Gemeinsame Agrarpolitik: Was braucht der Marktfruchtbau?
Die Ergebnisse der Diskussionen
bestimmen die Rahmenbedingungen
für die Landwirtschaft
ab 2028. Für Marktfruchtbetriebe
ist das von großer Bedeutung,
denn die Gemeinsame Agrarpolitik
(GAP) beeinflusst nicht nur
die Höhe der Ausgleichszahlungen,
sondern auch die Anforderungen
an die tägliche Bewirtschaftung.
Starke GAP auch in Zukunft
Eines steht dabei außer Frage:
Die Landwirtschaft braucht
auch in Zukunft eine starke Gemeinsame
Agrarpolitik. Direktzahlungen,
Agrarumweltprogramme
und Investitionsförderungen
sind für viele Betriebe
unverzichtbare Bestandteile der
wirtschaftlichen Absicherung.
Gerade in Zeiten zunehmender
Wetterextreme, schwankender
Märkte und steigender Produktionskosten
sorgen sie für Stabilität
und Planungssicherheit.
Einkommensstützung bleibt unverzichtbar
Die Direktzahlungen der GAP
sind nach wie vor ein wichtiger
Bestandteil des landwirtschaftlichen
Einkommens. Sie helfen
dabei, Markt- und Wetterrisiken
abzufedern, und bilden auf
vielen Betrieben einen wesentlichen
Beitrag zur wirtschaftlichen
Stabilität. Besonders Marktfruchtbetriebe
stehen zunehmend unter
Druck. Die Preise für Betriebsmittel,
Maschinen, Energie und
Betriebsausstattung sind deutlich
gestiegen. Gleichzeitig lassen
sich höhere Produktionskosten
nicht immer über den
Markt abdecken. Umso wichtiger
ist eine ausreichende finanzielle
Ausstattung der GAP. Wenn die Europäische Union
zusätzliche Anforderungen an die Landwirtschaft stellt, müssen
diese Leistungen auch angemessen
abgegolten werden.
Die Betriebe sind bereit, ihren
Beitrag für Umwelt, Klima und
Biodiversität zu leisten. Voraussetzung
dafür ist jedoch eine
faire Entlohnung der erbrachten
Leistungen. Sollten auf europäischer
Ebene die Finanzmittel
gekürzt werden, dürfen
die Auflagen nicht gleichzeitig
weiter erhöht werden.
Weniger Bürokratie, mehr Praxis
Kaum ein Thema beschäftigt
die Betriebe so sehr wie der zunehmende
Verwaltungsaufwand.
Auflagen, Antragstellung
und Kontrollen binden Zeit
und Ressourcen, die auf den
Höfen oftmals knapp sind.
Die nächste GAP muss deshalb
praxisgerechter gestaltet werden.
Anforderungen im Rahmen
von GLÖZ oder ÖPUL sollen
klar verständlich, nachvollziehbar
und umsetzbar sein.
Maßnahmen müssen sich an
den betrieblichen Abläufen orientieren und auch unter unterschiedlichen
Witterungs- und
Standortverhältnissen funktionieren.
Erfahrungen der vergangenen
Jahre zeigen außerdem, dass
Anreizsysteme deutlich erfolgreicher
sind als starre Verpflichtungen.
Freiwillige Maßnahmen
mit fairer finanzieller Abgeltung
werden von den Betrieben
meist gut angenommen.
Die hohen Teilnahmezahlen im
ÖPUL bestätigen diesen Weg.
Davon profitieren nicht nur die
Landwirt:innen, sondern auch
Umwelt und Gesellschaft durch
mehr Biodiversität, verbesserten
Bodenschutz und einen
verantwortungsvollen Umgang
mit natürlichen Ressourcen.
Investitionen ermöglichen Zukunft
Wer langfristig erfolgreich wirtschaften
will, muss investieren
können. Moderne Landtechnik,
digitale Anwendungen,
Präzisionslandwirtschaft oder
innovative Lager- und Aufbereitungstechnik
helfen dabei, Ressourcen
effizient einzusetzen
und die Wettbewerbsfähigkeit
zu stärken.
Die Investitionsförderung
bleibt daher ein zentraler Baustein
der GAP. Da Investitionsentscheidungen
oft Auswirkungen
über viele Jahre haben,
brauchen Betriebe verlässliche
Förderbedingungen und langfristige
Perspektiven.
Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen
Neben den Förderungen spielen
die Wettbewerbsbedingungen
eine entscheidende Rolle.
Innerhalb der Europäischen
Union sollten möglichst vergleichbare
Anforderungen gelten.
Unterschiedliche Auflagen,
Kontrollintensitäten oder
Förderbedingungen können zu
Wettbewerbsnachteilen führen.
Gleichzeitig braucht es faire
Bedingungen gegenüber Importen
aus Drittstaaten.
Unsere Landwirt:innen erfüllen
hohe Standards im Umwelt-,
Pflanzen- und Verbraucherschutz.
Importe, unter deutlich
niedrigeren Standards erzeugt,
bringen die heimische Produktion
unter Druck. Die Marktfruchtbetriebe
übernehmen
Verantwortung für Umwelt, Klima
und Versorgungssicherheit.
Dies muss sich jedenfalls auch
in der Agrarpolitik wiederfinden,
um auch künftig einen
wettbewerbsfähigen und nachhaltigen
Ackerbau zu ermöglichen.