Das Unkraut hackt sich von alleine
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Im gemächlichen Tempo fährt der Farmdroid über das Winterzwiebelfeld von Michael Krammer in St. Andrä am Zicksee. Dabei hackt der autonome Roboter zwischen und innerhalb der Reihen Unkräuter. Die Solarmodule samt Akku sorgen dafür, dass das Gerät auch nachts arbeiten kann. Die Zwiebeln trifft der Roboter nicht, da er durch moderne RTK-GPS-Technologie deren genaue Position kennt. Die Folge sind ein besserer Feldaufgang und ein einheitlicherer Bestand auch im Vorgewende. Zudem verursacht der rund 900 Kilogramm schwere Roboter weniger Bodenverdichtungen.
Zeitmanagement ist entscheidend
Ein weiterer Pluspunkt ist die Kostenersparnis, insbesondere bei Betriebsmitteln und Arbeitskräften. Allerdings muss Krammer viel Zeit investieren, um den Roboter effizient zu nutzen. Das liegt einerseits an der vergleichsweise langsamen Fahrgeschwindigkeit und andererseits an der Stromversorgung. “Wenn der Roboter auf einem Feld fertig ist, dann bringe ich ihn so schnell wie möglich auf das nächste. Das mach ich auch in der Nacht, damit ich keine Zeit verliere“, erklärt er. Der Aufwand für den Bediener ist somit nicht zu vernachlässigen. Vor allem, wenn das Gerät eine Fehlermeldung aufs Handy schickt. Durch die langsame Arbeitsgeschwindigkeit von rund 650 Metern in der Stunde muss Krammer das Problem schnell beheben, ansonsten würde er zu viel Zeit verlieren. Ähnlich ist es, wenn dem Gerät der Strom ausgeht. “Im Sommer fährt der Farmdroid auch in der Nacht durch. Wenn es aber schon früh dunkel wird, hält der Akku nicht so lange“, so Krammer. Daher hat er eine Powerbank angeschafft, die zum Beispiel auch im November einen durchgehenden Betrieb ermöglicht.
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Vorreiter beim Feldroboterkauf
Den Feldroboter hat er bereits vor rund fünf Jahren an geschafft und war damit der erste Landwirt in Österreich mit einem Farmdroid. Der Grund für den Kauf war ein wirtschaftlicher: “Der Druck in der Landwirtschaft ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Die Preise für die Produkte steigen aber kaum. Damit wir auch in den kommenden Jahren ein gutes Einkommen erwirtschaften können, müssen wir aus dem, was wir haben, mehr herausholen“, erklärt Krammer.
Den Roboter nutzt er aktuell für die Aussaat von Zuckerrüben und Winterzwiebeln sowie für die Unkrautbekämpfung auf diesen Flächen. Darüber hinaus sind automatische Lenksysteme sowie kameragesteuerte Maschinen am Betrieb schon seit Langem gängige Praxis. Ebenso helfen ihm unter schiedliche Apps, die Effizienz am Betrieb zu steigern. Ein Beispiel ist die App “farmerJo“: Mit ihr kann er seinen Arbeitskräften Aufgaben zuweisen und ihnen ein selbstständigeres Arbeiten ermöglichen.
Den Roboter nutzt er aktuell für die Aussaat von Zuckerrüben und Winterzwiebeln sowie für die Unkrautbekämpfung auf diesen Flächen. Darüber hinaus sind automatische Lenksysteme sowie kameragesteuerte Maschinen am Betrieb schon seit Langem gängige Praxis. Ebenso helfen ihm unter schiedliche Apps, die Effizienz am Betrieb zu steigern. Ein Beispiel ist die App “farmerJo“: Mit ihr kann er seinen Arbeitskräften Aufgaben zuweisen und ihnen ein selbstständigeres Arbeiten ermöglichen.
Digitalisierung als Chance sehen
Krammer sieht wie viele andere Bäuerinnen und Bauern in der Digitalisierung die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft. Das zeigten die Ergebnisse des “Digital-Skill Barometers“. Diese Studie hat der Verein fit4internet im Vorjahr in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI), unterstützt vom Landwirtschaftsministerium, durchgeführt. 59% der befragten Landwirtinnen und Landwirte sehen Digitalisierung als Chance für die Zukunft. 77% gaben zudem an, sich bewusst digitales Wissen anzueignen. Rund drei Viertel der befragten Bäuerinnen und Bauern (74%) möchten außerdem mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten. Insgesamt zeigte das Digital-Skill Barometer, dass die bäuerliche Bevölkerung großes Wissen rund um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und smarte Technologien hat. Knapp die Hälfte der Befragten ist in der Gruppe der “digitalen Vorne-Dabeis“ angesiedelt, vor allem jüngere Generationen. Dazu zählt auch Michael Krammer. Er ist mit der Digitalisierung aufgewachsen und kann sich die Arbeit auf seinem Betrieb gar nicht ohne vorstellen. “Wenn die Technologie noch besser wird und die Kosten dafür sinken, wird die Digitalisierung in der Landwirtschaft weiter zunehmen“, ist sich der Junglandwirt sicher.
Diese Betriebsreportage ist im Rahmen der LFI-Bildungskampagne “Digitalisierung in der Land- und Forstwirtschaft“ mit Unterstützung von Bund, Ländern und EU entstanden. Mehr zum Thema Digitalisierung, neue Technologien und Landwirtschaft 4.0 unter www.lkdigital.at.