Qualität steht an erster Stelle
Die heurige Dürre hat Michael Bachl auf zwei verschiedene Arten mehr oder weniger zu spüren bekommen: Auf seinem Betrieb in Zaina kann er 35 von 40 Hektar bewässern, auf dem Betrieb seiner Eltern in Streitdorf gibt es diese Möglichkeit nicht.
Dort schlug der extreme Wassermangel voll zu. „Hier zählen wir in nächster Zukunft auf Donauwasser“, hofft Bachl. „Sonst sind dort die Aussichten für den Marktfruchtbau nicht rosig.“ Auf seinem Hof in Zaina kann er beregnen und dafür auf einen Grundwassersee in rund sieben Metern Tiefe zurückgreifen. „Trotzdem gehe ich mit dem Wasser schonend um, vor allem dieses Jahr war der Verbrauch außergewöhnlich hoch“, erklärt Bachl, der mit der Bewässerung um Mitternacht startet und um vier Uhr morgens die Anlage umstellt: „Um acht Uhr bin ich mit dem Bewässern fertig und habe 20 bis 25 Millimeter beregnet. Das verdoppelt zwar den Arbeitsaufwand, aber der Aufwand zahlt sich aus.“
In Zaina kultiviert er Winterweizen, Sommergerste Erdäpfel, Zwiebeln, Chinakohl, Pak Choi, Salate und Ölkürbis. Vor allem beim Gemüse und den Erdäpfeln rechnet sich das Bewässern, ganz besonders in einem Jahr mit hohen Preisen und guten Erträgen.
Sichere Erträge nur mit Bewässern
Bei den Erdäpfeln fiel die Ernte ohne Bewässerung mit minus 50 Prozent katastrophal aus. „Bei Zwiebeln gibt es nur mit Bewässerung Ertragssicherheit mit 80 Tonnen je Hektar, aber auf einem Acker ohne Beregnung nur 15 Tonnen“, gibt Bachl zu bedenken.
Sein Markenzeichen, der Chinakohl, würde ohne Bewässerung zu hundert Prozent ausfallen. Er sät ihn nach Früherdäpfeln. „Dann ist der Acker locker und, wie es in diesem Jahr war, sehr trocken“, begründet Bachl. Den Chinakohl erntet er bis Mitte Dezember. Dann folgt Sommergerste und danach Weizen. „Zwiebeln und Erdäpfel baue ich konsequent nur alle fünf Jahre auf der gleichen Fläche an“, erklärt der Landwirt. „Ich fahre bewusst eine weite Fruchtfolge, weil ich auch in 30 Jahren noch fruchtbare Böden möchte.“
Begrünungen der ÖPUL-Varianten 3 und 4 bedecken den Boden zwischen den Kulturen, senken die Wasserverdunstung und halten das Wasser im Boden. Variante 3 wird im Herbst gemulcht und gepflügt. Variante 4 bearbeitet er erst im Frühjahr. Ölrettich, Mungo, Alexandriner Klee, Körnererbse und Buchweizen sind die Hauptkomponenten in den Begrünungsmischungen.
Arbeitszeit optimieren, Dieselkosten senken
Auch wenn er in Zaina mithilfe der Bewässerung die Erträge konstant halten kann, setzt ihm die Teuerung bei Diesel, Dünger, Saatgut und Pflanzenschutz zu. Betriebswirtschaftlich will Bachl vor allem an zwei Schrauben drehen: der Arbeitszeit und den Dieselkosten. „Die Arbeitszeit verschwindet irgendwo, deshalb bin ich dabei, die Abläufe zu optimieren“, begründet der Landwirt. In diesem Fall geht es vor allem um die Arbeitszeit, die er für den Aufbau der Bewässerungsrohre benötigt. Auch das Auswechseln kaputter Rohre am Acker kostet Zeit. Eine bessere Planung vorab und eine verstärkte Revision im Winter werden die Lösung sein. Für Aufzeichnungen nutzt er die Software „Agrarcommander“. „Ich spare damit enorm viel Arbeitszeit und das Fehlerrisiko geht gegen null“, begründet Bachl. „Die Software verringert auch den Zeitaufwand bei der AMA-Gütesiegelkontrolle.“
Auf die enorm gestiegenen Dieselkosten hat er bereits mit dem Kauf eines Elektrobusses reagiert. Er spart sich so 2.000 Liter Diesel pro Jahr. Strom liefert die PV-Anlage. Auch die Überfahrten mit dem Traktor auf den Feldern will er reduzieren und so den Dieselverbrauch senken. GPS unterstützt ihn dabei. „Das genauere Fahren spart Diesel. Das System hilft extrem bei Anbau, Pflege und Ernte“, betont Bachl. „Es erleichtert die Arbeit und schont das Erntegut, weil ich nicht lenken muss und mich voll auf die Erntemaschine konzentrieren kann. Damit steigt wieder die Qualität.“
Bachl lässt Kürbis im Lohn anbauen. Die anderen Kulturen sät er selbst an. Mähdrescher, Bodenbearbeitungs- und Pflanzenschutzgeräte sind am Betrieb. „Man könnte die Maschinen und Geräte noch besser auslasten“, überlegt der Landwirt. „Deshalb könnten Maschinengemeinschaften ein Zukunftsthema sein.“
Auf die enorm gestiegenen Dieselkosten hat er bereits mit dem Kauf eines Elektrobusses reagiert. Er spart sich so 2.000 Liter Diesel pro Jahr. Strom liefert die PV-Anlage. Auch die Überfahrten mit dem Traktor auf den Feldern will er reduzieren und so den Dieselverbrauch senken. GPS unterstützt ihn dabei. „Das genauere Fahren spart Diesel. Das System hilft extrem bei Anbau, Pflege und Ernte“, betont Bachl. „Es erleichtert die Arbeit und schont das Erntegut, weil ich nicht lenken muss und mich voll auf die Erntemaschine konzentrieren kann. Damit steigt wieder die Qualität.“
Bachl lässt Kürbis im Lohn anbauen. Die anderen Kulturen sät er selbst an. Mähdrescher, Bodenbearbeitungs- und Pflanzenschutzgeräte sind am Betrieb. „Man könnte die Maschinen und Geräte noch besser auslasten“, überlegt der Landwirt. „Deshalb könnten Maschinengemeinschaften ein Zukunftsthema sein.“
Sorgen bei Dünger & Pflanzenschutz
Sorgen bereiten ihm die stark gestiegenen Kosten für Dünger und Pflanzenschutzmittel, auf die er keinen Einfluss hat. „Ich setze ausschließlich Mineraldünger ein, von dem noch einiges aus dem Vorjahr auf Lager liegt“, so Bachl. „Ich habe viel vorgestreckt und zum Glück auch ein Lager dafür. Das rechnet sich jetzt.“
Besondere Bedenken hat er bei Pflanzenschutzmitteln. „Würde ich sie ganz einsparen, gäbe es keine Ernte. Das wäre der SuperGau“, befürchtet der Landwirt. „Eher reduziere ich beim Dünger, als dass ich beim Pflanzenschutz spare.“ Pflanzenschutzmittel bringt er trotzdem nur genau dann aus, wenn es notwendig ist. Die größten Probleme bereitet ihm der Erdfloh auf dem Chinakohlacker. „Wenn man ein bis zwei Wochen nicht behandelt, gibt es keine Pflanze mehr auf dem Feld“, ärgert sich Bachl. „Hier wäre eine Saatgutbeize nötig, die aber nicht genehmigt ist.“ Pak Choi kultiviert er seit vier Jahren. „Heuer hat der Erdfloh alles weggefressen“, bedauert er. Eine weitere große Herausforderung aufgrund fehlender Mittel ist der Drahtwurm in Erdäpfeln.
Besondere Bedenken hat er bei Pflanzenschutzmitteln. „Würde ich sie ganz einsparen, gäbe es keine Ernte. Das wäre der SuperGau“, befürchtet der Landwirt. „Eher reduziere ich beim Dünger, als dass ich beim Pflanzenschutz spare.“ Pflanzenschutzmittel bringt er trotzdem nur genau dann aus, wenn es notwendig ist. Die größten Probleme bereitet ihm der Erdfloh auf dem Chinakohlacker. „Wenn man ein bis zwei Wochen nicht behandelt, gibt es keine Pflanze mehr auf dem Feld“, ärgert sich Bachl. „Hier wäre eine Saatgutbeize nötig, die aber nicht genehmigt ist.“ Pak Choi kultiviert er seit vier Jahren. „Heuer hat der Erdfloh alles weggefressen“, bedauert er. Eine weitere große Herausforderung aufgrund fehlender Mittel ist der Drahtwurm in Erdäpfeln.
Hohe Saatgutkosten
Bachl kauft grundsätzlich zertifiziertes Saatgut zu, nur bei Weizen verwendet er teilweise Nachbausaatgut, das er im Getreidesilo am Hof seiner Eltern in Streitdorf lagern kann. „Besonders kostspielig ist das Saatgut für violetten Chinakohl. Er braucht länger für die Entwicklung, ist außerdem anfälliger für Krankheiten und nicht so lange lagerfähig“, berichtet der Landwirt. „Aber er ist mein Zugpferd und verkauft sich besser als anderes Gemüse. So rechnet er sich über Umwege.“
Partnerschaften fürs Vermarkten
Er will seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig absichern mit Partnerschaften und durch Qualitätsproduktion. So verkauft er 99 Prozent seiner Zwiebelernte über Händler. Den Rest vermarktet er Ab-Hof und an einen Gastronomen. Für Chinakohl hat er 17 verschiedene Abnehmer, darunter Rewe, Spar und Nah&Frisch. „In den Bezirken Tulln und Korneuburg ist mein Chinakohl in nahezu allen Filialen gelistet und als ‚von Bachl‘ ausgelobt“, betont der Landwirt. Ein rund 300 Quadratmeter großes Kühlhaus verlängert den Verkaufszeitraum bis März ins folgende Jahr. Kartoffeln oder Zwiebeln kann er dort bis Mai lagern, wenn die Preisaussichten gut sind. Es hat sich rasch herumgesprochen, dass man am Hof von Michael Bachl Erdäpfel und Zwiebeln im Sack abholen kann. „Da immer mehr Leute angefragt haben, sperrten wir 2021 unsere Ab-Hof-Hütte auf“, erinnert er sich. „Rund 1.500 Euro habe ich in die Hütte investiert. Davor gab es in der Region kaum Ab-Hof-Verkauf“ Die Direktvermarktung macht mittlerweile zehn Prozent seines Umsatzes aus.
Sortiment erweitern
Um sein Sortiment zu erweitern, experimentiert er mit verschiedenen Salatsorten, darunter das Grazer Krauthäuptel. „Salat zu kultivieren ist eine Herausforderung, viele hören damit wieder auf“, berichtet Bachl. „Deshalb will ich diese Nische nutzen.“ Auf 200 Quadratmetern läuft der Versuch, bei dem er Saatzeitpunkt, Abstand, Säen oder Setzen testet. In fünf bis sechs Jahren wird er auch den Betrieb seiner Eltern in Streitdorf übernehmen. „Hier hoffe ich auf Donauwasser, da müssen wir dabei sein, um im Marktfruchtbau wirtschaftlich arbeiten zu können“, begründet Michael Bachl.
Eigene Zahlen kennen
Die Zahlen des eigenen Betriebes zu kennen, ist für den Landwirt die Basis für den Erfolg im Marktfruchtbau. „Wenn ich meine Zahlen nicht kennen würde, würde ich nicht wissen, wo ich angreifen muss und an welchen Schrauben ich drehen kann“, argumentiert er. „Bei mir in Zaina ist die Bewässerung die zentrale Schraube. So kann ich Gemüse anbauen und mit Erfolg vermarkten.“ Die Nachfrage nach Gemüse ist groß. Bachl hat die Erfahrung gemacht, dass rasch ein anderer Händler zur Stelle ist, wenn der bisherige Partner wegbricht. „Und dieser übernimmt mindestens dieselbe Menge“, so der Landwirt. „Das Wichtigste ist, dass die Qualität das ganze Jahr über gleich bleibt. Das schaffe ich zum Beispiel bei Chinakohl schon seit drei Jahren.“ Er kennt seine Zahlen und kann sie interpretieren. Mit der Direktvermarktung und der Partnerschaft mit großen Abpackbetrieben ergeben sich Synergien.
Mehr direktvermarkten und Onlineshop
„In der Direktvermarktung mache ich den Preis und ich schreibe die Rechnung und nicht umgekehrt“, macht Bachl auf einen großen Unterschied zu anderen Betriebszweigen aufmerksam. „Den Anteil der Direktvermarktung am Einkommen möchte ich weiter steigern.“
Außerdem plant der Landwirt, neue Vermarktungsmodelle zu versuchen. Als Erstes hat er vor, den Onlineshop für die Direktvermarktung wieder zu aktivieren. „Es wird jetzt leichter sein, sich online zu präsentieren, weil sich die Konsument:innen auch mehr dorthin entwickeln. Und Qualität wird immer gekauft.“
Außerdem plant der Landwirt, neue Vermarktungsmodelle zu versuchen. Als Erstes hat er vor, den Onlineshop für die Direktvermarktung wieder zu aktivieren. „Es wird jetzt leichter sein, sich online zu präsentieren, weil sich die Konsument:innen auch mehr dorthin entwickeln. Und Qualität wird immer gekauft.“
Betriebsspiegel
Betriebsführer
LW-Meister Michael Bachl (27)
Familienmitglieder am Betrieb
Eltern Josef (59) und Martina (55), Bruder Jakob (23), Freundin Katharina (27)
Bewirtschaftete Fläche
40 ha Acker mit Kartoffeln, Zwiebeln, Ölkürbis, Chinakohl, Pak Choi, Salat, Winterweizen, Sommergerste
Direktvermarktung
Direktvermarkterhütte in Streitdorf, Gastronomie, Händler und Supermärkte
LW-Meister Michael Bachl (27)
Familienmitglieder am Betrieb
Eltern Josef (59) und Martina (55), Bruder Jakob (23), Freundin Katharina (27)
Bewirtschaftete Fläche
40 ha Acker mit Kartoffeln, Zwiebeln, Ölkürbis, Chinakohl, Pak Choi, Salat, Winterweizen, Sommergerste
Direktvermarktung
Direktvermarkterhütte in Streitdorf, Gastronomie, Händler und Supermärkte