfte

Der März war sehr trocken und so hofften vor allem die Rübenbauern auf ausreichend Niederschläge. Schließlich fielen am 10. April, vom Hausruck über den Linzer Zentralraum bis Mauthausen, rund 15 Liter je m2 und schufen ideale Voraussetzungen für die Keimung und den Vegetationsstart. Auch Ackerbohne, Sommergetreide, aber auch die Wintergetreidebestände konnten von dem „Schnürlregen“, den der Boden gut aufnehmen konnte, profitieren. Während es zeitgleich im Voralpengebiet sogar bis zu 25 Liter regnete, fielen im Innviertel nur rund 7 Liter/m2. In den Gunstlagen startete noch vor dem Regen der erste Maisanbau.
-6604731125531174775.jpg © Feitzlmayr Hans-Jörg
Der Aprilregen war ideal für die Keimung der Zuckerrübe. © Feitzlmayr Hans-Jörg

Marktsituation im Ackerbau weiter angespannt

Nach Ausbruch des Irankrieges stiegen Anfang März die Notierungen an der Warenterminbörse Euronext in Paris bei Weizen um 10 € und bei Mais um rund 15 € je Tonne. Doch die weltweit gute Versorgungslage führte bereits in der ersten Aprilwoche wieder zu einem Rückgang auf das Niveau vor Kriegsbeginn. So fiel die Weizennotierung (Dez 26) am 10. April auf 211 €, womit im oberösterreichischen Agrarhandel für die heurige Ernte Kontraktpreise, abzüglich 35 € für Logistik und Handelsspanne, in Höhe von netto 176 € je Tonne Mahlweizen angeboten werden. Ebenso fiel die Körnermaisnotierung (März 27) in Paris wieder auf 205 €. Im Falle eines Kontraktabschlusses errechnet sich am 10. April für die kommende Ernte ein Preis von 181 € je Tonne netto frei Großtrockner Aschach bzw. 166 € je Tonne netto frei Lagerhaus.

Ölsaaten bleiben weiter attraktiv

In den USA fiel bei den Landwirten beim aktuellen Frühjahrsanbau die Entscheidung, aufgrund der massiven Düngerteuerung, weniger düngerintensiven Mais und stattdessen mehr Sojabohne zu säen. Auch wenn sich damit wieder eine große globale Sojaernte abzeichnet, bleiben die angebotenen Kontraktpreise für die heurige Ernte interessant. So wurden im oberösterreichischen Agrarhandel zuletzt für Sojabohne brutto 440 bis 460 € je Tonne geboten. Auch für Raps blieben, im Gegensatz zu Weizen und Mais, die Preise auf gutem Niveau von brutto 590 € je Tonne als Landwirte-Auszahlungspreis, die man sich bereits jetzt für die kommende Ernte über Kontraktabschluss sichern kann.

Kohlenstoff Grenzausgleich (CBAM) wird nicht ausgesetzt

Der Sprecher der EU-Kommission gab Anfang April bekannt, dass der Kohlenstoff-Ausgleichsmechanismus (CBAM) auf Stickstoffdünger aus Drittstaaten nicht ausgesetzt wird. Bereits im Dezember 2025 wurde beschlossen, für Düngemittel einen reduzierten Aufschlag von 1 Prozent ab 1.1.2026 anzuwenden. Eine gewisse Entspannung sollte die Aussetzung der Meistbegünstigungszölle aus Drittstaaten auf Stickstoff bringen, die immerhin 5,5 bis 6,5 Prozent ausmachen. Dies gilt allerdings nicht für Düngerimporte aus Russland und Belarus. Ebenso trifft die Aussetzung dieser Zölle nicht auf die Harnstoffimporte aus Ägypten zu, von wo die EU mittlerweile den Großteil bezieht. Aufgrund des Mittelmeer-Assoziierungsabkommen war Harnstoff aus Ägypten schon bisher von den Meistbegünstigungszöllen ausgenommen. Aufgrund der bereits mit 1.7.25 eingeführten Strafzölle auf Düngerimporte aus Russland und Belarus kommt mittlerweile von dort kein Harnstoff mehr in die EU, womit hier eine preisdämpfende Konkurrenz zu Ägypten fehlt. Mit 1.7.26 werden die Strafzölle auf Stickstoffdünger und Mehrnähstoffdünger aus Russland und Belarus weiter erhöht.

EU-Aktionsplan zur Düngermittelversorgung

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen will trotz der massiv steigenden Düngerkosten an CBAM und den Russlandzöllen festhalten und stellt für Mai einen Aktionsplan zur Düngemittelversorgung in der EU in Aussicht. Mit den CO2-Grenzzöllen, die seitens der EU-Kommission für das erste Quartal 2026 mit 75,36 € je Tonne festgelegt wurden, sollen die Düngermittelhersteller und die Eigenversorgung mit Dünger am EU-Binnenmarkt geschützt werden. Die höheren Kosten trägt aber bisher die Landwirtschaft.
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