Marktbericht Pflanzenbau KTN - Oktober 2026
Zwar fiel der Regen in Kärnten im September wieder deutlich regelmäßiger als in den drei vorangegangenen Sommermonaten, dennoch brachte auch der September mit einer Abweichung zum langjährigen Mittel von durchschnittlich -12% keine positive Niederschlagsbilanz hervor.
Internationale Märkte
Rückläufige Preise bei Weizen, Mais, Raps und Soja:
Ein neuer USDA-Quartalsbericht (United States Department of Agriculture - Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten) vom 30. September hat eine Abwärtsbewegung angestoßen. Die neu veröffentlichten Lagerbestände für US-Mais werden derzeit höher geschätzt als im Vorjahr, das hat zu einer Kettenreaktion im internationalen Getreidehandel geführt. Mehrere Kontrakte erleben einen deutlichen Preisrückgang.
An der Euronext Paris notierte der November-Kontrakt von Mais mit 274 Euro/t (Schlusskurs 8. Oktober 2026) über dem Vorwochenwert von 264,25 Euro/t (30. September 2026). An der Chicago Board of Trade (CBoT) notierte der Dezember-Kontrakt am 30. September 2026 bei 174,23 Euro/t, in der Woche darauf notierte derselbe Kontrakt bei 176,52 Euro/t (Schlusskurs 7. Oktober 2026).
Der Weizen-Dezember-Kontrakt in Paris reagiert auf diese Entwicklungen. Er notierte in der Vorwoche bei 236 Euro/t (Schlusskurs 23. September 2026), in der aktuellen Woche bei 244,25 Euro/t (Schlusskurs 8. Oktober 2026).
Weitere deutliche Kürzungen von Maiserträgen auch in Österreich
Monitoring Agricultural Resources (MARS) senkt den EU-weiten Hektarertrag von Körnermais gegenüber August um 2% und auf 9% unter Vorjahresniveau; er liegt nun mit 6,50 t/ha um 8% unter dem fünfjährigen Durchschnitt. In Ungarn sinkt die Maisprognose zum Vormonat um 13% auf 3,36 t/ha - 36% weniger als im Vorjahr und um 42% unter dem fünfjährigen Mittel. Frankreichs Maisertrag korrigiert das Bulletin im Monatsabstand um 1% nach unten, er erreicht nun 6,45 t/ha, das sind 25% unter Vorjahreswert und 29% unter den letzten fünf Jahren.
Im näheren Umfeld nehmen die EU-Agrarmeteorologen die Prognosen für die Slowakei um weitere 15%, für Tschechien um 10% und Deutschland um 7% zurück. Lediglich Polens Ertragsaussicht beim Mais hellt sich gegenüber August um 1% auf 7,30 t/ha auf, bleibt aber auch 7% unter dem Vorjahr und 2% unter dem Fünfjahresschnitt.
In Österreich wurden nun im September mit 7,94 t/ha um 10% weniger Körnermais als im August geschätzt. Dies liegt um 29% unter dem Vorjahresergebnis und um 24% unter dem fünfjährigen Mittel.
Sojabohnen-Erträge in EU leicht und in Österreich deutlich gesenkt
Mit einem Ausreißer nach oben in Rumänien (2,34 t/ha, +8% zum August, +16% zum Vorjahr, +11% zum Fünfjahresmittel) sinkt die Prognose für die EU-weiten Sojabohnenerträge um 2% auf 2,26 t/ha (-19% zum Vorjahr, -15% zum Fünfjahresmittel).
Österreichs Ertrag an Sonnenblumenkernen senkt das JRC (Joint Research Centre) überproportional stark um 15% auf 2,19 t/ha (-31% zum Vorjahr, -25% zum Fünfjahresmittel).
Erzeugerpreise Oktober in Kärnten - Richtpreise
Mais 200 Euro/t, brutto
Sojabohnen 500 Euro/t, brutto
Düngemittelmarkt
90 % der variablen Kosten bei der Düngererzeugung hängen vom Gaspreis ab. Der allgemeine Tenor lautet, dass die Düngerpreise weiter hoch bleiben werden. Österreichweit wird nach derzeitigem Stand rund 40 % weniger Dünger von Landwirten und dem Agrarproduktenhandel eingelagert.
Das Risiko für die CO2-Bepreisung wird von der RWA an die Landwirte weitergegeben. Der Aufschlag liegt bei 3 - 5 Euro pro t. Die RWA schätzt die Mehrkosten der CO2-Bepreisung und gibt diese an Landwirte weiter. CBAM ist das größte Problem, die CO2-Bepreisung auf Dünger zahlen Landwirte. Getreide, das aus Nicht-EU-Staaten importiert wird, umgeht die CO2-Steuer indirekt.
Österreich: Getreideerträge 2026 unter den Vorjahren
Die diesjährige Sommerertragserhebung der Agrarmarkt Austria (AMA) bestätigt niedrigere Hektarerträge.
Die diesjährige Ernte zeigt bei den wichtigsten Kulturen insgesamt ein deutlich niedrigeres Ertragsniveau als im Vorjahr. In Kärnten wurde bei Winterweizen durchschnittlich 62,4 dt/ha erreicht, nach 67,3 dt/ha im Vorjahr. Bei der Wintergerste wurden im Schnitt 54,0 dt/ha 2026 erreicht, im Jahr 2025 waren es noch 67,1 dt/ha.
Besonders stark war der Ertragsrückgang bei der konventionellen Sommergerste. Kärnten kam auf 46,7 dt/ha gegenüber 54,8 dt/ha aus dem Jahr 2025, wobei sich die Produktionsfläche (nur rund 500 ha) nochmals verkleinert hat.
Roggen war in Kärnten heuer gut, 68,3 dt/ha gegenüber 59,8 dt/ha 2025. Bei Triticale wurden konventionell 63,2 dt/ha erzielt, gegenüber 65,2 dt/ha 2025, damit bleiben die Erträge nur knapp hinter dem Getreidejahr 2025.
Im Biobereich konnten 2026 etwas bessere Ernten als 2025 eingefahren werden, Ausnahmen bilden die Sommergerste, wo 21,9 dt/ha erhoben wurden, gegenüber 31,1 dt/ha 2025 und der Roggen (22,0 dt/ha 2026 zu 37,3 dt/ha 2025).
In der Gesamtbilanz wurden in Kärnten auf 11.471 ha rund 57.700 t Getreide geerntet, das ergibt ein Minus von 12,5% zum Jahr 2025. Die Anbaufläche ist somit auf einen historischen Tiefstand gesunken. Angesichts der massiven Trockenheit 2026 konnte man speziell mit der Wintergetreideernte quantitativ, aber vor allem qualitativ zufrieden sein.
KörnermaisernteDie Maisernte hat so früh begonnen wie noch nie. Rund 60% der heurigen Ernte gilt als abgeschlossen. Die ersten eingefahrenen Erträge sind ernüchternd und liegen zum Teil bei 4 t Nassmais/ha. Im Durchschnitt werden nur rund 8 t Trockenmais pro ha erwartet, somit wird die Ernte 2026 eine der mengenmäßig kleinsten der letzten Jahrzehnte sein.
SojaernteNicht viel besser als die Ertragssituation bei Körnermais ist die Sojaernte einzuschätzen. Mit durchschnittlich rund 2 t/ha fällt sie enttäuschend aus. Bis auf den Zweitanbau ist die Sojaernte nahezu abgeschlossen.