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Welche Vorteile bieten Waldränder für meinen Wald?

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26.06.2026 | von Fö. Ing. Susanna Teufl

Der Übergang von Wald zum Feld bietet bei Vorhandensein eines entsprechenden Waldrandes vielen Tier- und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum. Auch die Vorteile für die heimische Waldbewirtschaftung sind nicht zu vernachlässigen. Die folgenden Inhalte nehmen Bezug auf die Broschüre „Gestaltung und Pflege von Waldrändern“.

Waldrand.jpg © LK Niederösterreich
Der stufige Aufbau eines Waldrandes schützt den dahinterliegenden Wald vor Sturmschäden, Frost, Randschäden wie etwa Sonnenbrand oder Bodenaustrocknung sowie auch vor Bodenerosion durch Wind und Wasser. © LK Niederösterreich

Brücken zwischen Wald und offenem Land

Der Wechsel zwischen Wald und Feld ist oft so abrupt, dass für einen artenreichen und strukturreichen Waldrand nur wenig Platz vorhanden ist. Waldrand ist zeitgleich Bodenschutz, Gewässerschutz, Sichtschutz und Immissionsschutz und bietet nebenher noch Habitate für viele unterschiedliche Arten. So halten sich im Waldrandbereich, im Gegensatz zum geschlossenen Wald bzw. offenen Felder, beispielsweise doppelt so viele Vogelarten auf.

Der „ideale Waldrand“ sollte folgende Eigenschaften aufweisen

  • ungleichaltrig und unregelmäßig stufig aufgebaut
  • Vorhandensein von standortsgerechten Pflanzen
  • enge Verzahnung zwischen Krautsaum, Strauchgürtel und Waldmantel

Waldaußenränder – Waldinnenränder

Waldränder kommen in zwei Formen vor: Einerseits gibt es die typischen Waldaußenränder - also der Grenzbereich zwischen Wald und offener Landschaft. Auf der anderen Seite gibt es auch Waldinnenränder. Diese entstehen entlang von Wegen wie etwa Forststraßen, Bächen, Flüssen, Waldwiesen, Mooren, Holzlagerplätze, Felswänden oder Infrastruktureinrichtungen wie etwa Hochspannungsleitungen. Waldinnenränder haben neben der Funktion als Waldrand auch noch die Aufgabe der Ausweichmöglichkeit, Zwischenholzlagerung, Bienenweide oder Äsungsfläche für das Wild. Ebenso ist aufgrund von sinnvoll angelegten Waldinnenrändern eine leichtere Austrocknung der Forststraßen möglich und erspart somit einen Teil der laufenden Sanierungskosten.
Abbildung 1_Stufen eines Waldrandes.png © Susanna Teufl/LK Niederösterreich
Abbildung 1: Stufen eines Waldrandes. © Susanna Teufl/LK Niederösterreich

Aufbau eines optimalen Waldrandes

Damit ein gestufter Waldrand entstehen kann, ist es zunächst von Vorteil, einen ausreichend breiten Geländestreifen freizuhalten. Dieser kann bei Waldaußenränder eine Breite von 10-30 Meter und bei Waldinnenrändern eine Breite von etwa fünf Meter einnehmen. Wie auf der Abbildung 1 zu erkennen ist, untergliedert sich ein optimal vorhandener Waldrand in folgende Strukturen:
  1. Krautsaum: Dabei handelt es sich um einen mindestens drei Meter breiten Bereich, der sehr extensiv genutzt wird und aus Gräsern, Wiesenblumen und Kräutern besteht. Hier findet der Übergang zum intensiv bewirtschafteten Grün- oder Ackerland statt.
  2. Kleinstrukturen: Zwischen Krautschicht und Strauchschicht finden sich meist besondere Strukturen, wie etwa Steinhaufen, Bäche, Gräben, Reisighaufen, Totholz oder Brombeerdickichte. Dieser Bereich ist der Sonne ausgesetzt und bieten somit spezialisierten Tier- und Pflanzenarten, wie etwa Schlangen und Eidechsenarten optimale Lebensbedingungen.
  3. Strauchgürtel: Im diesem Abschnitt, der eine Mindestbreite von rund fünf Metern aufweisen soll, kommen zahlreiche, im Optimalfall blüten,- beeren- und dornenreiche Straucharten vor. Als typische Beispiele sind hier der Schwarze Holunder, die Vogelbeere oder die Wildrosen zu nennen.
  4. Waldmantel: Dieser bildet den Übergang von der Strauchschicht zum geschlossenen Wald. Hier erscheint eine Breite von rund zehn Metern als realistisch. Der locker aufgebaute Waldmantel besteht meist aus Pionier- und Lichtbaumarten, wie etwa Birken, Zitterpappeln oder Weiden.
  5. Angrenzender Waldbestand
Abbildung 2: Windverhältnisse bei vorhandenem Waldrand.png © LK Niederösterreich
Abbildung 2: Windverhältnisse bei vorhandenem Waldrand © LK Niederösterreich

Warum der Waldrand den Wald schützt

Der stufige Aufbau eines Waldrandes schützt den dahinterliegenden Wald vor Sturmschäden, Frost, Randschäden wie etwa Sonnenbrand oder Bodenaustrocknung sowie auch vor Bodenerosion durch Wind und Wasser. Somit verbleiben durch Waldränder die Nährstoffe auf der Waldfläche, Holz- und Zuwachsverluste werden vermieden und die Bodenfruchtbarkeit bleibt erhalten. Wie auf der Abbildung 2 und 3 zu erkennen ist, verhindert der Waldrand Staubildung und Windturbulenzen im anschließenden Bestand, da dieser den Wind über den Wald hinwegleitet und so die Bäume im Anschluss nicht gefährdet. Die Abbildung 3 hingegen zeigt die mögliche Windgefährdung aufgrund des abrupten Wechsels zwischen land- und forstwirtschaftlicher Fläche.
Abbildung 3: Windverhältnisse bei nicht vorhandenem Waldrand.png © LK Niederösterreich
Abbildung 3: Windverhältnisse bei nicht vorhandenem Waldrand © LK Niederösterreich

Lebensraum für viele Tierarten

Viele Tierarten bevorzugen Waldränder gegenüber dem Waldinneren oder offenen Feldern. So auch unsere heimischen Wildarten, wie beispielsweise das Reh -oder Hasenwild, die bei zu hohem Druck Schäden in den Waldbeständen bzw. auf landwirtschaftlichen Flächen verursachen können. Ein vielfältiger Waldrand bietet dem Wild attraktive Äsungsflächen mit Fege- und Verbissmöglichkeiten und entlastet somit die aufgeforsteten Flächen im Waldinneren.
Ebenso finden sich in den ökologisch wertvollen Waldrändern zahlreiche Tierarten, wie etwa Schlupfwespen, Waldameisen, Spechtarten oder Fledermäuse. Diese ernähren sich mitunter von forstlichen Schädlingen, wie etwa Borkenkäferarten oder Raupen von diversen Schmetterlingsarten. Fledermäuse und Vögel, wie etwa der Neuntöter oder die Waldohreule, nutzen Waldränder als einerseits als Lebensraum aber vor allem zur Jagd nach Insekten oder Kleinsäugern.

Fördermöglichkeiten zum Thema Waldrand

Die Anlage von Waldrändern wird in der Ländlichen Entwicklung 23-27 über die Vorhabensart 73-04 Waldbewirtschaftung, im Fördergegenstand 1 Waldbauliche Maßnahmen gefördert. Hier werden standortsangepasste Sträucher für die Gestaltung eines strukturreichen Waldrandes gefördert. Die Förderfläche selbst muss an eine „Nichtwaldfläche“ im Sinne des Forstgesetzes grenzen und erfordert eine räumliche Tiefe von durchschnittlich mehr als fünf Metern. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten von Waldrändern erhalten Sie beim zuständigen Bezirksförster.
Gestaltung_und_Pflege_von_Waldr__ndern

Kontakt

  • Susanna Teufl
    Ing.in Susanna Teufl
    susanna.teufl@lk-noe.at
    T 05 0259 24102
    M 0664 60 259 24102

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