Zwischenfruchtmischung gezielt steuern: Was bringt‘s?
Am Standort Mold wurde untersucht, inwieweit eine zonenspezifische und variable Zusammensetzung von Zwischenfruchtmischungen dazu beitragen kann, Bodengesundheit, Bestandsentwicklung und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Dazu wurden im Anschluss an die Getreideernte die Zwischenfruchtvarianten bestehend aus Flach- und Tiefwurzlern mit der LEMKEN Solitair MR mit MultiHub und PS300 TWIN ISOBUS von APV in Kombination mit einer Väderstad Carrier CrossCutter Disc, teilflächenspezifisch angelegt. Zu Beginn der Vegetation zeigte sich ein Wachstumsvorsprung durch die Doppelscheibenschartechnik, der im Laufe der Vegetation wieder verloren ging. Der Feldaufgang und die Frischmasse pro Quadratmeter waren bei beiden Saatvarianten gleich, jedoch zu Beginn etwas zeitversetzt.
Deutlicher Unterschied bei Saatgutvarianten
Deutliche Unterschiede zeigten sich zwischen den Saatgutvarianten rund sechs Wochen nach der Anlage. Die reine Hydrofit-Mischung bedeckte den Boden zu 30 bis 50 Prozent. Das zusätzliche Beimischen von Tiefwurzlern steigerte die Bodenbedeckung auf rund 70 Prozent.
Diese dichteren Bestände wirkten sich positiv auf den Wasserhaushalt in den ersten zehn Zentimetern des Oberbodens aus. Die angepasste Mischung verbesserte die Wasserspeicherung um fünf Prozent im Oberboden und reduzierte die Bodentemperatur um 1°C – unabhängig von der gewählten Aussaattechnik. Die stündlichen Messungen der Boden- und Klimaparameter wurden mittels Wetterstationen im Onlineportal „FieldClimate“ dokumentiert und ausgewertet. Bei der Aussaat der Zwischenfrucht wurden die Flächen mithilfe von Penetrologgern in drei Zonen geteilt. Der Penetrologger ist ein Gerät speziell zur Messung des Eindringwiderstands des Bodens; gleichzeitig speichert er die erhaltenen Messwerte und ermöglicht somit die Weiterverarbeitung am PC. Der Penetrologger erfasste den Eindringwiderstand und die Bodenfeuchte. So konnte man die Durchwurzelbarkeit des Bodens und die Infiltration des Oberflächenwassers bewerten.
Diese dichteren Bestände wirkten sich positiv auf den Wasserhaushalt in den ersten zehn Zentimetern des Oberbodens aus. Die angepasste Mischung verbesserte die Wasserspeicherung um fünf Prozent im Oberboden und reduzierte die Bodentemperatur um 1°C – unabhängig von der gewählten Aussaattechnik. Die stündlichen Messungen der Boden- und Klimaparameter wurden mittels Wetterstationen im Onlineportal „FieldClimate“ dokumentiert und ausgewertet. Bei der Aussaat der Zwischenfrucht wurden die Flächen mithilfe von Penetrologgern in drei Zonen geteilt. Der Penetrologger ist ein Gerät speziell zur Messung des Eindringwiderstands des Bodens; gleichzeitig speichert er die erhaltenen Messwerte und ermöglicht somit die Weiterverarbeitung am PC. Der Penetrologger erfasste den Eindringwiderstand und die Bodenfeuchte. So konnte man die Durchwurzelbarkeit des Bodens und die Infiltration des Oberflächenwassers bewerten.
- In der verdichtungsfreien Zone ist das Wurzelwachstum der Pflanzen bis in 60 Zentimeter Tiefe nicht eingeschränkt.
- In der mechanisch bedingten Verdichtungssohle wurde eine Verdichtung im Hauptarbeitsbereich von 25 bis 35 Zentimetern Bodentiefe vorgefunden.
- Die Fahrgasse: Durch den Einsatz von RTK-Lenksystemen liegt auf beiden Versuchsflächen die Fahrgasse auf der gleichen Position, wodurch Schadverdichtungen vorhanden sind.
Ende November wurden die Zonen erneut mittels Penetrologger bonitiert und der Effekt auf die drei Verdichtungszonen erfasst.
Die Tiefwurzler verringerten den Eindringwiderstand in den ersten 40 Zentimetern um 22 Prozent. Hydrofit und Feinsämereien erzielten zehn Prozent. Die prozentuale Veränderung des Eindringwiderstandes vor der Aussaat und Ende November im Bereich von 25 bis 35 Zentimetern, zeigt Effekt und Nutzen von Tiefwurzlern klar. Die Feinsämereien bedecken den Boden rasch und wassersparend, lockern jedoch weniger in die Tiefe. Die Werte basieren auf einjährigen Versuchsergebnissen und können je nach Bodenzustand variieren.
Tiefwurzelnde Arten können lokale Bodenverdichtungen teilweise lockern, besonders außerhalb von Fahrgassen. Dort verringerten Tiefwurzler die Verdichtung um sechs Prozent. In stark belasteten Fahrgassen reichte die biologische Lockerung nicht aus.
Hier muss man den Boden zusätzlich mechanisch bearbeiten. Die Wirkung der Feinsämereien, vor allem im Oberboden, wurde gut belegt.
Hier muss man den Boden zusätzlich mechanisch bearbeiten. Die Wirkung der Feinsämereien, vor allem im Oberboden, wurde gut belegt.
Damit Tiefwurzler in die Tiefe wirken, benötigen sie Energie und Wasser. Dafür muss man neben dem Wasserverbrauch im Oberboden auch die Wasserspeicherung in tieferen Schichten beachten.
Durch den Zusatz von Tiefwurzlern in den verdichteten Zonen sinkt zwar der Wasserverbrauch in den ersten zehn Zentimetern aufgrund der besseren Bodenbedeckung und verringerten Evaporation, jedoch steigt der Wasserverbrauch in den tieferen Schichten um zehn Prozent. Dieser Effekt kann vor allem in trockenen Jahren ohne ausreichende Winterfeuchte zu negativen Ertragsleistungen der Folgekultur führen.
Durch den Zusatz von Tiefwurzlern in den verdichteten Zonen sinkt zwar der Wasserverbrauch in den ersten zehn Zentimetern aufgrund der besseren Bodenbedeckung und verringerten Evaporation, jedoch steigt der Wasserverbrauch in den tieferen Schichten um zehn Prozent. Dieser Effekt kann vor allem in trockenen Jahren ohne ausreichende Winterfeuchte zu negativen Ertragsleistungen der Folgekultur führen.
Wirtschaftliche Einordnung
Die Maschinenkosten wurden basierend auf den ÖKL-Richtwerten und der Versuchsanlage eruiert. Bei beiden Sätechnikvarianten wurde mit einer Flächenleistung von 2,4 Hektar pro Stunde und zehn Kilometern pro Stunde kalkuliert.
Zwischen den beiden Aussaattechniken, Doppelscheibenschar und Breitsaat inklusive Kurzscheibenegge, entsteht eine Differenz von 31 Euro je Hektar. Eine höhere Aussaatmenge von 33 Prozent bei der Breitsaat sorgt für Kostengleichheit. Eine systembedingte Geschwindigkeitsanpassung kann zu arbeitswirtschaftlichen Vorteilen bei der APV-Variante führen, dies wurde im Versuch jedoch bewusst gleichgehalten.
Betrachtet man die Gesamtkosten in Abhängigkeit von den Zwischenfruchtkomponenten, so generiert die teilflächenspezifische Regelung einen Kostenvorteil von rund 20 Prozent. Setzt man auf den Fahrgassen zusätzlich einen lokalen Grubberstrich, sinkt der Kostenvorteil auf 14 Prozent. Die Zwischenfrucht kann sich aber auch hier sicher etablieren. Betrachtet man die hohen Investitionskosten der Maschinen, so ist der wirtschaftliche Vorteil zur klassischen Maschinenausstattung mit standardisierter Technik marginal.
Zwischen den beiden Aussaattechniken, Doppelscheibenschar und Breitsaat inklusive Kurzscheibenegge, entsteht eine Differenz von 31 Euro je Hektar. Eine höhere Aussaatmenge von 33 Prozent bei der Breitsaat sorgt für Kostengleichheit. Eine systembedingte Geschwindigkeitsanpassung kann zu arbeitswirtschaftlichen Vorteilen bei der APV-Variante führen, dies wurde im Versuch jedoch bewusst gleichgehalten.
Betrachtet man die Gesamtkosten in Abhängigkeit von den Zwischenfruchtkomponenten, so generiert die teilflächenspezifische Regelung einen Kostenvorteil von rund 20 Prozent. Setzt man auf den Fahrgassen zusätzlich einen lokalen Grubberstrich, sinkt der Kostenvorteil auf 14 Prozent. Die Zwischenfrucht kann sich aber auch hier sicher etablieren. Betrachtet man die hohen Investitionskosten der Maschinen, so ist der wirtschaftliche Vorteil zur klassischen Maschinenausstattung mit standardisierter Technik marginal.
Die Versuchsbedingungen
Die Zwischenfrucht wurde mittels
- PS300 TWIN ISOBUS von APV in Kombination mit einer „Väderstad Carrier CrossCutter Disc“ und
- mit der „LEMKEN Solitair MR“ mit MultiHub ausgebracht.
Die eingesetzten Zwischenfruchtmischungen
Bei der Versuchsanlage diente die Zwischenfruchtmischung Hydrofit der Saatbau Linz als Basis-Breitbandmischung. Die Mischung besteht aus Feinsämereien, welche wassersparend den Boden bedecken, jedoch weniger Tiefenwirkung erreichen. Ergänzend wurde in definierten Zonen eine Tiefwurzler-Zusatzmischung, bestehend aus Meliorationsrettich, Saflor, Futtererbse und Sommerwicke, ausgebracht, um Verdichtungen auf natürlichem Weg beseitigen zu können.
Die Zusammensetzung erfolgte teilflächenspezifisch, basierend auf Satellitendaten, Penetrologger-Messungen (Messung des Eindringungswiderstands) und der Erfahrung des Landwirtes, auf dessen Feld der Versuch durchgeführt wurde.
Die Zusammensetzung erfolgte teilflächenspezifisch, basierend auf Satellitendaten, Penetrologger-Messungen (Messung des Eindringungswiderstands) und der Erfahrung des Landwirtes, auf dessen Feld der Versuch durchgeführt wurde.
Kurz gefasst
Durch variabel zusammengesetzte Zwischenfruchtmischungen in Kombination mit Techniklösungen für eine standortangepasste Aussaat wird es möglich, die Eigenschaften und Vorteile von Zwischenfrüchten besser auszunutzen. Tiefwurzler leisten einen ganz wesentlichen Beitrag zur biologischen bzw. natürlichen Bodenlockerung. Auch wenn dieses Verfahren kurzfristig nicht eine dementsprechend hohe Wirtschaftlichkeit mitbringt, gilt es, die mittel- und langfristigen Vorteile für den Boden zu erkennen. Mechanische Maßnahmen in stark verdichteten Bereichen werden nie zur Gänze ersetzt werden können, jedoch macht es durchaus Sinn, auch bei der Zwischenfruchtaussaat standortangepasst zu denken und zu handeln. Die Technik ermöglicht es.
Dieser Beitrag entstand an der Innovation Farm, die mit Mitteln von Bund, Ländern und der Europäischen Union unterstützt wird.