Biogas-Branche fordert: Chancen erkennen - Potenziale nutzen
Die Hintergründe
Biomethan entsteht durch Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität, wodurch es dem fossilen Pendant entsprechend in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden kann und dadurch Erdgas 1:1 ersetzt. Das Biogas selbst entsteht durch Vergärung von organischen Abfällen und Reststoffen der Landwirtschaft sowie der Lebens- oder Futtermittelindustrie. Biogas ist damit nachhaltig und heimisch. Umso wichtiger ist es, krisensicheres Biomethan aus dezentralen Anlagen vermehrt in die bestehende und sehr gut ausgebaute heimische Gasinfrastruktur einzuspeisen.
Der Hebel für mehr Biomethan heißt Erneuerbares-Gase-Gesetz (EGG)
Derzeit wird weniger als 1% des Gasbedarfs durch heimisches Biomethan gedeckt.
Studien zeigen, dass die Menge deutlich höher sein könnte. Voraussetzung dafür ist vor allem ein rascher Beschluss des Erneuerbaren-Gase-Gesetzes. Die Biogas-Branche pocht daher mit Nachdruck auf ein entsprechendes Gesetz und fordert Rechtssicherheit.
Ein Entwurf dazu liegt aktuell in der Regierungskoordinierung. Das Gesetz könnte langfristig eine sichere Gasversorgung zu stabilen Preisen ermöglichen und Österreich vor Strafzahlungen in Milliardenhöhe aufgrund verfehlter Klimaziele bewahren.
Heimisches Grüngas mit relevantem Potenzial
Laut Biogas-Branche wollen rund 100 heimische Biogasanlagen künftig Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen. Ebenso viele Neuanlagen sind in Planung. Zusammen können diese Anlagen laut Studie der Österreichischen Energieagentur die Gasversorgung bis 2030 mit 3 TWh (200.000 Haushalte), bis 2035 mit 6 TWh (400.000 Haushalte) und langfristig mit 20 TWh (1,4 Millionen Haushalte) sichern. Das entspricht einem Viertel des Gesamtbedarfs. Doch um diese Potenziale auch wirklich heben zu können, braucht es das Erneuerbaren-Gase-Gesetz - für Rechtssicherheit und eine langfristige Planung der Investitionskosten.
Investitionen schaffen Jobs und kurbeln die heimische Wirtschaft an
"Mindestens 1,5 Mrd. Euro müssten die Biogasanlagenbetreiber in Österreich bis 2030 investieren, um 3 TWh Biomethan ins öffentliche Gasnetz einzuspeisen. 95% dieser Investitionen bleiben bei österreichischen Umwelttechnik-Unternehmen und anderen regionalen Betrieben“, erklärt Bernadette Mauthner, Geschäftsführerin der Biogas Bruck/Leitha, die bereits seit 2014 Biomethan in das Gasnetz einspeist. Damit könnten nicht nur rund 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen, sondern auch bis zu 5 Mrd. Euro nachhaltige Wertschöpfung in den Regionen sowie in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen.
Multitalent Biogas
Derzeit werden etwa 0,15 bis 0,2 TWh (etwa 11.000 Haushalte) regionales Grüngas ins österreichische Gasnetz eingespeist - bei einem Gesamtbedarf von 80 TWh. Das ist weniger als ein Prozent des heimischen Gesamtverbrauchs. Doch neben der Energie, die 8.760 Stunden im Jahr zur Verfügung steht und speicherbar ist, hat die Biogastechnologie noch weitere Besonderheiten. So gelangt der nicht vergärbare Teil als vollwertiges Düngemittel in die heimische Landwirtschaft und ersetzt dadurch energieintensiv hergestellten Mineraldünger und sorgt dadurch für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Auch der Aspekt der Abfallverwertung ist wesentlich, da alternative Verwertungswege mitunter zu einem Verlust der enthaltenen Nährstoffe führen würden und für immer verloren wären. Es handelt sich also vielmehr um eine Kreislaufwirtschaftstechnologie mit Energieproduktion und Nährstoffnutzung.
Petition "Zukunft Biogas" JETZT unterschreiben
Der Bundesverband Biogas hat die Petition "Zukunft Biogas" gestartet. Ziel ist es, bei der Einspeisung von Grüngas einen Durchbruch zu schaffen. Jede Unterschrift zählt: www.zukunft-biogas.at.