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KI fürs Grünland: Kuh-Intelligenz – „Algorithmus“ für bestes Grundfutter

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28.05.2026 | von Johanna Mandl, BEd

Was Kühe meiden, kostet Ertrag: Grünlandexperte Hans Koch aus Bayern fordert ein Umdenken im Grünlandmanagement. Entscheidend für hochwertige Bestände seien gesunde Böden, gezielte Nachsaaten und eine bedarfsgerechte Düngung – besonders unter den veränderten Klimabedingungen.

Kuh auf Weide.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Für gutes Grundfutter sollten Bäuerinnen und Bauern nichts dem Zufall überlassen. © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich

Tipps für den Arbeitskreis Milchproduktion

Hans Koch forderte die Arbeitskreismitglieder auf, die eigenen Flächen mit KI zu beurteilen: gemeint ist die „Kuh-Intelligenz“. Die Präferenzen der Kühe auf der Weide und am Futtertisch sollte man sich genau anschauen. Was die Kuh auf der Weide nicht frisst und am Futtertisch wegschiebt, nimmt in der Fläche Platz weg.

Gemeine Rispe raubt Platz auf der Wiese

Ein Klassiker ist die gemeine Rispe. Auf der Weide meiden die Tiere das Gras oder rupfen es aus. Am Futtertisch lassen sie es liegen. Deshalb sollte man jene Arten im Bestand fördern, die der Kuh schmecken Fördern kann man sie zum Beispiel durch Nachsäen zum passenden Zeitpunkt und durch aktives Beseitigen von unerwünschten Arten und Füllen von Lücken. Basis für eine erfolgreiche Nachsaat ist der gesunde Boden. Scheitert der aktuelle Bestand an den Bodenverhältnissen, wird auch die Pflegemaßnahme scheitern.

Düngen: Kalzium vor Stickstoff

Ein großer und oft nur am Rand beachteter Faktor ist die Versorgung der Grünlandböden mit Nährstoffen. Viele Betriebe legen den Fokus auf ausreichend Stickstoff, um möglichst rasch schöne, grüne Bestände zu haben. Hans Koch reiht in seiner Philosophie Kalzium noch vor dem Stickstoff, weil Kalzium unter anderem für eine gute Krümelstruktur sorgt. Wobei auch heimische Bodenexperten, wie Armin Bajraktarevic, Boden- und Düngeexperte der AGES, die klassische „Erhaltungskalkung“ regelmäßig empfehlen. Ob und wie viel Kalk der Boden benötigt, kann eine Bodenuntersuchung klären. Der Kalkbedarf wird bei der AGES-Grunduntersuchung bereits mitausgewiesen.

Gülle untersuchen

Neben der Bodenuntersuchung im Abstand von sechs Jahren empfiehlt Koch eine Gülleuntersuchung. Viele Betriebsführer:innen kennen die Zusammensetzung des wichtigsten und am besten verfügbaren Bodendüngers oft nicht. Die Zusammensetzung kann je nach Fütterungsintensität sehr unterschiedlich sein. Um eine gute Mischprobe zu erhalten, empfiehlt Koch, im Frühjahr und im Herbst an einem Güllefahrtag über den Tag hinweg den Rücklauf aus dem Fass in einer Plastikwanne zu sammeln. Daraus zieht man am Ende des Tages eine Gülleprobe. Die Analysewerte sind zwar für die aktuelle Düngung zu spät. Aber bei weitgehend unveränderter Fütterungsstrategie sind sie für jede zukünftige Düngung als Referenzwert heranzuziehen. Alle Schnitte des Grundfutters sollte man inklusive der Mineralstoffe untersuchen lassen. Nur so kann man sich ein vollständiges Bild von den Nährstoffen am Betrieb machen. Mit der Mineralstoffanalyse können Betriebe die Kationen-Anionen-Bilanz der eigenen Rationen berechnen, wenn sie es möchten. Die Kationen-Anionen-Bilanz liefert den DCAB-Wert.

Grünlandlücke wird zum Hitzepol

Bei der Begehung von Grünlandflächen von Arbeitskreismitgliedern wurden die Werkzeuge des Bodenkoffers demonstriert. Mit dem Bodenkoffer können Landwirt:innen selbst den eigenen Boden bewerten. Zudem wurden Bestände auf Lückigkeit angesprochen sowie der Boden-pH-Wert mit einem Hellige-pH-Meter direkt vor Ort bestimmt. Eine Lücke im Bestand mindert nicht nur den Futterertrag, sondern wird an warmen Tagen zum Hitzepol, der auch die Gräser rund um die Lücke unter Hitzestress setzt.

Bis zu 60 Vegetationstage mehr

Gutes Grundfutter kann durchaus auch vom Dauergrünland stammen, aber man darf hier nichts dem Zufall überlassen. Den eigenen Boden und Bestand soll jede Bäuerin und jeder Bauer kennenlernen, um langfristig erfolgreich sehr gutes Grundfutter produzieren zu können. Die geänderten klimatischen Bedingungen mit bis zu 60 Vegetationstagen mehr im Vergleich zu früher, lassen ein „Weiter-wie-bisher“ nicht mehr zu.
https://www.youtube.com/watch?v=I-0xde0r79E
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Grünland verbessern: Tipps für die erfolgreiche Grasernte | Hans Koch, Grünlandprofi #1 © Möller Agrarmarketing
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