OÖ Pflanzenmarkt 9/2026
Trockenheit verschärft sich – Sorgen um die Herbsternte wachsen
Während die Getreideernte 2026 bereits weitgehend abgeschlossen werden konnte, verschlechtert sich die Situation für die Herbstkulturen im Juli und August von Woche zu Woche. Die anhaltende Trockenheit setzt Mais, Sojabohne und auch Zuckerrübe zunehmend unter Stress. Besonders auf leichten Böden sind die Herbstkulturen bereits deutlich geschädigt, aber auch auf guten Böden müssen die Ertragserwartungen mit jedem Tag ohne Regen nach unten korrigiert werden.
Prognosen für EU-Maiserträge teils dramatisch
Die Europäische Kommission hat ihre Ertragsprognose für Körnermais zuletzt deutlich zurückgenommen und schätzt die zu erwartende EU-Maisernte nun auf 15 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt ein. Trotz dieser Anpassungen beurteilen viele Marktbeobachter die aktuelle Schätzung weiterhin als zu optimistisch. Vor allem in Frankreich, Rumänien, Ungarn und Teilen Südosteuropas verschärft die anhaltende Hitze die Situation laufend.
Für Frankreich schätzt das Analysehaus Tallage die Ernte statt bisher 14 Mio. t auf nur noch die Hälfte, nämlich 7 Mio. t. Ebenso erwartet die Handelsvereinigung Coceral in Ungarn statt der normalen 5 Mio. t heuer im Herbst nur noch 3 Mio. t. Weitere Analysten gehen aber auch in Ungarn bereits von 2,5 Mio. t aus. Die Entwicklung der europäischen Maisernte wird damit zunehmend zum wichtigsten Einflussfaktor für die Preisentwicklung im Getreidesektor während der zweiten Jahreshälfte.
Für Frankreich schätzt das Analysehaus Tallage die Ernte statt bisher 14 Mio. t auf nur noch die Hälfte, nämlich 7 Mio. t. Ebenso erwartet die Handelsvereinigung Coceral in Ungarn statt der normalen 5 Mio. t heuer im Herbst nur noch 3 Mio. t. Weitere Analysten gehen aber auch in Ungarn bereits von 2,5 Mio. t aus. Die Entwicklung der europäischen Maisernte wird damit zunehmend zum wichtigsten Einflussfaktor für die Preisentwicklung im Getreidesektor während der zweiten Jahreshälfte.
Auch österreichische Maisernte gefährdet
Im Osten Österreichs werden bei Mais, ebenso wie in Bayern, Ertragseinbußen im Ausmaß von 30 bis 50 % erwartet. In Oberösterreich steht der Mais regional sehr unterschiedlich auf den Feldern, aber bei der Überprüfung der teils lückig eingekörnten Kolben, muss auch hierzulande mit Ertragseinbußen in Höhe von Ø 20 bis 30 % gerechnet werden. Viele Ackerbauern sehen sich bereits gezwungen, den ursprünglich geplanten Körnermais über eine Silomaisernte vorzeitig zu nutzen. Damit können gleichzeitig die Tierhalter, deren Futtervorräte täglich knapper werden, unterstützt werden. Im Zuge der Initiative „Servicepaket zur Grundfuttersicherung“, die gemeinsam von LKOÖ, MR und Bio-Austria gestartet wurde, können Ackerbauern ihre Körnermaisflächen bei den MR-Geschäftsstellen melden und zur Silomaisnutzung anbieten.
Schwarzmeerregion bleibt Unsicherheitsfaktor für die Märkte
Zusätzliche Unterstützung erhalten die Getreidemärkte derzeit durch geopolitische Spannungen. Im Schwarzmeerraum beeinträchtigen militärische Konflikte zunehmend die internationalen Warenströme. Die Probleme im Bereich des Asow-Don-Kanals führen zu erheblichen Einschränkungen beim russischen Getreideexport. Marktbeobachter rechnen dadurch mit einem Rückgang der Exportmengen um etwa ein Viertel. Gleichzeitig wurden zuletzt auch ukrainische Transportwege und Hafeninfrastrukturen neuerlich Ziel militärischer Angriffe.
Parallel dazu bleibt die Lage im Persischen Golf angespannt. Höhere Versicherungs- und Transportkosten verteuern den internationalen Rohstoffhandel. Damit treffen sinkende Ertragserwartungen auf wachsende logistische Risiken. Für den europäischen Getreidemarkt stellt dies grundsätzlich einen preisstützenden Faktor dar, insbesondere bei Mais und Weizen. Allerdings erwarten heuer die nordafrikanischen Staaten selbst überdurchschnittliche Getreideernten und drosseln die Importe zum Schutz der Eigenproduktion. So erhebt beispielsweise Marokko seit Juni auf Weichweizen einen Importzoll von 170 %, was in diesem Fall faktisch zu einem Exportstopp von europäischem Getreide führt.
Parallel dazu bleibt die Lage im Persischen Golf angespannt. Höhere Versicherungs- und Transportkosten verteuern den internationalen Rohstoffhandel. Damit treffen sinkende Ertragserwartungen auf wachsende logistische Risiken. Für den europäischen Getreidemarkt stellt dies grundsätzlich einen preisstützenden Faktor dar, insbesondere bei Mais und Weizen. Allerdings erwarten heuer die nordafrikanischen Staaten selbst überdurchschnittliche Getreideernten und drosseln die Importe zum Schutz der Eigenproduktion. So erhebt beispielsweise Marokko seit Juni auf Weichweizen einen Importzoll von 170 %, was in diesem Fall faktisch zu einem Exportstopp von europäischem Getreide führt.
Lichtblicke am Ölsaatenmarkt
Raps wurde heuer in Oberösterreich mit geschätzt Ø 3,5 t/ha etwas unterdurchschnittlich geerntet, konnte aber zur Schlussnotierung am 20.Juli an der Warenterminbörse MATIF in Paris zu einem sehr guten Preis abschließen. Damit beträgt der RAPSO-Rapspreis beim Fixpreismodell für die Rapsernte 2026 brutto 658,51 €/t.
Die Sojapreise in Oberösterreich hängen in hohem Ausmaß von der Preisentwicklung in den USA ab. Trotz Aussicht auf eine Sojarekordernte in den USA, ziehen dort die Sojapreise, dank der höheren Beimischung von Sojaöl zu Biodiesel, weiter an. Damit haben sich die Kontraktangebote auch in Oberösterreich für die anstehende Sojaernte auf brutto 490 bis 500 €/t erhöht.
Die Sojapreise in Oberösterreich hängen in hohem Ausmaß von der Preisentwicklung in den USA ab. Trotz Aussicht auf eine Sojarekordernte in den USA, ziehen dort die Sojapreise, dank der höheren Beimischung von Sojaöl zu Biodiesel, weiter an. Damit haben sich die Kontraktangebote auch in Oberösterreich für die anstehende Sojaernte auf brutto 490 bis 500 €/t erhöht.