Vom Acker in die Apotheke: Waldland und Bionorica setzen auf Schlüsselblumen aus Niederösterreich
Kraftpaket "Schlüsselblume"
Sie ist klein, gelb und ein echtes Kraftpaket: Die Schlüsselblume (Primel) stand heute im Zentrum eines Pressegesprächs zum Thema „Schlüsselblume – Apotheke am Feld“ – direkt am Feld bei St. Pölten. Seit zwei Jahrzehnten arbeiten der niederösterreichische Betrieb Waldland und der deutsche Pharmagigant Bionorica zusammen: Die von Waldland produzierten Schlüsselblumenblüten werden von Bionorica zu hochwertigen Medikamenten verarbeitet.
Sonderkulturen: Ein wertvoller Teil niederösterreichischer Landwirtschaft
Die Arbeit beginnt bei den Landwirten. Auf mehreren tausend Hektar werden in Österreich sogenannte Sonderkulturen angebaut, ein Großteil davon in Niederösterreich. Waldland selbst bewirtschaftet rund 4.000 Hektar mit Heilpflanzen, etwa 200 Hektar entfallen auf die Schlüsselblume. Der Anbau erfordert Erfahrung und eine angepasste Technik – von der Pflanzung bis zur Ernte, die teilweise mit eigens entwickelten Maschinen erfolgt.
Weiterverarbeitet werden die Pflanzen bei Bionorica. Dort kommen die Blüten unter anderem in Präparaten gegen Nebenhöhlenbeschwerden zum Einsatz, während die Wurzeln für andere pflanzliche Arzneimittel genutzt werden. Das Unternehmen setzt dabei auf standardisierte Prozesse und wissenschaftliche Grundlagen – ein klarer Unterschied zu klassischen Nahrungsergänzungsmitteln.
Regionalität erobert den Pharmabereich
Die Kooperation zeigt auch, welche Rolle regionale Produktion im Pharmabereich spielen kann. Viele Wirkstoffe oder pflanzliche Rohstoffe werden international bezogen, häufig aus Asien oder den USA. Projekte wie dieses setzen bewusst auf lokale Landwirtschaft und kontrollierte Bedingungen entlang der gesamten Produktionskette.
Neben der wirtschaftlichen Bedeutung wird auch der ökologische Aspekt betont. Heil- und Gewürzpflanzen gelten als vergleichsweise vielfältige Kulturen und können zur Biodiversität beitragen. Gleichzeitig eröffnen sie landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Einkommensquellen abseits klassischer Nutzpflanzen.
Andrea Wagner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, sieht darin ein Modell mit Zukunft:
„Diese besondere Kultur steht beispielhaft für eine Landwirtschaft, die hochwertige Rohstoffe produziert, regionale Wertschöpfung schafft und einen hohen Beitrag zur Biodiversität leistet“.