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„TreffSICHER“ bei der Mineraldüngerausbringung – gezielt gedüngt – besser gewachsen!

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23.02.2026 | von DI Thomas Wallner

Demnächst, sobald die Flächen befahrbar sind, startet wieder die Düngesaison. Die Mineraldüngerausbringung steht heute mehr denn je im Spannungsfeld zwischen Ertragssicherung, Kosteneffizienz und Umweltverantwortung. Hohe Betriebsmittelpreise, strengere gesetzliche Vorgaben und der Anspruch an nachhaltige, boden- und gewässerschonende Produktionssysteme erfordern eine neue Qualität der Präzision. Genau hier setzt das Prinzip „TreffSICHER“ an: Nährstoffe müssen bedarfsgerecht, verlustarm und punktgenau ausgebracht werden – für optimal versorgte Bestände und wirtschaftlich stabile Erträge.

Präzision als Erfolgsfaktor

Die Aufgabe der Düngung ist es, die Nährstoffe in bedarfsgerechter Menge zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen. „TreffSICHER“ bedeutet, dass jeder Quadratmeter genau die Nährstoffmenge erhält, die er benötigt – nicht mehr und nicht weniger. Ziel ist es, Streuverluste, Überlappungen, aber auch Unterversorgungen unbedingt zu vermeiden. Moderne Technik ermöglicht heute eine Genauigkeit, die vor wenigen Jahren noch undenkbar war.
Wichtige Bausteine sind:
  • Exakte Streubildoptimierung durch präzise Kalibrierung
  • Qualitativ hochwertwertige Dünger
  • GPS-gestützte Applikation mit automatischer Teilbreitenschaltung
  • Variable Ausbringmengen auf Basis von Ertragskarten oder Sensordaten (TerraZo - Kostenlos Applikationskarten erstellen)
  • Digitale Dokumentation (www.ödüplan.at) für Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Das Ergebnis: Gleichmäßig versorgte Pflanzenbestände mit optimaler Nährstoffverfügbarkeit.
Bei jeder Düngungsmaßnahme ist nicht nur auf die erforderlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässer zum Schutz von Nährstoffeinträgen (Stickstoff, Phosphor) in unsere Gewässer zu achten, sondern auch darauf, dass benachbarte Flächen, Hausgärten oder Straßen, Wege und dgl. keinesfalls beeinträchtigt bzw. „mitgedüngt“ werden.
gedüngte Straße.jpg © BWSB/Wallner
Unbedingt vermeiden - im Zuge der Düngung mit Mineraldünger wurde die angrenzende Straße miterfasst. © BWSB/Wallner

Gleichmäßige Düngerverteilung – ein MUSS

Oft ist es schwierig genug, den Dünger gleichmäßig über die Fläche zu verteilen. Dabei hilft eine ausgefeilte Technik – aber eine moderne Technik allein ist keine Garantie für eine gleichmäßige Düngerverteilung. Folgende Faktoren beeinflussen die Qualität der Düngerverteilung maßgeblich:
  • Qualität und physikalische Eigenschaften der Mineraldünger

    Mineraldünger in fester Form sind rieselfähige Schüttgüter. Die verschiedenen Düngersorten unterscheiden sich sehr stark in den physikalischen Stoffeigenschaften. So variiert z.B. die Kornform in Abhängigkeit von der Herkunft (bergmännischer Abbau oder industrielle Fertigung), die chemische Zusammensetzung beeinflusst die Dichte und der Herstellungsprozess die Korngröße. Selbst gleiche Sorten zeigen in Abhängigkeit vom Hersteller große Unterschiede. Weiters wirken sich nachfolgende physikalische Stoffeigenschaften auf die Dosierung und Querverteilung aus und beeinflussen das Fließverhalten und die Flugeigenschaften
    • Korngrößenspektrum
    • Kornform
    • Kornoberfläche – Reibverhalten
    • Reindichte (spez. Korngewicht)
    • Schüttdichte
    • Kornfestigkeit
    • Wasseraufnahmefähigkeit des Düngers bei der Lagerung
Andüngung_Mais_Streuverteilung.jpg © BWSB/Wallner
Problem mit der Querverteilung – da gibt’s Handlungsbedarf. © BWSB/Wallner

Praxistipps

  • Beim Streuen mit großen Arbeitsbreiten sollen grobkörnige Dünger mit hohem spez. Gewicht verwendet werden.
  • Es sollten nur staubfreie Dünger oder Produkte mit geringem Staubanteil verwendet werden.
  • Eine ausreichende Kornhärte sollte vorliegen, damit es beim Beschleunigen auf der Streuscheibe nicht zu Kornbruch kommt.

Düngequalität muss passen!

  • Homogene Ware
  • Staubanteil soll möglichst gering sein
  • Korn hart und trocken (sobald der Dünger Feuchtigkeit aufgenommen hat, werden die Körner weich und neigen zum Schmieren. Bei angefeuchteten Produkten ändern sich in der Folge Dosiermenge und Streubild)
  • Korngrößenverteilung ausgewogen, keine einheitliche Korngröße
  • Richtige Lagerung des Düngers – Brocken im Dünger, die sich aufgrund des Lagerdrucks gebildet haben, fallen leicht auseinander und sind kein negatives Qualitätsmerkmal. Achtung bei Brocken, die durch Feuchtigkeitsaufnahme entstanden und sehr hart sind!

Was noch das Streubild beeinflusst

In der Praxis können Seitenwind, ungleiche Fahrgassenabstände, Bodenunebenheiten, Hanglagen usw. das Streuergebnis wesentlich beeinflussen. Ein großer Einfluss liegt in der Einstellung des Düngerstreuers. Die häufigsten Mängel betreffen die Streuereinstellung und den Verschleiß. Die richtige Streuereinstellung beginnt mit dem Anbau an den Traktor auf ebener Fläche. Gleich lange Unterlenker und gleiche Reifeninnendrücke in den Hinterreifen sind Voraussetzung für die korrekte waagerechte Ausrichtung des Streuers. Die Neigung des Streuers in Fahrtrichtung muss über den Oberlenker des Traktors entsprechend der Streutabelle eingestellt werden. Jedem neuen Streuer ist eine Streutabelle beigefügt. Darin sind die Einstellwerte für die Ausbringmengen und Arbeitsbreiten den verschiedenen Düngersorten tabellarisch zugeordnet.

Diese Einstellwerte sind Richtwerte, da die physikalischen Stoffeigenschaften der Düngersorten sich mit der Zeit – besonders durch Feuchtigkeits- und Temperatureinwirkung – verändern können. Auch sind nicht alle Düngersorten in der Streutabelle aufgeführt. Mit Hilfe einer Abdrehprobe und mit Prüfschalen am Feld können die exakten Einstellwerte und die Qualität der Querverteilung exakt ermittelt werden.
Einsatz von Prüfschalen am Feld - Querverteilung.jpg © BWSB/Wallner
Einsatz von Prüfschalen im Feld geben Aufschluss über die Querverteilung. © BWSB/Wallner

Fazit

„TreffSICHER“ bei der Mineraldüngerausbringung bedeutet: Gezielt gedüngt – besser gewachsen bei maximalem Umweltschutz! Durch präzise Applikation, digitale Unterstützung und fundierte Planung lassen sich Erträge sichern, Kosten optimieren und Umweltbelastungen vermeiden. Die Zukunft der Düngung liegt nicht in höheren Mengen, sondern in höherer Genauigkeit – Stichwort Nährstoffeffizienz!
Nähere Informationen bei der Boden.Wasser.Schutz.Beratung unter 050 6902 1426 oder www.bwsb.at.

Links zum Thema

  • TerraZo - Kostenlos Applikationskarten erstellen
  • ÖDüPlan Plus
  • Ausbringungsverbote und Sperrfristende, Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern
  • Startdüngung von Wintergetreide und Winterraps - gewässerschonend und bedarfsgerecht!
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„Erosionsschutz – geht uns alle an!“

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