Insekten aus dem Innviertel: Besichtigung Insektenzuchtanlage Ecofly in Andorf
In der stark automatisierten Anlage werden täglich 10 Tonnen Larven der Schwarzen Soldatenfliege produziert. Diese Menge entspricht 10 Prozent des europäischen Marktes. Es ist dies die einzige Anlage dieser Art in Österreich.
Produktion der Schwarzen Soldatenfliege
Die frisch geschlüpften Larven können verschiedenes organisches Material zu hochwertigem Protein verwerten. In der Produktion werden die Larven binnen sieben Tagen mit einem Brei aus Bruchnudeln und Kleie fertig gemästet. Dabei wird ein hoher Grad an Automatisierung genutzt, um die Produktion effizient zu gestalten. Die Eier für die Larven werden in einer eigenen Zuchtstation produziert. Am Ende der Mast werden die Tiere thermisch abgetötet und anschließend in einer Verarbeitungsanlage der Firma Purea Regau zu eiweißreichem Insektenmehl verarbeitet. 10 Tonnen Larvenproduktion ergeben 3 Tonnen Proteinmehl. Aktuell wird das Insektenmehl hauptsächlich für Futtermittel von Haustieren wie Hunden eingesetzt, die besondere Futteransprüche haben.
Diese Mastanlage ist mit einem Geflügelstall von 30.000 bis 40.000 Tieren vergleichbar.
Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege entwickeln sich erst ab 25 °C und sind sehr temperaturempfindlich. Eine Vermehrung außerhalb der Zuchtanlage ist in Österreich daher nicht möglich.
Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege entwickeln sich erst ab 25 °C und sind sehr temperaturempfindlich. Eine Vermehrung außerhalb der Zuchtanlage ist in Österreich daher nicht möglich.
Umweltschutz durch Abluftreinigung
Bei der Mast der Insekten entsteht viel Ammoniak, ähnlich wie in der Schweinemast. Um die Umwelt und Anrainer nicht übermäßig mit Geruch zu belasten, wurde ein Luftwäscher installiert. Der Luftwäscher entfernt etwa 75 Prozent des Ammoniaks mit Wasser und Schwefelsäure aus der Abluft. Dabei entsteht Ammoniumsulfat (NH4)2SO4, das als Güllezusatz abgegeben wird.
Insekten-„Mist“ als Dünger
Der Futterrest der Insektenproduktion kann als Dünger für die Landwirtschaft genutzt werden. Das getrocknete und pelletierte Material hat einen Nährstoffgehalt von rund 3 Prozent N, 5 Prozent P und 3 Prozent K. Der Mehrnährstoffdünger Fertifly ist auch für die biologische Landwirtschaft zugelassen. (Bei Bio Austria ist eine Genehmigung notwendig.)
Die Besichtigung der Anlage führten die Firmengründer Michael Forster und Simon Weinberger durch: Sie gaben den interessierten Landwirt:innen tiefe Einblicke in die Funktion der Produktion.
Weitere Informationen sind auf www.bwsb.at zu finden bzw. auf www.ecofly.at.