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Teichwirtschaft: Wenn Eisen im Wasser ausfällt

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03.10.2016 | von DI DI Leo Kirchmaier

In welcher Form Eisen Fische gefährdet, welche Gegenmaßnahmen zu treffen sind und wann Eisen im Teich ungefährlich ist, weiß LK-Experte Leo Kirchmaier.

Je nach Einzugsgebiet löst sich eine unterschiedliche Menge an Eisen aus dem Gesteinsuntergrund. Das Waldviertel ist aufgrund des Granit- und Gneisuntergrundes für lokal hohen Eisengehalt bekannt. Solange die Sauerstoffsättigung und der pH-Wert niedrig sind, liegt Eisen als gelöstes zweiwertiges Eisenhydrogencarbonat vor.
Dies ist vor allem in sauerstoffarmem und kalkarmem und somit sauer reagierendem Grundwasser der Fall. Tritt dieses dann an die Luft und reichert es sich mit Sauerstoff an, so wird das zweiwertige Eisen rasch zu dreiwertigem Eisen oxidiert und es fällt als rostbrauner Niederschlag aus. Diesen flockigen Niederschlag nennt man auch Eisenocker, und er überzieht Pflanzen und Steine im Gewässer.

Sobald wieder ein höherer Wasserstand im Graben vorhanden ist,  wird der Eisenocker weggespült. Das heißt, diese rotbraune Farbe ist keine Verunreinigung des Gewässers, sondern tritt natürlich auf.
© Kirchmaier/Archiv Aqua
Einen Hinweis auf einen hohen Gehalt an Huminsäuren und Eisen gibt auch die rotbraune Färbung des Wassers. © Kirchmaier/Archiv Aqua

Gefährdung für Fische

Der Eisenocker überzieht nicht nur unbelebte Strukturen im Gewässer, er kann sich auch auf den Fischkiemen und der Eioberfläche ablagern. Dadurch wird der Sauerstoffaustausch am Kiemenepithel oder an der Eioberfläche stark beeinträchtigt und die Atmung erschwert.
Für den Bau von Fischhälteranlagen oder Bruthäusern ist das Zulaufwasser im Vorhinein auf den Eisengehalt zu überprüfen. Die Literatur empfiehlt dabei für die Produktion von Salmoniden einen Eisengehalt von kleiner als 0,3 Mikrogramm pro Liter und von Cypriniden von kleiner als 0,9 Mikrogramm pro Liter. Jungfische reagieren dabei generell empfindlicher auf hohen Eisengehalt.

 
© Kirchmaier/Archiv Aqua
Rotbraune Ausfällungen von Eisenocker im Zulaufwasser eines Teiches bilden flockige Niederschläge und überziehen den Teichboden © Kirchmaier/Archiv Aqua

Biofilm auf Wasseroberfläche

Oft fällt Beobachtern auf abgelassenen Teichen auch ein anderes Phänomen im Zusammenhang mit dem Eisengehalt auf. Neben den Ausfällungen von Eisenocker zeigt sich auf der Wasseroberfläche von zum Beispiel Restwasserstellen am Teichboden ein bunter Film. Dabei handelt es sich nicht um einen Ölfilm, der auf eine Verunreinigung deuten könnte. Es ist ein Biofilm aus eisenoxidierenden Mikroorganismen.
Sie gewinnen aus der Oxidation von zweiwertigem zu dreiwertigem Eisen Energie. Dieser Biofilm wird auch als Kahmhaut bezeichnet und zerreißt bei Berührung in einzelne kleine Schollen. Zum Unterschied gelingt dies bei einem Ölfilm nicht, da er immer in Schlieren vorhanden bleibt. Zudem tritt dabei oft der typische Ölgeruch auf, der sich nachteilig auf den Geschmack der Fische auswirkt. Ein Ölfilm wird in der Natur nur langsam abgebaut. Bei Auftreten des beschriebenen Biofilms ist keine Sorge angebracht, es ist lediglich das Zeichen für eine eisenhältige Umgebung.
© Kirchmaier/Archiv Aqua
Biofilme von eisenoxidierenden Mikroorganismen an der Wasseroberfläche von Restwasser auf dem Teichboden zeigen einen hohen Eisengehalt des Untergrundes an. © Kirchmaier/Archiv Aqua

Gegenmaßnahmen

Liegen die pH-Werte des Zulaufwassers durchwegs sehr niedrig und ist auch ein hoher Eisengehalt gegeben, so sollte man mittels regelmäßiger Kalkung den Kalkgehalt heben. Dadurch stabilisiert sich der pH-Wert und das Eisen flockt schon im Zulauf aus. Als andere Gegenmaßnahme kann im Zulaufwasser durch Belüftung das Eisen ausgeflockt werden.

 

Gut zu wissen

Das chemische Element Eisen wird auch als „Ferrum“ bezeichnet und daher mit Fe abgekürzt. Je nach Sauerstoffsättigung und pH-Wert des Wassers liegt Eisen in verschiedenen Oxidationsstufen und Verbindungen vor.
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