Trockenheit setzt Niederösterreichs Wäldern deutlich zu
Vorzeitiger Blattfall bedeutet nicht zwangsläufig Absterben
Laubbäume können auf starken Wassermangel mit frühzeitiger Blattverfärbung und Blattfall reagieren. Durch die verringerte Blattfläche reduziert sich die Transpiration und damit der weitere Wasserverlust. Ein vorzeitiger Blattfall bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass der Baum abgestorben ist.
Bleiben Knospen, Triebe und das Gewebe unter der Rinde am Leben, können die Bäume im kommenden Frühjahr wieder austreiben. Ob ein Baum die Trockenperiode überstanden hat, lässt sich daher nach einem vorzeitigen Blattfall nicht immer unmittelbar beurteilen.
Nach ergiebigen Niederschlägen ist bei manchen Baumarten auch ein erneuter Austrieb noch in diesem Jahr möglich. Bleibt dieser aus, ist das kein eindeutiges Zeichen für ein Absterben. Ein später Neuaustrieb ist zudem nicht unbedingt von Vorteil: Die jungen Triebe haben bis zum Winter nur wenig Zeit, zu verholzen, und sind dadurch frostgefährdeter. Gleichzeitig beansprucht der erneute Austrieb Reservestoffe des bereits durch Trockenheit geschwächten Baumes. Das tatsächliche Ausmaß der Trockenschäden wird sich daher bei vielen Bäumen erst mit dem Austrieb im kommenden Frühjahr zeigen.
Nach ergiebigen Niederschlägen ist bei manchen Baumarten auch ein erneuter Austrieb noch in diesem Jahr möglich. Bleibt dieser aus, ist das kein eindeutiges Zeichen für ein Absterben. Ein später Neuaustrieb ist zudem nicht unbedingt von Vorteil: Die jungen Triebe haben bis zum Winter nur wenig Zeit, zu verholzen, und sind dadurch frostgefährdeter. Gleichzeitig beansprucht der erneute Austrieb Reservestoffe des bereits durch Trockenheit geschwächten Baumes. Das tatsächliche Ausmaß der Trockenschäden wird sich daher bei vielen Bäumen erst mit dem Austrieb im kommenden Frühjahr zeigen.
Nadelbäume sind differenziert zu beurteilen
Bei immergrünen Nadelbäumen wie Fichte, Tanne oder Kiefer ist eine starke Braunverfärbung und ein Verlust von Nadeln kritischer zu beurteilen. Vertrocknete, braune Nadeln regenerieren sich nicht. Für das Überleben des Baumes ist entscheidend, wie viel grüne Nadelmasse erhalten bleibt und ob Knospen und Triebe noch leben.
Trockenstress verringert zudem die Widerstandsfähigkeit der Bäume gegenüber Schaderregern. Bei geschwächten Nadelbäumen steigt insbesondere das Risiko eines Befalls durch Borkenkäfer.
Eine Ausnahme ist die Lärche. Als sommergrüne Nadelbaumart kann sie bei starkem Trockenstress mit vorzeitiger Nadelverfärbung und frühzeitigem Nadelabwurf reagieren. Dieser ist, ähnlich wie der vorzeitige Blattfall bei Laubbäumen, nicht automatisch mit einem Absterben gleichzusetzen.
Baumzustand nach Trockenstress beurteilen
Das Kronenbild allein lässt nicht immer erkennen, ob ein Baum die Trockenperiode überlebt hat. Gut ausgebildete Knospen sowie biegsame, nicht vollständig vertrocknete Fein- und Seitentriebe weisen darauf hin, dass noch lebendes Gewebe vorhanden ist. Bei jüngeren Bäumen kann man zusätzlich an einer kleinen Stelle die Rinde vorsichtig anritzen. Grünliches bis helles und frisches Gewebe unter der Rinde spricht für lebendes Gewebe, braunes und trockenes hingegen für bereits abgestorbene Bereiche.
Eine abschließende Beurteilung ist dennoch nicht immer sofort möglich. Erst mit dem Austrieb im kommenden Frühjahr wird sich bei vielen Bäumen das tatsächliche Ausmaß der Trockenschäden zeigen.
Besonders hohe Ausfälle bei Aufforstungen
Besonders gravierend sind derzeit die Ausfälle bei Aufforstungen. Auf vielen Flächen sind außergewöhnlich hohe Pflanzenausfälle zu beobachten. Betroffen sind dabei nicht nur neu angelegte, sondern auch bereits seit mehreren Jahren etablierte Kulturen.
Junge Forstpflanzen können lang anhaltende Trockenperioden schlechter ausgleichen, da ihre Wurzeln tiefere, länger wasserführende Bodenschichten noch nicht ausreichend erschlossen haben. Bei anhaltendem Bodenwassermangel wird die Wasserversorgung daher auch in bereits etablierten Kulturen zum begrenzenden Faktor.
Nachbesserung bei geförderten Aufforstungen
Bei bereits geförderten Aufforstungen kann innerhalb der ersten fünf Jahre nach Begründung der Kultur einmalig eine Nachbesserung gefördert werden, wenn aufgrund extremer Witterungsverhältnisse mehr als 30%t der ursprünglich gesetzten Pflanzen ausgefallen sind. Die zuständige Bezirksforstinspektion muss den Ausfall bestätigen.
Bei entsprechenden Ausfällen macht es Sinn, Kontakt mit der zuständigen Bezirksforstinspektion oder dem Forstberater der Bezirksbauernkammer aufzunehmen. Im Zuge der Beratung kann auch beurteilt werden, ob bei der Nachbesserung Anpassungen hinsichtlich Baumartenwahl und Mischung zweckmäßig sind. Das tatsächliche Ausmaß der Trockenheitsschäden wird sich in vielen Beständen erst in den kommenden Monaten und mit dem Austrieb im Frühjahr zeigen. Die derzeit hohen Ausfälle in Aufforstungen machen die Auswirkungen des anhaltenden Wassermangels jedoch bereits jetzt deutlich sichtbar.
Bei entsprechenden Ausfällen macht es Sinn, Kontakt mit der zuständigen Bezirksforstinspektion oder dem Forstberater der Bezirksbauernkammer aufzunehmen. Im Zuge der Beratung kann auch beurteilt werden, ob bei der Nachbesserung Anpassungen hinsichtlich Baumartenwahl und Mischung zweckmäßig sind. Das tatsächliche Ausmaß der Trockenheitsschäden wird sich in vielen Beständen erst in den kommenden Monaten und mit dem Austrieb im Frühjahr zeigen. Die derzeit hohen Ausfälle in Aufforstungen machen die Auswirkungen des anhaltenden Wassermangels jedoch bereits jetzt deutlich sichtbar.