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Milchhygienekontrolle am Milchbetrieb: Ablauf, Inhalte und Tipps

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05.03.2026 | von Johanna Mandl, BEd

Bei einer Milchhygienekontrolle kontrollieren die Amtstierärztin oder der Amtstierarzt routinemäßig ausgewählte milchproduzierende Betriebe. Welche Betriebe an die Reihe kommen, wie sie kontrolliert werden und was diese Überprüfung den Betrieben bringt? Hier erfahren Sie mehr.

Melkstandprüfung.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Auch der Melkplatz wird bei einer Milchhygienekontrolle unter die Lupe genommen. Ausgeschlagene Fliesen oder abbröckelnde Anstriche verhindern eine sehr gute Reinigung und werden zum Problem. © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich

Kontrolle sorgt für Sicherheit

Die Milchhygienekontrolle ist keine Schikane oder Spezialkontrolle, sondern nur einer der vielen lange etablierten Bausteine der Lebensmittelsicherheit in Österreich. Jedes Jahr werden dafür Stichproben verschiedener Betriebe zusammengestellt, um sicher zu gehen, eine möglichst gute repräsentative Auswahl der NÖ Milchbetriebe zu haben. Es kann also jeden Betrieb treffen. Gewisse Höfe kommen dabei aufgrund der Struktur häufiger in die Stichprobe, weil es zum Beispiel in der Region nur sehr wenige milchproduzierende Betriebe gibt oder weil die Betriebe nicht nur an eine Molkerei liefern, sondern auch direktvermarkten. Mittlerweile ist ebenso ein kleiner Teil der Schaf- und Ziegenmilchproduzent:innen Teil der Stichprobe.

Kontrolle für Gespräche mit dem Veterinär nutzen

Die Amtstierärztin oder der Amtstierarzt kündigen sich immer an. Die Kontrolle nimmt in der Regel 20 - 60 Minuten der Landwirtin oder des Landwirts in Anspruch. Damit man selbst von dieser Zeit etwas profitiert, kann es helfen, diesen Betriebsbesuch als einfachen Zugang zu einem Gespräch mit dem Veterinär oder der Veterinärin zu verstehen. Oft beschäftigen Betriebe Fragen zur Herdengesundheit oder zur Tätigkeit des Amtstierarztes  bzw. der -ärztin.

Was wird kontrolliert?

Tierbestand
Meistens kann das kontrollierende Organ beim Weg zur Milchkammer oder zu den Melkplätzen schon einen Blick auf den Tierbestand werfen. Der Fokus der Kontrolle liegt auf den laktierenden und trockenstehenden Milchkühen. Sie müssen gesund sein. Behandelte Tiere mit aufrechter Wartezeit müssen als solche erkennbar gekennzeichnet sein.

Dabei stellen die Veterinär:innen ergänzend Fragen zur generellen Tiergesundheit und zu besonderen Vorkommnissen. Bei der Kontrolle der Kühe schaut die Ärztin oder der Arzt auch auf Punkte, die nicht dezidiert auf der Milchhyhgiene-Checkliste stehen sowie auf  andere Tiere und Tiergruppen. Fragen, Erklärungen und Informationen dazu fließen nicht in das Kontrollergebnis ein. Sie sollten jedoch als wohlwollender, tierärztlicher Ratschlag aufgefasst werden, zum Beispiel,
  • dass einem über 14 Tage alten Kalb Wasser anzubieten ist oder
  • dass die Gruppenbox einen Liegeplatz für jedes Tier haben muss.
Oft sehen Amtstierärzt:innen potenzielle Risiken und mögliche zukünftige Probleme durch ihre tägliche Praxis schneller und können diese bei der Milchhygienekontrolle ansprechen. Der Betrieb kann so frühzeitig und ohne Druck Verbesserungsmaßnahmen setzen. 

Milchkammer
Die Milchkammer soll sauber und so gebaut sein, dass sie leicht zu reinigen ist. Vor allem Boden und Wände müssen intakt und abwaschbar sein. Das Reinigungswasser muss über einen Bodenabfluss rasch abfließen können. Außerdem muss man gezielt gegen Ungeziefer vorgehen, zum Beispiel mit Fliegengitter und dicht schließenden Türen.

Es soll sich nichts in der Milchkammer befinden, was das Sauberhalten und Reinigen erschwert. Am besten lagern nur die unbedingt notwendigen Dinge in der Milchkammer, wie zum Beispiel die täglich genutzten Reinigungsmittel. Milchtank oder Milchlagerbehälter müssen sauber sein. Im leeren Zustand lagert man sie am besten so, dass das Waschwasser abfließen kann. 

Melkzeuge und Melkplatz
Melkzeuge müssen innen wie außen sauber sein und klassische Verschleißteile, wie zum Beispiel Zitzengummi, werden regelmäßig getauscht. Alle Oberflächen, die mit Milch in Berührung kommen, müssen leicht zu reinigen sein. Ausgeschlagene Fliesen oder abbröckelnde Anstriche verhindern eine sehr gute Reinigung und werden zum Problem.

Es muss nachvollziehbar sein, wie man in der Vorbereitung und beim Melken die Milch vor Verunreinigung schützt, wie man zum Beispiel den Standplatz sauber und trocken hält oder den Melkroboterboden regelmäßig reinigt.

Melkablauf und Umgang mit Milch 
Für die Amtstierärzt:innen muss nachvollziehbar sein, wie der Betrieb Kolostrum, hemmstoffhaltige Milch oder andere nicht lieferfähige Milch separiert. Man muss den üblichen Melkablauf  und die Reinigung der Melkanlage schildern. 

Wasser für die Reinigung der Melkanlage
Da Rohmilch als solche ein verkehrsfähiges Lebensmittel ist, wird nach der Wasserquelle für die Reinigung gefragt. Alle Oberflächen, die mit der Milch in Kontakt kommen, müssen mit Trinkwasser gereinigt werden.
Viele Betriebe beziehen sämtliches Wasser aus eigenen Quellen. Wenn nur Rohmilch geliefert wird, reicht der Nachweis der mikrobiologischen Wasserqualität alle drei Jahre. Wird Ortswasser bezogen, kann nach diesem Befund gefragt werden. Diesen Befund hängt die Gemeinde aus, übermittelt ihn oder veröffentlicht ihn auf der Gemeindewebsite.

Ergebnisse der Milchuntersuchungen der Molkereien
Damit Rohmilch überhaupt vermarktet werden darf, muss sie weniger als 400.000 Zellen und weniger als 100.000 Keime pro Milliliter aufweisen. Eine Auskunft über die kürzlich von der Molkerei kontrollierte, mitgeteilte Milchqualität reicht hier aus.

Umgang mit hemmstoffhaltiger Milch und Kolostrum
Milch von Tieren mit aufrechter Wartezeit wird nicht an andere Tiere verfüttert, sondern entsorgt oder mit der Gülle aufs Feld ausgebracht.

Direktvermarktung
Vermarktet man Milch auch direkt, werden zu diesem Betriebszweig ebenfalls einige Fragen gestellt.
Die Checkliste wird von der Amtstierärztin oder dem  Amtstierarzt am Tablet ausgefüllt und von den Ärzt:innen und den Landwirt:innen unterschrieben und direkt nach dem Betriebsbesuch per E-Mail übermittelt.

Der Absender der E-Mail ist dabei aber "ELKE", die "Elektronische Kontroll Erfassung". Sie ist jene Plattform, auf der alle Amtstierärzt:innen all ihre Kontrollergebnisse abspeichern. Wichtig ist: "ELKE" kann keine E-Mails empfangen. Sollte beim Betriebsbesuch vereinbart worden sein, dass der Betrieb noch etwas nachsendet, muss dies auf die Mailadresse der Amtstierärztin oder des Amtstierarztes erfolgen.
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