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Gemeinsame Agrarpolitik: Was braucht der Marktfruchtbau?

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22.10.2026 | von DI Andreas Schlager

Während auf den Feldern heuer unter besonderen Herausforderungen gewirtschaftet wurde und die nächste Saison bereits geplant wird, laufen in Brüssel die Diskussionen über die künftige Gemeinsame Agrarpolitik. Einen Überblick gibt der folgende Beitrag.

Feld.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Die Marktfruchtbetriebe sind bereit, ihren Beitrag für Umwelt, Klima und Biodiversität zu leisten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine faire Entlohnung der erbrachten Leistungen. © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Die Ergebnisse der Diskussionen bestimmen die Rahmenbedingungen  für die Landwirtschaft ab 2028. Für Marktfruchtbetriebe  ist das von großer Bedeutung,  denn die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) beeinflusst nicht nur  die Höhe der Ausgleichszahlungen, sondern auch die Anforderungen an die tägliche Bewirtschaftung.

Starke GAP auch in Zukunft

Eines steht dabei außer Frage:  Die Landwirtschaft braucht  auch in Zukunft eine starke Gemeinsame  Agrarpolitik. Direktzahlungen,  Agrarumweltprogramme  und Investitionsförderungen  sind für viele Betriebe  unverzichtbare Bestandteile der  wirtschaftlichen Absicherung.  Gerade in Zeiten zunehmender  Wetterextreme, schwankender  Märkte und steigender Produktionskosten sorgen sie für Stabilität  und Planungssicherheit.

Einkommensstützung bleibt unverzichtbar

Die Direktzahlungen der GAP  sind nach wie vor ein wichtiger  Bestandteil des landwirtschaftlichen  Einkommens. Sie helfen  dabei, Markt- und Wetterrisiken  abzufedern, und bilden auf vielen Betrieben einen wesentlichen  Beitrag zur wirtschaftlichen  Stabilität. Besonders Marktfruchtbetriebe  stehen zunehmend unter  Druck. Die Preise für Betriebsmittel,  Maschinen, Energie und  Betriebsausstattung sind deutlich  gestiegen. Gleichzeitig lassen  sich höhere Produktionskosten  nicht immer über den  Markt abdecken. Umso wichtiger  ist eine ausreichende finanzielle  Ausstattung der GAP. Wenn die Europäische Union zusätzliche Anforderungen an die Landwirtschaft stellt, müssen  diese Leistungen auch angemessen  abgegolten werden. Die Betriebe sind bereit, ihren  Beitrag für Umwelt, Klima und  Biodiversität zu leisten. Voraussetzung  dafür ist jedoch eine  faire Entlohnung der erbrachten  Leistungen. Sollten auf europäischer  Ebene die Finanzmittel  gekürzt werden, dürfen  die Auflagen nicht gleichzeitig  weiter erhöht werden.

Weniger Bürokratie, mehr Praxis

Kaum ein Thema beschäftigt  die Betriebe so sehr wie der zunehmende  Verwaltungsaufwand.  Auflagen, Antragstellung  und Kontrollen binden Zeit  und Ressourcen, die auf den  Höfen oftmals knapp sind.  Die nächste GAP muss deshalb  praxisgerechter gestaltet werden. Anforderungen im Rahmen  von GLÖZ oder ÖPUL sollen  klar verständlich, nachvollziehbar  und umsetzbar sein.  Maßnahmen müssen sich an  den betrieblichen Abläufen orientieren und auch unter unterschiedlichen  Witterungs- und  Standortverhältnissen funktionieren.  Erfahrungen der vergangenen  Jahre zeigen außerdem, dass  Anreizsysteme deutlich erfolgreicher  sind als starre Verpflichtungen.  Freiwillige Maßnahmen  mit fairer finanzieller Abgeltung  werden von den Betrieben  meist gut angenommen.  Die hohen Teilnahmezahlen im  ÖPUL bestätigen diesen Weg.  Davon profitieren nicht nur die  Landwirt:innen, sondern auch  Umwelt und Gesellschaft durch  mehr Biodiversität, verbesserten  Bodenschutz und einen  verantwortungsvollen Umgang  mit natürlichen Ressourcen.

Investitionen ermöglichen Zukunft

Wer langfristig erfolgreich wirtschaften  will, muss investieren  können. Moderne Landtechnik,  digitale Anwendungen,  Präzisionslandwirtschaft oder  innovative Lager- und Aufbereitungstechnik  helfen dabei, Ressourcen  effizient einzusetzen  und die Wettbewerbsfähigkeit  zu stärken.  Die Investitionsförderung  bleibt daher ein zentraler Baustein  der GAP. Da Investitionsentscheidungen  oft Auswirkungen  über viele Jahre haben,  brauchen Betriebe verlässliche  Förderbedingungen und langfristige  Perspektiven.
Einstellung-Pflanzenschutzspritze.jpg © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich
Moderne Landtechnik, digitale Anwendungen, Präzisionslandwirtschaft oder innovative Lager- und Aufbereitungstechnik helfen dabei, Ressourcen effizient einzusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. © Paula Pöchlauer-Kozel/LK Niederösterreich

Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen

Neben den Förderungen spielen  die Wettbewerbsbedingungen  eine entscheidende Rolle.  Innerhalb der Europäischen  Union sollten möglichst vergleichbare  Anforderungen gelten.  Unterschiedliche Auflagen,  Kontrollintensitäten oder  Förderbedingungen können zu  Wettbewerbsnachteilen führen.  Gleichzeitig braucht es faire  Bedingungen gegenüber Importen  aus Drittstaaten.  Unsere Landwirt:innen erfüllen  hohe Standards im Umwelt-, Pflanzen- und Verbraucherschutz.  Importe, unter deutlich  niedrigeren Standards erzeugt,  bringen die heimische Produktion  unter Druck. Die Marktfruchtbetriebe  übernehmen  Verantwortung für Umwelt, Klima  und Versorgungssicherheit.  Dies muss sich jedenfalls auch  in der Agrarpolitik wiederfinden,  um auch künftig einen  wettbewerbsfähigen und nachhaltigen  Ackerbau zu ermöglichen.
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