Psychosoziale Unterstützung für Bäuerinnen und Bauern stark gefragt
„Landwirtschaft bedeutet Verantwortung – für den Betrieb, für die Familie und oft für mehrere Generationen. Wenn Konflikte, Überlastung oder Sorgen dazukommen, braucht es Unterstützung, die zum Leben am Hof passt“, sagt Irene Neumann-Hartberger, Bundesbäuerin und Landwirtin aus Niederösterreich. Sie ermutigt dazu, Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen: „Mit ‚Lebensqualität Bauernhof‘ gibt es seit 2007 ein Angebot, das in schwierigen Situationen begleitet.“
Die Zahlen im Überblick
2025 wurden im Rahmen der Initiative „Lebensqualität Bauernhof“ österreichweit 894 Beratungsfälle verzeichnet – mehr als im Jahr davor. Auch das Bäuerliche Sorgentelefon klingelt regelmäßig: Seit seinem Bestehen wurden über 11.000 Gespräche geführt, allein im vergangenen Jahr waren es 515. Hinter jeder Zahl steht ein Hof, eine Familie, ein Mensch mit Sorgen.
Wenn mehrere Lebenswelten aufeinandertreffen
Die Themen, die in der Beratung angesprochen werden, sind selten einfach – und oft eng miteinander verflochten. Generationenkonflikte, Partnerschaftsprobleme oder die emotionale Herausforderung rund um Hofübernahme und Übergabe zählen zu den häufigsten Gründen für ein Gespräch. Es sind Konflikte, die nicht nur den Betrieb betreffen, sondern tief ins Privatleben reichen.
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Belastung ist spürbar – Entlastung auch
Eine aktuelle Studie zu sozialen und psychischen Belastungen in der Land- und Forstwirtschaft bestätigt das Bild: Die Mehrheit der Befragten erlebt mittlere Belastungen, rund ein Drittel sogar hohe. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, was trägt: Familie und Freundeskreis, die Arbeit in und mit der Natur sowie das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.
Was vielen fehlt? Ein klarer Überblick über bestehende Hilfsangebote.
Hilfe sichtbar machen
Genau hier setzt die Kampagne „Happy am Hof“ an. Gemeinsam mit Partnern werden Unterstützungsangebote gebündelt – von arbeitspsychologischer Beratung über wirtschaftliche Hilfen bis hin zum Sorgentelefon. Ziel ist es, den Zugang einfacher zu machen und Hemmschwellen abzubauen.
Drei Wege zur Unterstützung
Die Initiative „Lebensqualität Bauernhof“ baut dabei auf drei Säulen: das Bäuerliche Sorgentelefon, psychosoziale Beratung und Bildungsangebote. 182 Veranstaltungen mit rund 8.000 Teilnehmenden zeigen, dass auch Prävention gefragt ist – etwa, wenn es darum geht, die eigene Resilienz zu stärken.
Manchmal beginnt Entlastung mit einem einfachen Schritt: reden. Das Bäuerliche Sorgentelefon ist von Montag bis Freitag erreichbar, anonym und niederschwellig – für alle, die gerade nicht weiterwissen.