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Blütenmonilia, die entscheidende Krankheit bei Marille

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11.03.2026 | von DI Herbert Muster

Ein Befall durch Blütenmonilia verursacht nicht nur einen Ernteverlust, sondern führt bei Marillenbäumen auch zu nachhaltigen Kronenschäden. Da die Infektion ausschließlich während der Blüte erfolgt, entscheidet diese kurze Phase über den Gesundheitszustand des Baumes für mehrere Jahre. Entscheidend sind vorbeugende Maßnahmen und die konsequente Reaktion auf feuchte Bedingungen während der Blüte.

Monilia laxa.jpg © LK Steiermark

Erreger & Biologie

Verursacher ist der Pilz "Monilia laxa“, der überwiegend an Fruchtmumien aber auch in befallenen Trieben überwintert. Diese Infektionsquellen stellen im Frühjahr ein hohes Befallsrisiko dar, da sie große Mengen infektiöser Sporen freisetzen.

Die Infektion erfolgt ausschließlich über die Blütenorgane. Ohne offene Blüten ist keine Infektion möglich. Voraussetzung ist zudem Feuchtigkeit, wobei bereits anhaltender Tau ausreicht. Der Pilz ist wenig temperaturempfindlich und kann schon ab etwa 5 °C starke Infektionen auslösen. Dadurch besteht während der Blüte und längerer Feuchtigkeit selbst bei kühler Witterung ein erhebliches Befallsrisiko. Infizierte Blüten sterben ab und der Pilz breitet sich in den Trieben weiter aus.
Monilia Marille.jpg © LK Steiermark

Symptome erkennen

Typisch ist das Welken von Blüten wenige Tage bis spätestens eine Woche nach der Infektion. Der Pilz wächst von dort in die Leitungsbahnen ein und verursacht in weiterer Folge auch ein Absterben von Trieben. Das Ergebnis sind vertrocknete, gekrümmte Triebspitzen, wobei die abgestorbenen Blätter lange am Trieb haften bleiben.

Häufig tritt an den befallenen Stellen auch Gummifluss aus. Kommt es über mehrere Jahre zu Befall, wird meist die gesamte Baumkrone stark in Mitleidenschaft gezogen und der Baum massiv geschwächt. Bei Frostschäden verfärben sich im Unterschied die Blüten oder jungen Früchte bereits wenige Stunden nach den Frostereignis braun, der Baum wird aber nicht beeinträchtigt.
Fruchtmonilia Marille.jpg © LK Steiermark

Marillen sind besonders gefährdet

Die meisten Marillensorten sind äußerst anfällig gegenüber Blütenmonilia, ähnlich stark anfällig sind nur Sauerkirschen. Besonders problematisch kommt dazu, dass sich der Pilz leichter ins Holz ausbreitet als bei anderen Steinobstarten. In unseren feuchten Klimaten kommt es nicht selten vor, dass sich der Befall über mehrere Jahre wiederholt und sich der Befallsdruck weiter aufbaut. Häufig kommt es dann in Kombination mit Bakterien-Infektionen (Pseudomonas) zum Absterben der Bäume

Vorbeugung - Fokus auf Infektionsquellen

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen sind die Sorten- und Standortwahl. Nur Monilia-robuste Sorten (resistente Sorten sind derzeit nicht bekannt) in gut durchlüfteten und sonnigen Standorten ergeben Sinn.
Zudem ist das Entfernen aller Fruchtmumien sowie von abgestorbenen Zweigen zwingend erforderlich, da diese die Hauptquelle für Neuinfektionen darstellen.

Befallene Triebe sollten konsequent 10 - 20 cm ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.
 

Gezielter Pflanzenschutz unverzichtbar

Sind Marillenbäume Infektionen ausgesetzt, kommt es meist auch bei sog. robusten Sorten zum schwerwiegenden Befall. Im erwerbsorientierten Anbau sind bei auftretenden Feuchtphasen während der Blüte gezielte Fungizidbehandlungen zwingend erforderlich. Anwendungen vor Blühbeginn sowie ab Blühende sind wirkungslos.

Leider gibt es gegen Blütenmonilia bislang keine ausreichend wirksamen biologische Alternativen zur Bekämpfung. Einen sehr guten Schutz würde da nur eine Überdachung bringen, wie dies bei Baumspalieren an der Hauswand unter dem Dachvorsprung der Fall ist.

Langfristige Strategie

Die Wahl toleranter Sorten in Kombination mit geeigneter Standortwahl reduziert das Befallsrisiko massiv, ersetzt jedoch nicht die konsequente Hygiene und gezielte Fungizidbehandlungen.

 
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