Formschnitt und Astung: Kleine Eingriffe mit großer Wirkung
Gerade Stämme durch gezielten Formschnitt
Der Formschnitt ist eine Pflegemaßnahme im Jugendstadium des Baumes mit dem Ziel, einen geraden und stabilen Schaft zu entwickeln. Dabei werden ausschließlich problematische Triebe entfernt, also Zwiesel, Steiläste oder einzelne Starkäste. Alle regulären Seitenäste bleiben erhalten, da sie für Wachstum und Vitalität des Baumes notwendig sind.
Der Schnitt sollte bereits erfolgen, sobald der Baum etwa ein bis zwei Meter hoch ist. Auf diese Weise lassen sich frühe störende Triebe gezielt entfernen, bevor sie die spätere Stammform beeinträchtigen.
Beim Formschnitt gilt die Regel von oben nach unten zu arbeiten. Die Krone darf dabei nie zu stark reduziert werden. Mindestens die Hälfte der grünen Krone muss erhalten bleiben. Zu starke Eingriffe führen zu Zuwachsverlusten und können die Vitalität und Stabilität beeinträchtigen.
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Wertastung: Der Weg zum astfreien Holz
Während der Formschnitt die Baumform vorgibt, sorgt die Wertastung für astreines Holz im unteren Stamm. Ziel ist ein langer, astfreier Schaft, bei Laubholz meist 5 - 8 m und auf guten Standorten auch noch länger.
Geastet werden nur ausgewählte Zukunftsbäume. Sie müssen vital, geradschaftig und frei von Schäden sein. Unterdrückte oder krumme Bäume, die später ohnehin entnommen werden, sollten nicht geastet werden. Auch Bäume am Bestandesrand sind meist ungeeignet, da sie schnell kräftige Seitentriebe ausbilden.
Die Astung erfolgt in mehreren Durchgängen und von unten nach oben. Dabei ist wichtig, dass die Krone nach jedem Eingriff noch mindestens die Hälfte der Baumlänge ausmacht. Sie ist der Motor für das Wachstum. Wird zu viel entfernt, verliert der Baum an Wuchskraft.
Astung lohnt sich besonders bei Laubholz
Besonders bei Laubholz lohnt sich die Astung wirtschaftlich. Der Preisunterschied zwischen astigem und astfreiem Holz ist hier erheblich.
Stabilität und Reinigung mit Astung
Bei Nadelholz steht die Vitalität und Stabilität der Bäume im Vordergrund. Eine Aufastung ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei manchen Gastbaumarten oder wenn ein Mehrerlös zu erwarten ist und die Standortbedingungen gegeben sind, wie Stabilität und geringe Wildschadensgefahr.
Ein weiterer Punkt ist die natürliche Astreinigung: In dichten Beständen sterben Äste von selbst ab und werden überwachsen. Wo diese funktioniert, kann man sich zusätzliche Arbeit sparen. In locker begründeten Beständen oder bei Totasterhaltern wie Kirsche oder Pappel ist die Astung jedoch oft notwendig. Entscheidend ist immer die Kombination aus ausreichender Konkurrenz im Jugendstadium und rechtzeitiger Freistellung der Zukunftsbäume.
Ein weiterer Punkt ist die natürliche Astreinigung: In dichten Beständen sterben Äste von selbst ab und werden überwachsen. Wo diese funktioniert, kann man sich zusätzliche Arbeit sparen. In locker begründeten Beständen oder bei Totasterhaltern wie Kirsche oder Pappel ist die Astung jedoch oft notwendig. Entscheidend ist immer die Kombination aus ausreichender Konkurrenz im Jugendstadium und rechtzeitiger Freistellung der Zukunftsbäume.
Richtige Schnitttechnik ist entscheidend
Der Schnitt wird knapp außerhalb des Astkragens angesetzt, ohne diesen zu verletzen. Wird zu nah am Stamm geschnitten, entsteht eine unnötig große Wunde. Bleibt ein Stummel stehen, kann er nicht überwallen. Es entsteht kein sauber verwachsener Ast und er wird zum Eintrittstor für Fäule. Glatte Schnittflächen fördern eine rasche Überwallung. Wundverschlussmittel sind nicht erforderlich.
Durchmesser der Äste soll unter drei Zentimeter sein
Auch die Aststärke spielt eine Rolle: Äste sollten möglichst unter 3 cm Durchmesser entfernt werden. Bei stärkeren Ästen steigt die Gefahr von Holzfehlern deutlich. Um ein Einreißen der Rinde zu vermeiden, sollten stärkere Äste zuerst eingekürzt und anschließend sauber abgeschnitten werden.
Der richtige Zeitpunkt
Grundsätzlich kann man Schnittmaßnahmen jederzeit durchführen. Idealerweise erfolgt der Schnitt kurz vor dem Austrieb, zum Beispiel im März, da das Laub die Sicht auf Stamm und Krone noch nicht behindert. In der Vegetationszeit sollte man vorsichtig sein, denn dann ist die Gefahr von Rindenverletzungen am größten. Im Winter sollten Schnitte an gefrorenem Holz vermieden werden. Praktisch haben sich daher der Juli oder die Zeit vor der Vegetationsperiode bewährt. Kleinere Äste bis zu Daumendicke können jederzeit problemlos entfernt werden. Wer früh beginnt, konsequent nur Zukunftsbäume behandelt und auf eine stabile Bestandsentwicklung achtet, schafft die Grundlage für hochwertiges Wertholz. Kleine Eingriffe in jungen Jahren entscheiden oft über den Wert des Stammes in vielen Jahrzehnten.