Pflanzenschutz im Kartoffelanbau
Warum die Pflanzen schützen?
Ohne gezielten Pflanzenschutz können Erträge stark schwanken und die Qualität der Knollen leiden. Deshalb ist der sorgfältige Einsatz von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden ein wichtiger Bestandteil des modernen Kartoffelanbaus. Dabei wird auf Strategien des integrierten Pflanzenschutzes gesetzt, um den Mitteleinsatz zu optimieren, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten.
Pilzkrankheiten im Visier
Neben der Unkrautbekämpfung ist der Schutz vor Pilzkrankheiten von großer Bedeutung. Besonders die Kraut- und Knollenfäule, verursacht durch Phytophthora Infestans, kann in feuchten und warmen Sommern erhebliche Schäden verursachen. Die Krankheit breitet sich rasch aus und befällt zunächst die Blätter, später auch die Knollen, was zu Fäulnis und Ertragsverlusten führen kann. Die Krautfäule-Erreger überwintern in latent, also nicht sichtbar infizierten Knollen. Der Schadpilz wächst im Stängel der Kartoffeln nach oben sobald die Knollen im Frühjahr austreiben.
Achtung bei hoher Bodenfeuchtigkeit
Gerade bei hoher Bodenfeuchte entstehen oft sogenannte Befallsnester. Deshalb ist ein rechtzeitiger Spritzstart wichtig. Die richtige Fungizid-Strategie hängt von mehreren Faktoren wie die Wahl des richtigen Fungizides, aber auch von Sorte und Krautwachstum ab.
Wie Pilzbefall bei Erdäpfelpflanzen erkennen?
Die ersten Symptome treten oft in Form von Stängelbefall auf. Tritt Stängel-Phytophtora bei Reihenschluss auf, sind die Ertrags- und Qualitätsverluste oft sehr groß. Obwohl die Witterung einen großen Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat, kann man durch rechtzeitig eingesetzte Fungizide den Erfolg der Krautfäule-Bekämpfung beeinflussen. Das heißt, der Spritzstart ist entscheidend und erspart oft aufwändige und teure Korrekturspritzungen, laut Volksmund „Stoppspritzungen“.
Deren Wirksamkeit ist aber anzuzweifeln, da laut Zulassungsauflagen der verwendeten Wirkstoffe ein zeitlicher Mindestabstand von mindestens sieben Tagen einzuhalten ist, die Kurativleistung, auch der besseren Wirkstoffe, aber nur zwei bis maximal drei Tage beträgt. Der Pflanzenschutz Warndienst unterstützt unter warndienst.at seit einigen Jahren bei der Entscheidungsfindung für den Spritzstart.
Deren Wirksamkeit ist aber anzuzweifeln, da laut Zulassungsauflagen der verwendeten Wirkstoffe ein zeitlicher Mindestabstand von mindestens sieben Tagen einzuhalten ist, die Kurativleistung, auch der besseren Wirkstoffe, aber nur zwei bis maximal drei Tage beträgt. Der Pflanzenschutz Warndienst unterstützt unter warndienst.at seit einigen Jahren bei der Entscheidungsfindung für den Spritzstart.
Mit systemischen Produkt zuerst
Die ersten Fungizid-Behandlungen sollten mit einem systemischen Produkt erfolgen. Die Pflanze nimmt systemische Wirkstoffe auf und verteilt sie mit dem Saftstrom. Diese systemische Verteilung schützt bis zu einem gewissen Grad auch den Blattzuwachs.
In der Hauptwachstumsphase ist der Einsatz von systemischen und lokalsystemischen Wirkstoffkombinationen von Vorteil. Einige Produkte haben hier eine protektive und kurative Wirkung. Nach der Hauptwachstumsphase, sobald das Krautwachstum nachlässt oder nicht mehr stattfindet, kann man lokalsystemische oder Kontaktfungizide einsetzen.
Resistenzmanagement
Eine Herausforderung für die Fungizidstrategien ist die in den letzten Jahren besorgniserregend starke Zunahme der resistenten Phytophthora-Stämme EU_43 und EU_46, ausgehend von Dänemark, den Benelux-Ländern und Norddeutschland.
Die Resistenzen beziehen sich auf die Wirkstoffgruppe der CAA´s (FRAC-Gruppe 40) und der OXTP´s (FRAC-Gruppe 49). In Österreich wurden bis dato vereinzelt Resistenzen nachgewiesen. Die Probenanzahl aus Österreich war aber eher gering.
Wichtig für die richtige Fungizidstrategie ist zu wissen, dass die Resistenz gegen CAA rezessiv vererbt wird. Durch richtige Wirkstoffwahl kann sie wieder zurückgehen. Die Resistenz gegen OXTP ist dagegen dominant. Das heißt, sie bleibt erhalten. Eine Kreuzresistenz zwischen CAA und OXTP gibt es auch nicht.
Alternaria oder Rhizoctonia
Neben der Kraut- und Knollenfäule treten im Kartoffelanbau weitere Pilzkrankheiten auf, etwa Alternaria oder Rhizoctonia. Auch diese Krankheiten können die Knollenqualität mindern und die Lagerfähigkeit beeinträchtigen.
Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Alternaria sehr früh auftreten kann. Die „alte Faustregel“, dass ab der dritten oder vierten Fungizidspritzung ein Alternaria-Produkt eingesetzt werden soll, muss nicht immer richtig sein. Aktuell wird empfohlen, schon bei der zweiten, spätestens ab der dritten Applikation Wirkstoffe gegen Alternaria einzusetzen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass früher viele Produkte, die zum Spritzstart gegen Phytophthora eingesetzt wurden, als zweiten Wirkstoff Mancozeb beinhalteten, der ja eine sehr gute Wirkung gegen Alternaria hatte.
Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Alternaria sehr früh auftreten kann. Die „alte Faustregel“, dass ab der dritten oder vierten Fungizidspritzung ein Alternaria-Produkt eingesetzt werden soll, muss nicht immer richtig sein. Aktuell wird empfohlen, schon bei der zweiten, spätestens ab der dritten Applikation Wirkstoffe gegen Alternaria einzusetzen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass früher viele Produkte, die zum Spritzstart gegen Phytophthora eingesetzt wurden, als zweiten Wirkstoff Mancozeb beinhalteten, der ja eine sehr gute Wirkung gegen Alternaria hatte.
Kartoffelkäfer und Blattläuse
Der Kartoffelkäfer gilt als der klassische Schädling der Kultur. Larven und erwachsene Käfer fressen die Blätter der Pflanzen. Bei starkem Befall kann es zu einer vollständigen Entlaubung kommen. Dies beeinträchtigt die Energieversorgung der Pflanzen und reduziert die Knollenbildung erheblich.
Blattläuse können Viruserkrankungen übertragen, die das Wachstum der Kartoffeln hemmen. Insektizide werden eingesetzt, wenn Schadschwellen überschritten werden. Auch hier ist der Wechsel verschiedener Wirkstoffgruppen entscheidend, um die Entwicklung von Resistenzen zu verhindern und Pflanzen effizient zu schützen. Durch die Kombination aus bedarfsgerechter Anwendung von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden mit gesundem Pflanzgut lässt sich der Pflanzenschutz optimieren. Berücksichtigen der Fruchtfolge und wählen des richtigen Standortes sind weitere Bausteine des Integrierten Pflanzenschutzes. Durch diese Maßnahmen kann man Pflanzenschutzmittel gezielt einsetzen, während die Pflanzen gestärkt werden und das Risiko von Schäden sinkt.
Blattläuse können Viruserkrankungen übertragen, die das Wachstum der Kartoffeln hemmen. Insektizide werden eingesetzt, wenn Schadschwellen überschritten werden. Auch hier ist der Wechsel verschiedener Wirkstoffgruppen entscheidend, um die Entwicklung von Resistenzen zu verhindern und Pflanzen effizient zu schützen. Durch die Kombination aus bedarfsgerechter Anwendung von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden mit gesundem Pflanzgut lässt sich der Pflanzenschutz optimieren. Berücksichtigen der Fruchtfolge und wählen des richtigen Standortes sind weitere Bausteine des Integrierten Pflanzenschutzes. Durch diese Maßnahmen kann man Pflanzenschutzmittel gezielt einsetzen, während die Pflanzen gestärkt werden und das Risiko von Schäden sinkt.
Fazit: Pflanzenschutz für österreichischen Erdäpfelbau unverzichtbar
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Herbizide, Fungizide und Insektizide im österreichischen Kartoffelanbau unverzichtbar sind, um gesunde Pflanzen, hohe Erträge und qualitativ hochwertige Knollen zu sichern. Durch diese Maßnahmen lassen sich Pflanzenschutzmittel effizient nutzen und den wirtschaftlichen Erfolg sichern.