Die diesjährige Exkursion der Wasserbauern gemeinsam mit Kolleginnen des Landes OÖ, wpa Wien und Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Erosionsprojekt ERWINN (Lambrechten) stand ganz im Zeichen moderner Landwirtschaft, des Boden- und Gewässerschutzes sowie innovativer Forschungsprojekte für die Zukunft. Ziel der Fahrt waren zwei spannende Versuchsanlagen in der Zukunftswerkstatt Ruhstorf, die den Teilnehmern eindrucksvoll zeigten, wie Forschung und Praxis gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels arbeiten.
Der erste Programmpunkt führte zum "EROSION AND RUNOFF LABORATORY (EARL)", dem Erosions- und Abflussmessfeld der Zukunftswerkstatt Ruhstorf. Dort wurde anschaulich dargestellt, wie stark Bodenerosion und Oberflächenabfluss durch zunehmende Wetterextreme an Bedeutung gewinnen. Seit 2025 werden auf der Anlage unter realen Wetterbedingungen verschiedenste Anbausysteme wissenschaftlich untersucht und ausgewertet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten interessante Einblicke in unterschiedliche Bewirt-schaftungsformen, Fruchtfolgen, Sortenwahl und Erosionsschutzmaßnahmen. Besonders beeindruckend waren die modernen Messeinrichtungen, mit denen Abflussmengen, Bodenabtrag und weitere wichtige Daten exakt erfasst werden können.
Im Rahmen der Besichtigung wurde außerdem erläutert, wie die Universität Augsburg daran arbeitet, die gewonnenen Erkenntnisse künftig auf größere Regionen übertragen zu können. Auch der Vergleich der Erosionsschutzauflagen zwischen Deutschland und Österreich sorgte für angeregte Diskussionen und einen wertvollen fachlichen Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die praxisnahen Beispiele machten deutlich, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit Boden und Wasser für die Landwirtschaft der Zukunft ist.
Im Anschluss ging es weiter zum Projekt "FUTURE CROP FARMING - Pflanzenbausysteme der Zukunft". Auf einem rund zwölf Hektar großen Feldlabor erforschen die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und die Universität Passau gemeinsam neue Wege für eine nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten dort vielfältige Kulturen, Biodiversitätsstreifen sowie digital unterstützte Bewirtschaftungssysteme besichtigen. Vorgestellt wurden innovative Ansätze zum Boden- und Gewässerschutz, gewässerschonende Pflanzenschutzmethoden sowie moderne Technologien aus dem Bereich der Agrarrobotik.
Besonders spannend war die Kombination aus Forschung, Digitalisierung und praktischer Umsetzung direkt am Feld. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz moderner Landwirtschaft und die Anforderungen an eine umweltgerechte Produktion wurden intensiv thematisiert. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie Landwirtschaft künftig gleichzeitig Lebensmittel produzieren und dabei Ressourcen, Biodiversität und Wasser schützen kann.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich von beiden Projekten äußerst beeindruckt und begeistert. Neben vielen neuen fachlichen Eindrücken bot die Exkursion auch zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch und zur Diskussion. Insgesamt war es ein sehr informativer und gelungener Tag mit vielen wertvollen Anregungen für die landwirtschaftliche Praxis aktuell und in der Zukunft.