Warum bringt‘s der Aufzeichnungsbonus?
Vergleiche mit anderen Betrieben nutzen
Das Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft kann man mit Kennzahlen bewerten und sich so mit anderen Betrieben vergleichen, zum Beispiel mit Kennzahlen und Ergebnissen des "Grünen Berichts“ oder mit Betrieben der Arbeitskreise Unternehmensführung. Dieser Vergleich mit Betrieben innerhalb desselben Produktionsbereiches ist eine wichtige Orientierungshilfe zur Bewertung des eigenen Betriebsergebnisses.
Mit dieser jährlichen Standortbestimmung können besonders Junglandwirtinnen und Junglandwirte ihre betriebliche Situation einschätzen.
Warum aufzeichnen?
Viele junge Betriebsführer:innen kommen über den Aufzeichnungsbonus das erste Mal in Kontakt mit gesamtbetrieblichen Aufzeichnungen, und zwar, wenn sie den Antrag zur Niederlassungsprämie stellen.
Das Wissen über die betrieblichen Einnahmen und Ausgaben ist ein Basisinstrument in der Betriebsführung. Daher sind gesamtbetriebliche Aufzeichnungen unter Berücksichtigung des Wertverlustes im Anlagevermögen ein essenzieller Bestandteil einer nachhaltigen und erfolgreichen Unternehmensführung, besonders für jene Junglandwirt:innen, die erstmals die Verantwortung für ihren Betrieb übernehmen.
Vier Kennzahlen für die Rentabilität
Im Rahmen des Aufzeichnungsbonus werden anhand der gesamtbetrieblichen Aufzeichnungen mit Hilfe des Kennzahlenblattes vier Kennzahlen zur Rentabilität des Betriebes errechnet. Die Kennzahl "Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen“ gibt eine erste gute Information über die Wirtschaftlichkeit des Betriebes: Diese wird in Prozent ausgedrückt und zeigt das Verhältnis der Ausgaben zu den Einnahmen. Der Durchschnittswert der Grünen Berichtergebnisse für 2024 zeigt bei den spezialisierten Milchviehbetrieben einen Wert von 72,5%. Bei den Marktfruchtbetrieben liegt dieser Wert, auch Aufwandsrate genannt, bei 74,3%. Die einzelbetrieblichen Ergebnisse sind hier sehr unterschiedlich.
Diese Kennzahl hat Bedeutung und Potenzial.
Die durchschnittliche Unternehmerfamilie im Grünen Bericht verbraucht privat durchschnittlich 45.278 Euro und wendet für die Sozialversicherung 9.785 Euro auf. Deshalb benötigt sie ein jährliches Einkommen von 55.063 Euro. Bei einer Aufwandsrate von 64% reichen 152.953 Euro an Betriebseinnahmen aus, um ein Einkommen von 55.063 Euro zu erzielen.
Beträgt die Aufwandsrate jedoch 88%, so sind Betriebseinnahmen von 458.858 Euro erforderlich, um dasselbe Einkommen zu erwirtschaften. Somit muss die Unternehmerfamilie vermutlich deutlich mehr an Arbeitsleistung, Kapitalbereitstellung und Investitionen für die gleiche Höhe an Einkommen erbringen. Das ist wiederum mit einem deutlich höheren Unternehmerrisiko verbunden.
Beträgt die Aufwandsrate jedoch 88%, so sind Betriebseinnahmen von 458.858 Euro erforderlich, um dasselbe Einkommen zu erwirtschaften. Somit muss die Unternehmerfamilie vermutlich deutlich mehr an Arbeitsleistung, Kapitalbereitstellung und Investitionen für die gleiche Höhe an Einkommen erbringen. Das ist wiederum mit einem deutlich höheren Unternehmerrisiko verbunden.
Das sollte man vorab wissen
Folgende Basisinformationen sollten bekannt sein:
- Wie hoch sind und woher kommen die betrieblichen Einnahmen?
- Wie entwickeln sich diese im Jahresvergleich?
- Wie hoch sind die betrieblichen Ausgaben?
- Wie hoch ist die jährliche Wertminderung der Anlagegüter wie zum Beispiel Gebäude, bauliche Anlagen und Maschinen?
Kennzahlen zu Stabilität & Liquidität
Neben Kennzahlen zur Rentabilität können auf Basis von gesamtbetrieblichen Aufzeichnungen auch Kennzahlen zur Stabilität und zur Liquidität ermittelt werden. Diese informieren über die Eigenkapitalentwicklung und darüber, wie der Betrieb mit den Kreditverpflichtungen zurechtkommt. Neben einer hohen Wirtschaftlichkeit und der damit verbundenen hohen Arbeitsentlohnung muss bei einer erfolgreichen und nachhaltigen Betriebsführung immer die Erhaltung der Liquidität einen hohen Stellenwert haben. Studien belegen, dass eine langjährige erfolgreiche Unternehmensführung untrennbar mit gesamtbetrieblichen Aufzeichnungen verbunden ist.
Lohnender Einstieg in Aufzeichnungen
Der Aufzeichnungsbonus für Junglandwirtinnen und Junglandwirte ist somit ein guter Einstieg in die gesamtbetrieblichen Aufzeichnungen. Dazu wird häufig das Aufzeichnungsprogramm LBG-Business verwendet. Es eignet sich durch das integrierte Anlageverzeichnis, die Möglichkeit des Imports von Kontobewegungen sehr gut für den Aufzeichnungsbonus.
Mit einem besonderen Mehrwert für die Junglandwirtinnen und Junglandwirte zeichnet sich LBG-Business dadurch aus, dass das Kennzahlenblatt automatisch erstellt werden kann und somit nicht mehr eigenhändig berechnet werden muss. Der dafür erforderliche Zeitaufwand wird somit reduziert und mit dem gewonnenen Nutzen für die Unternehmensführung vielfach abgegolten. Die gewonnenen Informationen über die betriebliche IST-Situation können gerade für alle, die ihren Betrieb optimieren möchten, ein hoher Nutzen sein.
Mit einem besonderen Mehrwert für die Junglandwirtinnen und Junglandwirte zeichnet sich LBG-Business dadurch aus, dass das Kennzahlenblatt automatisch erstellt werden kann und somit nicht mehr eigenhändig berechnet werden muss. Der dafür erforderliche Zeitaufwand wird somit reduziert und mit dem gewonnenen Nutzen für die Unternehmensführung vielfach abgegolten. Die gewonnenen Informationen über die betriebliche IST-Situation können gerade für alle, die ihren Betrieb optimieren möchten, ein hoher Nutzen sein.
Unternehmerkompetenz stärken
Gerade für Betriebsleiter:innen am Anfang ihres Berufslebens bieten sich interessante Angebote zur Stärkung der Unternehmerkompetenz. Dazu zählen unter anderem die Mitgliedschaft beim Arbeitskreis Unternehmensführung, die Möglichkeit Aufzeichnungen für den Grünen Bericht zu machen und die Meisterausbildung.