Schon digital – aber wird die Technik auch richtig genutzt?
Digitale Systeme können heute weit mehr, als einzelne Werte anzuzeigen. Je nach Ausstattung liefern sie Hinweise zur Aktivität, zum Wiederkauverhalten, zur Milchleistung oder zu möglichen gesundheitlichen Auffälligkeiten.
Die Herausforderung besteht darin, diese Informationen richtig zu nutzen. Werden die wichtigsten Auswertungen regelmäßig angesehen? Sind die Einstellungen für den Betrieb sinnvoll? Und wissen alle beteiligten Personen, was bei einer Auffälligkeit zu tun ist?
Genau solche Fragen greift KUHNECT auf.
Nicht jedes Problem braucht eine neue Anschaffung
Wenn ein digitales System nicht die erwartete Unterstützung bringt, muss die Lösung nicht zwangsläufig in einer neuen Investition liegen.
Manchmal lohnt es sich, bestehende Abläufe genauer anzusehen. Vielleicht werden wichtige Informationen übersehen, weil zu viele Meldungen gleichzeitig eintreffen. Vielleicht werden Daten zwar erfasst, aber nicht konsequent in die Tierbetreuung eingebunden.
Auch unklare Zuständigkeiten können dazu führen, dass der mögliche Nutzen der Technik verloren geht.
KUHNECT untersucht, wie sich digitale Anwendungen besser mit den Arbeitsabläufen am Betrieb verbinden lassen. Im Mittelpunkt stehen möglichst praxistaugliche und herstellerunabhängige Lösungen.
Jeder Betrieb arbeitet anders
Ein kleinerer Familienbetrieb hat andere organisatorische Voraussetzungen als ein größerer Milchviehbetrieb mit mehreren Arbeitskräften. Auch die technische Ausstattung und die Erfahrung mit digitalen Anwendungen unterscheiden sich.
Eine Lösung, die auf einem Betrieb funktioniert, muss deshalb nicht automatisch für alle anderen passen.
Im Projekt werden unterschiedliche Betriebstypen untersucht. Auf dieser Grundlage sollen passende Strategien entwickelt und in der Praxis erprobt werden.
Was KUHNECT herausfinden will
Das Forschungsprojekt soll zeigen, wo sich die Nutzung vorhandener Technik verbessern lässt, welche organisatorischen Änderungen dafür notwendig sind und welcher Nutzen daraus entsteht.
Für Milchviehbetriebe könnte das bedeuten: weniger unnötige Meldungen, eine bessere Nutzung vorhandener Daten und klarere Entscheidungen im Tiergesundheitsmanagement.