Den Output im Ackerbau optimieren: Betriebsmittel als zentraler Hebel
Drei Gruppen von Betriebsmitteln steuern die Deckungsbeiträge entscheidend:
- hochwertiges Saatgut von leistungsfähigen, gut klimaangepassten Sorten
- effizienter, maßgeschneiderter Einsatz von Düngemitteln
- Pflanzenschutzmittel mit wirkungsvoller Kombination aus Effizienz gegenüber Schaderregern und hoher Anwendungssicherheit
Agrarpolitische Maßnahmen
Interessenpolitisch gibt es für uns einige Themenschwerpunkte, die sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene zu bearbeiten sind. Einige wichtige Themen dazu sind:
Düngemittelpreise
Als Interessenvertretung treten wir daher intensiv für politische Lösungen ein, um Kostenbelastungen auf Düngemittel wieder zu reduzieren.
Pflanzenschutzmittel
Es braucht die Verfügbarkeit wirksamer Pflanzenschutzmittel, um Ertrag und Qualität sicherzustellen.
Düngemittelpreise
- CO2-Bepreisung: Aufschläge auf Düngemittel etwa durch CO2-Zertifikate, CO2-Grenzausgleichsaufschläge, kurz „CBAM“, können nicht auf dem Rücken der Landwirtschaft eingehoben werden. CBAM ist das CO2-Grenzausgleichssystem der EU. Es sorgt dafür, dass importierte Waren denselben CO2-Preis tragen wie Produkte, die innerhalb der EU hergestellt werden.
- Zölle: Diese verteuern die Düngemittel und führen zum massiven Wettbewerbsnachteil der europäischen Landwirtschaft im Vergleich zu globalen Produzenten.
Als Interessenvertretung treten wir daher intensiv für politische Lösungen ein, um Kostenbelastungen auf Düngemittel wieder zu reduzieren.
Pflanzenschutzmittel
Es braucht die Verfügbarkeit wirksamer Pflanzenschutzmittel, um Ertrag und Qualität sicherzustellen.
- In den letzten Jahren konnte erreicht werden, dass die gegenseitige Anerkennung von Pflanzenschutzmitteln in Österreich deutlich häufiger umgesetzt wird. Es handelt sich um eine erleichterte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, die bereits in anderen Ländern registriert sind. In den letzten Jahren wurden rund 130 neue Zulassungen erreicht, von denen zahlreiche auch deutliche Mehrwerte darstellen.
- Nichtsdestotrotz sind weitere Optimierungen bei der Pflanzenschutzmittelzulassung notwendig. Es gibt nach wie vor sehr kritische Anwendungslücken, die zu schließen sind, zum Beispiel beim Drahtwurm.
- Sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene werden Zulassungen weiter massiv eingefordert.
- Die Landwirtschaftskammern stellen mittlerweile häufig selbst Anträge für Notfallzulassungen für Präparate, die landwirtschaftliche Betriebe zwingend brauchen.
Hochwertiges Saatgut und Sorten
„Wie die Saat, so die Ernte“ ist kein moderner Marketing-Spruch, sondern ein historisch hoch bewahrheiteter Zusammenhang. Pflanzenzüchter brauchen zukunftsorientierte Rahmenbedingungen, um auch weiterhin leistungsfähige Sorten für den Ackerbau verfügbar zu machen. Neue Züchtungsmethoden sind zwar mit der gebotenen Vorsicht zu prüfen, dürfen aber kein Tabu sein.
Die Landwirtschaftskammern begleiten das Sortenprüfsystem. Begleitend zu den amtlichen Sortenprüfungen führen wir selbst auch zahlreiche Praxisversuche durch, um die besten Sorten je nach Region, Verwendungszweck etc. ausfindig zu machen.
Was kann ich am eigenen Betrieb oder in Kooperation mit anderen Betrieben optimieren?
Auch am landwirtschaftlichen Betrieb gibt es zahlreiche Stellschrauben, um den Betriebsmitteleinsatz – und vor allem dadurch auch die Kosten zu verschlanken.
Die Landwirtschaftskammer bietet zum Beispiel zahlreiche Beratungstools und -angebote, Weiterbildungen und Veranstaltungen an, oftmals in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, um beste Informationen zur Verfügung zu stellen.
- Analysieren: Zahlen am eigenen Betrieb erfassen, analysieren und die nötigen Schlüsse daraus ziehen. Nur wer seine Zahlen in der Produktion kennt – und auch die richtigen Schlüsse daraus zieht – kann Weiterentwicklung vorantreiben. Und ein Vergleich mit Berufskolleg:innen lohnt sich. Arbeitskreise sind dafür die optimale Plattform – in Niederösterreich gibt es zehn Arbeitskreise und weitere Teilnehmer:innen sind sehr willkommen.
- Digitalisierung vernünftig nutzen: Mittlerweile existieren Tools, die beim maßgeschneiderten Ausbringen von Betriebsmitteln unterstützen – oft ohne große Investitionssummen in die Hand nehmen zu müssen. Beispiele dafür sind Applikationskarten für Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz, die Aufwandmengen gut anpassen. Nutzen Sie dazu auch die Beratungs- und Weiterbildungsprodukte der LK, die dazu vermehrt angeboten werden.
- Kooperieren: Was allein nicht schaffbar oder leistbar ist, kann in der Gemeinschaft gelingen. Gerade bei moderner Landtechnik gelingt Kosteneffizienz nur dann, wenn auch entsprechende Auslastung vorliegt. Ist dies der Fall, lassen sich die Vorteile präziser Ausbringung – wiederum bei Saat, Düngung und Pflanzenschutz – auch wirtschaftlich rentabel auf den Betrieben der Kooperationspartner umsetzen.
- Informieren: Gerade wenn es darum geht, Veränderungen und Anpassungen am eigenen Betrieb einzuläuten, ist guter Rat gefragt. Oftmals gibt es dazu Unterstützung, die wir dazu als Landwirtschaftskammer anbieten können. Wir stehen für Sie als zukunftsgestaltende Betriebsführer:innen gerne zur Verfügung.