Was wünschen sich Konsumentinnen und Konsumenten von der heimischen Tierhaltung – und was sind sie bereit, dafür zu bezahlen? Bei „Landwirtschaft trifft Uni“ an der BOKU in Wien trafen bäuerliche Praxis, Wissenschaft und Lebensmittelwirtschaft aufeinander. Im Mittelpunkt: Die Zukunft heimischer Tierhaltung und die Frage, wie wir sie gemeinsam gestalten können.
die tägliche Arbeit mit den Tieren, die Futterernte oder die Entscheidung für eine Investition: Was für Bäuerinnen und Bauern zum Alltag gehört, ist für viele Menschen längst nicht mehr selbstverständlich. Umso wichtiger ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen – und zu zeigen, was hinter der Produktion heimischer Lebensmittel steckt.
Genau darum ging es am 20. Oktober bei „Landwirtschaft trifft Uni“. Auf Einladung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich diskutierten bäuerliche Betriebe, Studierende, Wissenschaft und Lebensmittelwirtschaft an der BOKU über Tierwohl, gesellschaftliche Erwartungen und wirtschaftliche Perspektiven.
Fünf Höfe, viele Einblicke und offene Fragen
Wie vielfältig die heimische Tierhaltung ist, zeigten fünf Bäuerinnen und Bauern aus der Rinder-, Schweine-, Geflügel- und Schafhaltung. Mit Bildern und persönlichen Geschichten nahmen sie das Publikum mit auf ihre Höfe. Sie erzählten von ihrem Arbeitsalltag, ihren Entscheidungen und davon, was es braucht, um Tiere verantwortungsvoll zu halten und gleichzeitig wirtschaftlich zu bestehen.
Beim anschließenden „Talk & Taste“ wurde weitergefragt und diskutiert – direkt mit den Menschen, die tagtäglich auf den Betrieben Verantwortung tragen.
Viel Tierwohl gewünscht – aber der Preis entscheidet
Wie groß die Kluft zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und tatsächlichem Einkaufsverhalten sein kann, zeigte ein Blick auf die Zahlen: Laut RollAMA-Motivanalyse 2025 achten 55 Prozent der Befragten eher auf Preis und Aktionen als auf Qualität.
Tierethiker Christian Dürnberger machte deutlich, dass Landwirtschaft heute nicht nur Lebensmittel produzieren, sondern ihre Entscheidungen auch erklären und begründen muss.
Für LK NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner steht fest: „Wer über die Zukunft der Nutztierhaltung spricht, muss Wissenschaft und bäuerliche Praxis an einen Tisch bringen.“ Denn höhere Anforderungen an die Tierhaltung brauchen auch wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die Betriebe.
Die Zukunft der Tierhaltung geht uns alle an
Ob Tierwohl, Versorgungssicherheit, Klimaschutz oder regionale Wertschöpfung: Die Herausforderungen lassen sich nicht von den bäuerlichen Betrieben allein lösen. Gefragt sind Forschung, Politik, Verarbeitung, Handel und nicht zuletzt die Menschen, die täglich vor dem Einkaufsregal entscheiden.
„Landwirtschaft trifft Uni“ hat gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch ist – gerade dort, wo unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich will diesen Dialog auch künftig weiterführen.
Vorträge zum Nachlesen
Sie möchten einzelne Themen vertiefen? Hier finden Sie die Präsentationen der Veranstaltung „Landwirtschaft trifft Uni – Quo vadis Nutztierhaltung in Österreich?“ zum Nachlesen.