Bewässerungssysteme: Fördermöglichkeiten nutzen und Wirtschaftlichkeit steigern
Praxisbeispiel: Was passiert bei einer Bewässerung auf 30 ha Ackerfläche
Markus L. (Landwirt aus Niederösterreich) bewässert aktuell rund 30 ha Ackerland. Nach der Betriebsübernahme beschäftigt er sich mit der Frage, ob die bestehende dieselbetriebene Beregnung auf eine elektrische Variante umgestellt werden soll. Derzeit wird das Wasser durch eine Traktor-Getriebepumpe aus einem Grundwasserbrunnen gefördert.
Variable Kosten im Vergleich: Diesel oder Strom
Um die variablen Kosten der bestehenden Anlage zu ermitteln, misst Markus L. unter anderem den Dieselverbrauch seines 60 kW-Traktors. Dieser liegt bei etwa 7,9 Liter pro Betriebsstunde. Hinzu kommen durchschnittliche Reparatur- und Wartungskosten von rund 7,48 Euro netto pro Stunde - Werte, die entweder auf Basis eigener Betriebsdaten oder mithilfe von ÖKL-Richtwerten ermittelt werden können.
Auch der eingesetzte Rainstar verursacht laufende Kosten von etwa 2,40 Euro pro Stunde. Da der Brunnen eine Förderleistung von 70 m³ pro Stunde ermöglicht, ergeben sich bei einem Dieselpreis von 1,35 Euro netto variable Kosten von ca. 3,15 Euro pro mm Niederschlag.
Im Vergleich die elektrische Anlage: Bei gleicher Leistung (geförderte m³ pro Stunde) wird von einem Stromverbrauch von etwa 28 kW pro Stunde ausgegangen. Das ergibt bei einem Strompreis von 0,20 Euro/kW netto Energiekosten in Höhe von 5,60 Euro pro Stunde. Die Instandhaltungskosten für das E-Pumpenaggregat inklusive Schaltkasten sind vergleichsweise gering und liegen bei etwa 2,40 Euro pro Stunde netto. Bei identer Wassermenge von rund 70 m³ pro Stunde ergeben sich variable Kosten von rund 1,57 Euro pro mm Beregnungsmenge - rund halb so hoch wie beim Dieselantrieb.
Fazit: Die elektrische Variante ist bei diesen Energiekosten klar im Vorteil, entscheidend sind hier die aktuellen Preisentwicklungen bei Strom und Diesel.
Auch der eingesetzte Rainstar verursacht laufende Kosten von etwa 2,40 Euro pro Stunde. Da der Brunnen eine Förderleistung von 70 m³ pro Stunde ermöglicht, ergeben sich bei einem Dieselpreis von 1,35 Euro netto variable Kosten von ca. 3,15 Euro pro mm Niederschlag.
Im Vergleich die elektrische Anlage: Bei gleicher Leistung (geförderte m³ pro Stunde) wird von einem Stromverbrauch von etwa 28 kW pro Stunde ausgegangen. Das ergibt bei einem Strompreis von 0,20 Euro/kW netto Energiekosten in Höhe von 5,60 Euro pro Stunde. Die Instandhaltungskosten für das E-Pumpenaggregat inklusive Schaltkasten sind vergleichsweise gering und liegen bei etwa 2,40 Euro pro Stunde netto. Bei identer Wassermenge von rund 70 m³ pro Stunde ergeben sich variable Kosten von rund 1,57 Euro pro mm Beregnungsmenge - rund halb so hoch wie beim Dieselantrieb.
Fazit: Die elektrische Variante ist bei diesen Energiekosten klar im Vorteil, entscheidend sind hier die aktuellen Preisentwicklungen bei Strom und Diesel.
Investitions- und Fixkosten: Der zweite Blick lohnt sich
Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Anlagekosten in drei Hauptbereiche unterteilt:
- Wasserbereitstellung (z.B. Brunnen & Pumptechnik)
- Wasserzuleitung (z.B. Verrohrung vom Brunnen zum Feld)
- Wasserverteilung (z.B. Rainstar, Düsenwagen, Einzelregner)
Variante 1: Dieselbetriebene Traktor-Getriebepumpe
| Komponente | Investitionskosten (€) netto | |
| Brunnen & Pumptechnik inkl. Traktoranteil | € 14.200,00 | |
| Wasserzuleitung | € 7.800,00 | |
| Einzelregner (zB Rainstar) | € 50.000,00 | |
| Gesamt | € 72.000,00 |
Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 20 Jahren und einem kalkulatorischen Zinssatz von 2,5% ergeben sich daraus jährliche Fixkosten von 4.500 Euro.
Variante 2: Elektrifizierung der Anlage
| Komponente | Investitionskosten (€) netto | |
| Brunnen, Elektrifizierung & E-Pumpenaggregat | € 47.000,00 | |
| Wasserzuleitung | € 7.800,00 | |
| Einzelregner (zB Rainstar) | € 50.000,00 | |
| Gesamt | € 104.800,00 |
Bei gleichen Annahmen zur Nutzungsdauer und Verzinsung ergeben sich hier Fixkosten von rund 6.550 Euro pro Jahr. Diese Kosten fallen unabhängig davon an, ob im jeweiligen Jahr tatsächlich bewässert wird oder nicht.
Förderung senkt Investitions- und Fixkosten deutlich
Durch Inanspruchnahme der Förderung (zum Beispiel 40% der Investitionskosten für die Elektrifizierung) lassen sich die Kosten signifikant senken. Statt 47.000 Euro für die Wasserbereitstellung verbleiben nur 29.200 Euro Restkosten. Dadurch sinken die jährlichen Fixkosten um mehr als 1.000 Euro auf rund 5.438 Euro. Im konkreten Fall wurde das E-Aggregat inklusive Schaltkasten gefördert.
Kosten im Vergleich - wann lohnt sich die Umstellung?
Die Berechnung zeigt, dass die elektrische Variante deutlich geringere variable Kosten verursacht, jedoch durch den höheren Investitionsbedarf bei den Fixkosten höher liegt.
Ob sich eine Umstellung im konkreten Fall lohnt hängt im Wesentlichen vom durchschnittlichen Bewässerungsbedarf ab.
Bereits ab einem Jahresbedarf von etwa 20 mm pro Hektar (bezogen auf 30 ha) oder 40 mm auf einer Fläche von 15 ha, gleichen sich im konkreten Fall die Kosten der elektrifizierten und der dieselbetriebenen Variante an. Voraussetzung dafür ist, dass die Förderung in Anspruch genommen wird. Bei höheren Beregnungsmengen pro Jahr wird die elektrische Variante zunehmend wirtschaftlicher, wie nachstehend die Beregnungsgaben von 100 mm pro ha und Jahr zeigen.
Bereits ab einem Jahresbedarf von etwa 20 mm pro Hektar (bezogen auf 30 ha) oder 40 mm auf einer Fläche von 15 ha, gleichen sich im konkreten Fall die Kosten der elektrifizierten und der dieselbetriebenen Variante an. Voraussetzung dafür ist, dass die Förderung in Anspruch genommen wird. Bei höheren Beregnungsmengen pro Jahr wird die elektrische Variante zunehmend wirtschaftlicher, wie nachstehend die Beregnungsgaben von 100 mm pro ha und Jahr zeigen.
Kosten je mm Niederschlag bei 100 mm/Jahr auf 30 ha
| Variante | Kosten pro mm in € netto | |
| Diesel (Traktor-Getriebepumpe) | € 4,44 | |
| Elektrisch (ohne Förderung) | € 3,74 | |
| Elektrisch (mit Förderung) | € 3,39 |
Nicht vergessen: Lohnkosten einrechnen
Im vorliegenden Fall wurden Lohnkosten (zum Beispiel eigene Arbeitszeit beim Umsetzen der Beregnung, Wartung usw.) nicht berücksichtigt. Je nach Betriebsstruktur und Automatisierungsgrad können diese jedoch einen bedeutenden Anteil an den tatsächlichen Gesamtkosten ausmachen und damit eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage bei der Wahl des Systems bieten.
Fazit: Bewässerung kann große wirtschaftliche Vorteile bringen
Die Elektrifizierung von Bewässerungsanlagen kann, bei entsprechender Auslastung, große wirtschaftliche Vorteile bringen. Gerade bei höheren Bewässerungsmengen werden diese, wie im Diagramm dargestellt, deutlich spürbar. Weiters können die Fixkosten, durch eine gut durchdachte Investitionsplanung bei den derzeitigen Förderungsmöglichkeiten erheblich gesenkt werden.