Unsere Gewässer brauchen einen "Sonnenschirm“!
Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigen, dass sich Fließgewässer im Alpenraum in den vergangenen Jahrzehnten teilweise stärker erwärmt haben als die Lufttemperatur. Bereits zwischen 1980 und 2010 stiegen die Temperaturen österreichischer Fließgewässer im Durchschnitt um rund 1,5 °C. Schon eine Erwärmung um wenige Grad kann weitreichende Folgen haben.
Viele heimische Fischarten wie Forelle, Äsche oder Koppe sowie zahlreiche Wasserinsekten sind auf kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Mit steigender Wassertemperatur sinkt jedoch der Sauerstoffgehalt des Wassers. Gleichzeitig steigt der Stoffwechsel der Tiere - sie benötigen also mehr Sauerstoff, obwohl weniger verfügbar ist. Die Folge sind Stress, geringerer Fortpflanzungserfolg und im Extremfall das Verschwinden empfindlicher Arten. Wärmeliebende Fische und Algen breiten sich hingegen zunehmend aus und verändern das ökologische Gleichgewicht.
Eine der wirksamsten und gleichzeitig einfachsten Maßnahmen dagegen wächst direkt am Ufer: Bäume und Sträucher. Sie spenden Schatten und wirken wie eine natürliche Klimaanlage. Studien belegen, dass Ufergehölze die Erwärmung kleiner und mittlerer Fließgewässer deutlich reduzieren können - besonders während Hitzewellen. Gleichzeitig stabilisieren ihre Wurzeln die Ufer, verhindern Erosion und schaffen wertvolle Lebensräume für Vögel, Insekten und andere Tierarten.
Auch die Landwirtschaft spielt dabei eine wichtige Rolle. In Oberösterreich grenzen viele Äcker und Wiesen direkt an Gewässer. Werden Ufergehölze entfernt oder fehlen ausreichend breite Gewässerrandstreifen, gelangt mehr Sonnenstrahlung auf das Wasser. Gleichzeitig können Nährstoffe aus Düngemitteln sowie Pflanzenschutzmittel durch Regen in Bäche und Flüsse eingetragen werden. Diese Stoffe fördern Algenwachstum und verschlechtern die Wasserqualität. Forschende der BOKU konnten nachweisen, dass bewachsene Gewässerrandstreifen sowohl Nährstoffeinträge reduzieren als auch den Temperatur- und Sauerstoffhaushalt der Gewässer positiv beeinflussen.
Fazit
Der Schutz unserer Gewässer beginnt nicht erst im Wasser, sondern bereits am Ufer. Naturnahe Gewässerrandstreifen, Hecken und Auwälder sind eine Investition in die Zukunft. Sie schützen die Artenvielfalt, verbessern die Wasserqualität, erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Hochwasser- und Bodenschutz.
Eine aktuelle Studie zum Thema "Langzeitentwicklung der Wassertemperaturen oberösterreichischer Fließgewässer im Kontext des Klimawandels" finden Sie unter: Langzeitentwicklung der Wassertemperaturen oberösterreichischer Fließgewässer im Kontext des Klimawandels.
Unsere Gewässer brauchen Schatten. Jeder erhaltene oder neu gepflanzte Uferbaum bzw. Strauch ist ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Gerade in einem wasserreichen Bundesland wie Oberösterreich liegt es in unserer Verantwortung, diese natürlichen Lebensadern für kommende Generationen zu bewahren.
Eine aktuelle Studie zum Thema "Langzeitentwicklung der Wassertemperaturen oberösterreichischer Fließgewässer im Kontext des Klimawandels" finden Sie unter: Langzeitentwicklung der Wassertemperaturen oberösterreichischer Fließgewässer im Kontext des Klimawandels.
Unsere Gewässer brauchen Schatten. Jeder erhaltene oder neu gepflanzte Uferbaum bzw. Strauch ist ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Gerade in einem wasserreichen Bundesland wie Oberösterreich liegt es in unserer Verantwortung, diese natürlichen Lebensadern für kommende Generationen zu bewahren.