Getreideerträge und -qualitäten absichern
Neu auf dem Markt ist der Avastel Pack, eine Kombination aus dem prothioconazolhaltigen Soratel und dem Carboxamid Pioli (Fluxapyroxad) und ist in den meisten Getreidekulturen zugelassen. Soratel soll durch eine neue Formulierungstechnologie eine bessere Wirkung als Vergleichsprodukte haben. Der Pack ist gedacht für die klassische Blattbehandlung im Getreide, wenn der Blattapparat voll ausgebildet ist.
Amistar Max hat eine breite Zulassung, der Schwerpunkt sollte aber in der Gerste zur Bekämpfung von Ramularia sein. Amistar Max kombiniert die Wirkstoffe Folpet mit dem Strobilurin Azoxystrobin und kann alternativ zu den folpethaltigen Produkten wie Folpan 500 SC oder auch Multivo eingesetzt werden. Vor allem in trockenen Jahren können Strobilurine wie Azoxystrobin durch die bekannten physiologischen Effekte auch Ertragsvorteile bringen. In den anderen zugelassenen Getreidekulturen ist auch eine Verbesserung der Wirkung auf Septoria gegeben und das Azol/Carboxamid wird vor Resistenzentwicklung geschützt.
Gerste
Nach wie vor sind die Netzfleckenkrankeit und die Ramularia-Sprenkelkrankeit die ertragsrelevanten Krankheiten in der Gerste. Bei der Ramularia-Sprenkelkrankheit gibt es nur wenig Sortenunterschiede, wobei zweizeilige Sorten etwas anfälliger sind als mehrzeilige Gerstensorten. Bei den Netzflecken gibt es größere Sortenunterschiede und die Auswahl einer weniger anfälligen Sorte ist möglich und sinnvoll. Zu Schossbeginn können gemeinsam mit dem Halmverkürzer günstigere Fungizide wie Daxur, Caramba, Sirena, Balaya, Delaro Forte, Pronto Plus, Pecari 300 EC, Joust oder Verben eingesetzt werden.
Die Ramularia-Sprenkelkrankheit tritt meist erst nach dem Ährenschieben auf und somit etwas später als die Netzfleckenkrankheit. Um aber die Fungizidmaßnahme mit dem zweiten Halmverkürzereinsatz kombinieren zu können, muss diese spätestens zum Grannenspitzen abgeschlossen sein. Zum Einsatz kommen Azol-Carboxamid Kombinationen (beispielsweise Ascra Xpro, Revytrex, Elatus Era, Input Xpro, Siltra Xpro, Avastel Pack) in Kombination mit Folpan 500 SC/Multivo/Amistar Max. In den Wintergerstenversuchen der Landwirtschaftskammer 2024 als auch 2025 waren im Vergleich zur Einmalanwendung (zum Grannenspitzen) der zweimalige Fungizideinsatz wirkungsvoller und meistens auch wirtschaftlicher. Dabei wurde zu Schossbeginn die erste Behandlung und Ende Ährenschieben die zweite Behandlung durchgeführt.
Weizen und Triticale
Die ertragsrelevante Krankheit Septoria tritici (Blattdürre) hat in den letzten Jahren (laut Warndienst) kein nennenswertes Schadpotenzial erreicht hat. Für die Blattbehandlung werden ebenfalls Azol-Carboxamid Kombinationen wie etwa Ascra Xpro, Revytrex, Elatus Era, Univoq oder Input Xpro empfohlen. Auch der neue Avastel Pack (Azol/Carboxamid Kombination) kann dafür eingesetzt werden. Die bedeutendste Krankheit bei Weizen, Triticale und Dinkel ist die Ährenfusariose. Wenn es zur Blüte regnet und Mais Vorfrucht war, ist mit einem Ährenbefall zu rechnen. Insbesondere bei Anbauverfahren, wo große Mengen an Ernterückständen an der Erdoberfläche liegen bleiben. Zur direkten Bekämpfung während der Blüte im Weizen und Dinkel sind Azole wie etwa Prosaro, Pecari, Folicur oder Sirena geeignet.
Auch neue Wirkstoffkombinationen wie Siltra Xpro, Univoq oder Delaro Forte sind bei Ährenfusarium zugelassen. Nufarm empfiehlt eine Kombination von Joust (reines Prothioconazol) und Mystic 250 EW (Tebuconazol). Auch damit kann Ährenfusarium und Braunrost gut abgedeckt werden. In Triticale haben die Produkte Sirena, Siltra Xpro, Delaro Forte und Univoq eine Zulassung. Für Wintergerste gibt es kein zugelassenes Mittel, für Sommergerste Delaro Forte, für Roggen Univoq. Das Einsatzfenster der dafür registrierten Produkte reicht von ein bis zwei Tage vorbeugender Wirkung und zwei bis drei Tage heilender Wirkung und muss kurz vor oder kurz nach einem infektionsauslösenden Niederschlag in der Blüte erfolgen. Für die Ausbringung eignen sich besonders Doppelflachstrahldüsen.