Heimische Gurkenbauern schlagen Alarm
Ein aktueller Store-Check zeigt:
Die Herkunft der eingelegten Gurken bleibt beim Einkauf in den meisten Fällen im Verborgenen. Von 98 untersuchten Produkten war nur bei rund jedem dritten Glas Österreich als Herkunft angegeben. Bei mehr als der Hälfte fehlte die Information völlig. Besonders auffällig ist die Situation bei den Eigenmarken des Handels: Dort war bei knapp vier von fünf Produkten nicht erkennbar, wo die Gurken gewachsen sind.
Nach Rückfragen bei den Herstellern wurde deutlich, wie international der Inhalt vieler Gurkerlgläser mittlerweile ist. Neben verschiedenen europäischen Ländern stammt ein Teil der Gurken sogar aus Indien. Bei den untersuchten Eigenmarken fanden sich mehr Produkte mit Gurken aus Indien als Produkte, deren österreichische Herkunft auf dem Etikett klar ausgewiesen war.
Essiggurkerl - Wie das Salz in der Suppe
Ein stiller Wandel im Gurkenfeld
Heimische Betriebe unter Preisdruck
Vorsicht bei rot-weiß-roter Flagge
Transparenz schafft Wahlfreiheit
Gerade Bäuerinnen und Bauern wissen, wie viel Arbeit, Know-how und Verantwortung in jedem landwirtschaftlichen Produkt stecken. Gleichzeitig sind auch sie Konsumentinnen und Konsumenten und treffen täglich Kaufentscheidungen.
Eine klare Herkunftskennzeichnung würde nicht vorschreiben, welches Produkt gekauft werden soll. Sie würde aber ermöglichen, bewusst zu entscheiden. Denn nur wer weiß, wo ein Produkt seinen Ursprung hat, kann Herkunft neben Preis, Qualität oder Geschmack in seine Kaufentscheidung einbeziehen.
Österreichs Essiggurkerl in Zahlen
Pro-Kopf-Verbrauch
- Rund 1,8 Kilogramm Essiggurkerl werden in Österreich pro Person und Jahr konsumiert.
Selbstversorgungsgrad
- Aktuell: 56 Prozent
- In den 1990er-Jahren: rund 80 Prozent
Anbaufläche
- 2025: 118 Hektar
- 2026: 104 Hektar
Herkunft im Supermarkt
- 98 Essiggurkenprodukte wurden untersucht.
- Bei 35 Gläsern war Österreich als Herkunft angegeben.
- Bei 56 Produkten fehlte die Herkunftsangabe vollständig.
- Von 40 Eigenmarken trugen nur 5 eine klare Herkunftsangabe aus Österreich.
Blick hinter das Etikett
- Nach Auskunft der Hersteller stammten Gurken unter anderem aus Indien, der Türkei, Polen, Deutschland, Nordmazedonien und Russland.
- Bei 9 Eigenmarken-Produkten wurde Indien als Ursprungsland genannt.